Gusto-Festival
Schweizer Premiere: Argentinische Starköche zu Gast in Solothurn

Im September wird eine kulinarische Brücke von Buenos Aires nach Solothurn gebaut. Im Rahmen des Gusto-Festivals stehen Köche aus Argentinien und einheimische Grössen zusammen an den Herden von vier Restaurants in der Stadt.

Andreas Kaufmann
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Sie stehen hinter dem Festival (v.l.): Ani Ramon Acosto (Casa Vinos Argentinos), Peter Basler (Roter Turm), Andy Zaugg (Alter Stephan), Urban Schiess (Gusto-Gastkoch im Besenval), Tourismusdirektor Jürgen Hofer und Initiant Boris Walker.

Sie stehen hinter dem Festival (v.l.): Ani Ramon Acosto (Casa Vinos Argentinos), Peter Basler (Roter Turm), Andy Zaugg (Alter Stephan), Urban Schiess (Gusto-Gastkoch im Besenval), Tourismusdirektor Jürgen Hofer und Initiant Boris Walker.

Andreas Kaufmann, Solothurner Ze

Solothurn liegt am Atlantik. Zumindest vom 17. bis 20. September dürfte südamerikanischer Charme übers Aareufer schwappen. Dann nämlich wird hier Argentinien zu Gast sein – in Form von Speis und Trank, unterlegt mit einem kulturellen Rahmenprogramm. Am so-genannten «Gusto-Festival» wird Solothurn zum Austragungsort einer Schweizer Premiere – nachdem die erstmalige Durchführung 2014 in Mar del Plata stattfand. In vier Gastbetrieben – dem «Alten Stephan», «Roten Turm», «Salzhaus» und im Palais Besenval – werden argentinische Starköche zusammen mit einheimischen Grössen kochen. Und zwar schlüpft an jedem Tag ein anderes Restaurant in die Gastgeberrolle. Dabei steht das Feinschmeckertum der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires im Zentrum, wie Festivalinitiant Boris Walker ankündigt: «In Buenos Aires strömt alles zusammen: Sowohl die Küche der Einwanderer als auch die Vielfalt der argentinischen Küche vom tropischen Norden bis ins Feuerland und von den Anden bis an die wilden Küsten.» Die kulinarische Handschrift sei edel und gleichwohl rustikal. «Die argentinische Küche bedient sich auch ursprünglicher Elemente wie Feuer, Wasser und Holz.» Dolly Irigoyen als Schirmherrin sowie Diego Gera, Dario Gualtieri und Martin Molteni werden als Starköche anreisen.

Ein kulturelles Rahmenprogramm rundet das Festival ab. Im Stadttheater erfährt man am Sonntag, 20. September, vom Duo «Hohe Stirnen» mit Pedro Lenz und Patrik Neuhaus vom wahren «Schelmenroman» des Emmentalers Peter Wingeier. 1860 verliess er als Uhrmacher fluchtartig die Schweiz und kam bald darauf als Arzt in Argentinien an. Am Samstag, 19. September, findet im Solheure das Seminar «Wein und Literatur Pairing» statt, das sich mit der besonderen Chemie zwischen dem Lesen und dem Weingenuss befasst. Bei einer Degustation werden Buchpassagen argentinischer Autoren gelesen. Von Freitag bis Sonntag finden zudem im Kino Uferbau diverse Aufführungen argentinischer Filme statt. Am Samstag, 19. September, veranstaltet das «Hoch3»-Catering eine Tangoshow mit Livemusik vor dem Hotel Krone.

Ein Format für Solothurn?

Der Brückenschlag zu Buenos Aires kam aufgrund der Freundschaft zwischen den Köchen Boris Walker und Andy Zaugg zustande. Walker selbst veranstaltete 1995 ein Formel-1-Catering in Argentinien – und blieb in und an diesem Land hängen: Dort heiratete er auch, hielt aber engen Kontakt zu seiner Heimat. Mit der Werbe- und Marketingorganisation «coUNDco» aus Zürich hat die Festivalorganisation einen weiteren Partner an Bord geholt, der mit der Kulinarik auch Neuland betritt. Als Partner für die Weine fungiert der Weinvertrieb «Casa de Vinos Argentinos» in Bern.

Die Organisatoren können sich durchaus vorstellen, dass das Gusto-Festival zum Format werden könnte, das auf die Stadt Solothurn zugeschnitten wird. Jürgen Hofer, Direktor Region Solothurn Tourismus, zeigt sich erfreut über das neue (nicht nur) kulinarische Festival: «Solothurn bietet das Ambiente und hat die Leute, die das möglich machen.»

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