Das Schulhaus Brühl hat das Glück gefunden – auf den verschiedensten Wegen. Denn noch bis heute läuft im ovalen Schulgebäude, aber auch ausserhalb eine Projektwoche zum Thema Glück. Lehrerin Sonja Köppli Leardini erklärt, wie man auf der Suche nach dem Glück vorgegangen ist, aber auch, wie Glücksgefühle vermittelt wurden: «In dieser Projektwoche konnten sich die Kinder von der 1. Bis zur 6. Klasse in verschiedene ‹Glücks-Ateliers› einschreiben.

So sind beispielsweise die 1.- bis 3.-Klässler in die Stadt gegangen und haben den Leuten Glücksmomente beschert. Die Passanten bekamen Komplimente oder auch einfach je nach Wunsch das schönste Lächeln eines Kindes.» Die 4.- bis 6.-Klässler dagegen hätten im Quartier Glückspost in die Briefkästen geworfen «mit Witzen und aufstellenden Zeichnungen oder haben sich auf die Suche des Glücks gemacht, in dem sie die Solothurner zu ihrem persönlichen Glück interviewt haben.»

«Einige waren sehr irritiert»

Natürlich schlägt sich die Projektwoche auch im Alltag des Schulhauses selbst nieder. So findet jeden Tag am Morgen zum Schulbeginn ein gemeinsames Singen in der Aula statt. Unter Klavierbegleitung werden Glückslieder gesungen. Ungefähr nach dem Motto: «Glücklich, wer den Tag so beginnen kann.»

Danach machen sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg in die insgesamt 18 Ateliers. Möglichkeiten sind beispielsweise Zumba, Yoga, Glücksfänger basteln und anderes mehr. Im Atelier von Rochus Eberle setzt sich eine Gruppe das Ziel, «Glücksnetze» zu konstruieren. Geduldig erklärt der Lehrer seinen Schülerinnen, wie sie mit Schnur und Fingerspitzengefühl ihr Glück machen können.

Viel werde in die Suche nach dem Glück investiert. «Aber man kann nicht immer auf das ganz grosse Glück warten. Es gibt doch so viele kleine Glücksmomente», wird Eberle schon fast zum Philosophen. Mit dem Thema habe man im Brühl ganz bewusst einen Kontrapunkt setzen wollen, «denn es wird tagaus, tagein so vieles fast nur Negatives berichtet.»

Wobei das Vermitteln von Glücksgefühlen oft gar nicht so einfach ist, wie der Lehrer an einem Beispiel aus der Projektwoche aufzeigt: «Einige Schulkinder sind mit dem Bus mitgefahren und haben den Fahrgästen ihre Taschen nachgetragen.» Die Reaktion: Es gab Leute, die das sehr lustig fanden und sich freuten. «Einige waren aber auch sehr irritiert», muss Rochus Eberle einräumen. Eine Projektwoche wie diese – der Kindergarten im Brühl führt übrigens eine eigene durch – werde alle zwei Jahre organisiert, erklärt Eberle, und diese um den Ostermontag verkürzte Woche vor den am Samstag beginnenden Frühlingsferien habe sich dafür geradezu angeboten.

Und wer hats erfunden, die Sache mit dem Glück? Die Antwort des Lehrers fällt recht prosaisch aus. «Das Glück war einmal Thema einer Weiterbildung.» Und so habe man es dann für die Projektwoche aufgenommen.