Einsiedlerinnen

Schwester Benedikta und Verena Dubacher: Zwei verschiedene Wege mit dem gleichen Ende

Schwester Benedikta und Verena Dubacher

Schwester Benedikta und Verena Dubacher

Die Chronik zweier Berufungen in die Verenaschlucht, die mit plötzlichen Abgängen nach recht kurzer Zeit endeten.

Seit dem Mittelalter hauste ununterbrochen ein Einsiedler hinten in der Verenaschlucht in der kleinen Klause bei der St.-Verena- und St.-Martins-Kapelle. Das änderte sich grundlegend vor sieben Jahren. Die Ereignisse im Zeitraffer:

  • Anfang 2009 stösst die Berufung der 63-jährigen Religionspädagogin Verena Dubacher als neue Einsiedlerin in der Verenaschlucht auf ein riesiges Medienecho. Kurz vor Ostern konnte die Einsiedlerin die für 175 000 Franken sanierte Klause beziehen.
Die erste, 2009 gewählte Einsiedlerin, Verena Dubacher.

Die erste, 2009 gewählte Einsiedlerin, Verena Dubacher.

  • Im März 2014 muss die Bürgergemeinde Solothurn den Auszug von Verena Dubacher aus der Einsiedelei wegen gesundheitlicher Gründe vermelden. Zuvor hatte ihr Auftreten gegenüber Passanten vor allem mit Hunden für eine öffentliche Diskussion gesorgt.
  • Die Bürgergemeinde prüft alle Optionen – bis hin zur Aufgabe der Einsiedelei. Sie entschliesst sich aber dann doch, den Posten einer Einsiedlerin oder eines Einsiedlers wieder auszuschreiben. Erneut ist das Medienecho gewaltig, und auch auf Berichte in der internationalen Presse hin melden sich neben 62 Interessierten aus der Schweiz auch 51 Personen aus dem Ausland, vorwiegend aus Deutschland.
Die Einsiedelei St.Verena

Die Einsiedelei St.Verena

  • Am 23. Juni 2014 wählt der Bürgerrat Solothurn die 51-jährige Schwester Benedikta, mit zivilem Namen Franziska Siegel, aus Bern zur neuen Einsiedlerin in der Verenaschlucht. Die geschiedene Mutter von vier Kindern hatte in Bern fast 20 Jahre lang ein offenes Haus für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen unterhalten und seit 2011 ein eremitisches Leben geführt.
  • Im Juli 2014 zieht Schwester Benedikta in der Klause ein, doch bald nächtigt sie für einige Monate nicht mehr hinten in der Schlucht, weil sie sich durch Leute bedroht fühlt, die dem Kreis von Satanisten zugeordnet werden könnten. Die Bürgergemeinde veranlasst daraufhin den Einbau einer Alarmanlage in der Klause, worauf die Schwester wieder in die Schlucht zurückkehrt.
Satanisten belästigen Schwester Benedikta in der Verenaschlucht bei Solothurn

Satanisten belästigen Schwester Benedikta in der Verenaschlucht

  • Im Mai 2015 wird bekannt, dass die Schwester ihre Arbeitgeberin, die Bürgergemeinde, um Entlastung bei den täglichen Arbeiten ersucht hat. Auch möchte sie sich vermehrt vom Besucherrummel zur Meditation zurückziehen können. Der Schwester wird eine Hilfskraft angeboten, und die Öffnungszeiten der Kapellen werden reduziert.
  • Im Sommer 2015 macht Schwester Benedikta mit Auftritten in der Öffentlichkeit von sich reden. So erscheint ihre Biografie in Buchform und sie tritt in der TV-Sendung «Aeschbacher» auf.
Schwester Benedikta bei Kurt Aeschbacher in der Sendung

Schwester Benedikta bei Kurt Aeschbacher in der Sendung

  • Im Oktober 2015 rechtfertigt die Schwester mit Weihbischof Martin Gächter im Bürgerrat ihre Öffentlichkeitsarbeit. Die FDP-Fraktion bezieht jedoch keine Stellung und schweigt sich aus – für Schwester Benedikta ein «Super-GAU».
  • Ende Januar 2016 wird ein Entscheid der Arbeitsgruppe Einsiedelei um Monate vertagt. Vier Wochen später verlässt die Schwester die Klause und Solothurn.

Meistgesehen

Artboard 1