Verenaschlucht

Schwester Benedikta: «Ich hatte das Gefühl, dass es mich verreisst»

Nach Wegzug aus Verenaschlucht: Schwester Benedikta äussert sich

Nach Wegzug aus Verenaschlucht: Schwester Benedikta äussert sich

Schwester Benedikta lebte knapp 2 Jahre als Einsiedlerin in der Verenaschlucht, jetzt hat sie der Bürgergemeinde gekündigt. Was ist passiert und welcher Tätigkeit geht die Geistliche heute nach?

Schwester Benedikta, die Ende letzter Woche die Klause in der Verenaschlucht verlassen hat, wirkt jetzt als Stadteremitin. Sie hatte das Gefühl, dass ihr bei ihrer Arbeit Steine in den Weg gelegt wurden.

Sie habe das Gefühl gehabt, dass die Leute der Bürgergemeinde und sie «nicht die gleiche Sprache sprechen und die gleichen Werte haben», sagt Schwester Benedikta wenige Tage nach ihrem Auszug aus der Verenaschlucht in der Sendung «Fokus» von TeleM1.

Die Idee, eine Art Pikettdienst leisten zu müssen, habe ihr nicht behagt. Sie brauche aber eine gewisse Zeit, um Schweigen zu können, so Schwester Benedikta. Das fehlte ihr bei ihrer Arbeit in der Einsiedelei. Auch sei ihr viel in private Angelegenheiten reingeredet worden.

Am Anfang hätte sie sich sehr wohl in der Verenaschlucht gefühlt, erzählt sie. Als sie von Satanisten bedroht wurde, habe sie dann aber schon Angst gehabt.

Ein weiteres Problem für sie: Viele Leute haben in Sachen Verenaschlucht etwas zu sagen. Das hat das Ganze wohl komplizierter gemacht. «Ich hatte das Gefühl, dass es mich beinahe verreisst und mir Steine in den Weg gelegt werden.»

Schwester Benedikta findet es «weise», dass die Bürgergemeinde Solothurn jetzt überlegt, wie es weitergehen soll in der Einsiedelei. Ob wieder eine Einsiedlerin bzw. ein Einsiedler einziehen soll, ist nicht klar. Für Schwester Benedikta steht fest: «Das klassische eremitische Leben ist dort nicht mehr möglich.» Deshalb habe sie auch versucht, es anders zu machen.

Was macht Schwester Benedikta jetzt? Sie wirkt als Stadteremitin. «Ich bin nach wie vor den Gebeten und dem Schweigen, aber auch den Menschen verpflichtet.» Sie schätzt es, dass nun Arbeit und Privatleben getrennt sind. (ldu)

Genug ist genug

Genug ist genug

Schwester Benedikta ist aus der Einsiedelei in der Verenaschlucht ausgezogen. Bereits letzten Sommer kam die Geistliche an ihre Grenzen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1