Die Einsiedelei war Thema auch in der letzten Bürgerratssitzung. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit war die Einsiedlerin-Entlöhnung ein Thema. Im Nachgang bestätigte Präsident Sergio Wyniger gegenüber Medien, dass diese von bisher 1000 auf 2000 Franken im Monat verdoppelt worden ist.

Er berichtete auch, dass Schwester Benedikta Ende Juni still und leise in ihrer Klause eingezogen sei. «Nach wenigen Tagen schon hat sie jedoch ihre Aufgaben in Angriff genommen und hatte für alle Zeit. Insbesondere stand sie vielen Medienleuten Red und Antwort – authentisch, freundlich, positiv. Schwester Benedikta ist heute schon Imageträgerin auch für die Bürgergemeinde.» Somit konnte der Bürgerrat die Arbeitsgruppe «Wahl Einsiedler» auflösen.

Stiftungszweck neu definiert

Der Bürgerrat hatte sich schwergewichtig mit der Revision des aus dem Jahr 1976 stammenden Statuts der Ott-Lütolf-Stiftung zu befassen. Jene war notwendig geworden, da der sehr eng gefasste Stiftungszweck kaum mehr erfüllt werden konnte. Dieser hatte vorgesehen, dass «nur Fürsorgeleistungen an die Insassen des Thüringen- und des St. Katharinenhauses auszurichten seien». Neu dürfen nun auch Beiträge zur Anschaffung von Geräten und Möbeln, «welche den Bewohnerinnen und Bewohnern die Bewältigung des Alltags erleichtern und angenehmer gestalten und für Bewohnerausflüge» gesprochen werden.

Im Weiteren wurden im Stiftungsstatut Anpassungen vorgenommen, die neuen rechtlichen Grundlagen oder Anforderungen der kantonalen Stiftungsaufsicht entsprechen; so etwa, dass nicht mehr die bürgerliche Rechnungsprüfungskommission, sondern eine externe Stelle die Rechnungsrevision übernimmt und dass die jährliche Berichterstattung an die Bürgergemeinde entfällt.

Der Sitz der Stiftung kann an einen anderen Ort in der Schweiz verlegt werden; diese Bestimmung wurde mit Blick auf eine allfällige Rechtsnachfolge der Bürgergemeinde aufgenommen. Der Bürgerrat hiess das neugefasste Stiftungsstatut einstimmig gut.

Waffenlauf ohne die Schlucht

Sergio Wyniger teilte er mit, dass man gemeinsam mit den Organisatoren des Jubiläumswaffenlaufs eine Route gefunden habe, die zwar durch das Gebiet der Bürgergemeinde führt, nicht jedoch durch die Verenaschlucht. Daniel Lisibach teilte seitens der CVP-Fraktion mit, dass Roland Kurz als ordentliches Mitglied den Sitz von Ruedi Blöchlinger übernimmt.

Die Bürgergemeinde Solothurn ist auch ein bedeutender Ausbildungsort. Laut Mitteilung ihres Präsidenten Sergio Wyniger haben in Heim, Forst und Verwaltung vier neue Lernende ihre Ausbildung aufgenommen.

Nur wer Bürger war, war dabei

Für einmal hatte der Bürgergemeindepräsident «seinen» Rat ins Museum Blumenstein eingeladen, weil anschliessend an die Sitzung Konservator Erich Weber durch die Wechselausstellung «Ja zur Macht» führte. Diese «… geht der Frage nach, wer auf welche Art in den letzten 366 Jahren die Macht in unserem Kanton ausübte, wie sie teils unter Gewaltandrohung an neue Gesellschaftsgruppen überging und wie sich die Bürger und sehr viel später auch die Bürgerinnen Gehör und Mitsprache verschafften.»

Hier finden sich denn auch die Querverbindungen zur Bürgergemeinde. Wer in den Räten mitbestimmen wollte, musste einer der elf Zünfte angehören, was wiederum das Bürgerrecht voraussetzte – dieses zu erlangen war weder einfach noch billig.

Die Zeit heile auch politische Wunden, ist als ein Fazit zu erfahren. Ob sich das allerdings auch auf «politische Sünden» wie etwa den Schanzenabriss ausdehnen lässt, ist eher fraglich und dann wohl dem Vergessen anzulasten. Deshalb kann die Ausstellung durchaus auch als Mahnung gedeutet werden.