HESO-Forum

Schweiz und HESO, zwei Erfolgsmodelle

Gastredner Heinz Karrer, Economiesuisse, referierte am HESO-Forum.

Gastredner Heinz Karrer, Economiesuisse, referierte am HESO-Forum.

200 Gäste liessen sich am HESO-Forum in der Reithalle auf die Herbstmesse Solothurn einstimmen. Gastredner war Heinz Karrer, Präsident des Verbands der Schweizer Unternehmen Economiesuisse und ehemaliger Handballer.

«So früh war die Ausstellerfläche noch nie ausgebucht – auch dank Zusatzeffort des Organisationskomitees», lobte Urs Unterlerchner, Vorsitzender der HESO-Geschäftsleitung am HESO-Forum. Bereits zum 17. Mal nutzten 200 Besucher – Aussteller und Behördenvertreter – die Gelegenheit, sich in der Reithalle der Vorfreude über die Herbstmesse hinzugeben. «Die Messelandschaft ist im Umbruch, kleinere Aussteller verschwinden, grössere kämpfen», so Unterlerchner. In Solothurn bewähre sich ein Team an Laien, während andernorts die Messeprofis grossen Problemen gegenüberstünden. «Wir versuchen, Veränderungen zu antizipieren und zu reagieren.» Gleichzeitig will man an der traditionellen Rolle der HESO als Verkaufs-, Begegnungs- und Infoplattform festhalten. Eins vorweg: Das zur Tradition gewordene Säulirennen wird auch heuer die Herbstmesse bereichern.

Als wiederkehrende Neuerung bietet die HESO in ihrer Sonderschau jeweils eine Plattform für einen Schwerpunkt. Zur diesjährigen 38. Herbstmesse vom 18. bis 27. September übernimmt der kantonale Gewerbeverband (KGV) mit Unterstützung der Solothurner Handelskammer die Federführung. Unter der Devise «Dein Beruf, Dein Erfolg – mit der Berufslehre hoch hinaus» werden Lehrberufe in informativen «Berufsboxen» audiovisuell oder visuell vorgestellt. Wie KGV-Geschäftsführer Andreas Gasche erläuterte, war die hiesige Seilbahn dafür Ideenlieferant: «Wir haben nicht weniger als 60 Berufe gezählt, die nötig waren für den Bau. Ohne die würde heute keine Gondel rauffahren.»

Die Ausstellung mit einer Auswahl dieser 60 Berufe diene dazu, das Image der Berufsbildung, «die keine Sackgasse ist», gegenüber der akademischen Laufbahn aufzuwerten. Für die Ausstellung hat der KGV ein Kostendach von 200 000 Franken veranschlagt. «Zurzeit sind noch fünf der Boxen unbesetzt», sagt Gasche auf Anfrage. Weitere Kosten für die Sonderschau sollen auch durch andere Institutionen wie den Lotteriefonds gedeckt werden. Als Gastregion wird heuer Olten die HESO beehren. Unter dem Motto «überraschend vielfältig» präsentieren Olten Tourismus und Olten Meetings zusammen mit zwölf Partnern die Dreitannenstadt und ihre Umgebung.

Zudem eingeladen wurde die Tiroler Tourismusregion «Wilder Kaiser». Als diesjähriges Unterstützungsprojekt wird die Hauswirtschaftliche Ausbildungsstätte Hohenlinden im Mittelpunkt stehen. Der Arbeitsagoge Stefan Gut präsentierte die unterschiedlichen Bildungswege von der Reinigung über den Hausdienst, bis zur Küche und dem Einsatz in der Kindertagesstätte. Er verwies auch auf die Zielsetzung, die «Hohenlinden»-Absolventinnen in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren.

«Träume mit Ablaufdatum»

Während Unterlerchner über das Erfolgsmodell HESO sinniert hatte, ging der Gastredner aufs Erfolgsmodell Schweiz ein. Heinz Karrer, Präsident des Verbands der Schweizer Unternehmen Economiesuisse und ehemaliger Handballer, erläuterte die Gründe, weswegen die Schweiz im internationalen Vergleich als Wirtschaftsgrösse ganz vorne steht und lieferte visionäre Impulse für die kommenden fünf Jahre.

Er nannte die Stärke des Industriestandorts, eine tiefe Arbeitslosenquote und eine vergleichsweise ausgeglichene Einkommensverteilung, sowie starke Sozialpartnerschaften als Erfolgsindikatoren. Gründe für diesen Zustand seien mitunter in der guten internationalen Vernetzung, im effizienten Umweltschutz, in der Steuerattraktivität und im dualen Bildungssystem zu finden. Um der Schweiz eine Vision – also einen «Traum mit Ablaufdatum» – zu vermitteln, setzte Karrer das Jahr 2020 als Zielpunkt, und Fast-Vollbeschäftigung sowie die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit als Ziele.

Auf diesem Weg seien Unsicherheiten wir die Frankenstärke und die Beständigkeit der Bilateralen zu berücksichtigen. Unter anderem plädierte er für weiterführende Verhandlungen mit der EU und dafür, die Wirtschaft verstärkt zum Thema zu machen und «Licht in diese Blackbox» zu bringen». «Die Zukunft sah früher auch mal besser aus», zitierte Karrer den Komiker Karl Valentin. «Wir wollen aber zeigen, dass er damit unrecht hat.»

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