Gemeinderat Solothurn
Schuldirektorin Irène Schori erhält gute Noten

Der Geschäftsprüfungsausschuss hat das Konzept der Leitung der Solothurner Stadtschulen unter die Lupe genommen. Dieses habe sich bewährt, heisst es.

Wolfgang Wagmann
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Schuldirektorin Irène Schori ist mit Herz und Seele dabei, wenn es um ihre Schule geht – ihre Belastung sei jedoch hoch.

Schuldirektorin Irène Schori ist mit Herz und Seele dabei, wenn es um ihre Schule geht – ihre Belastung sei jedoch hoch.

Hanspeter Bärtschi

Die Schlusssitzung des Gemeinderats 2014 befasste sich schwerpunktmässig mit dem Bericht des Ausschusses für Geschäftsprüfung, der das städtische Konzept der Schulleitung unter die Lupe genommen hatte. Unter dem Vorsitz von Susan von Sury ging man der Frage nach, ob das Schulleitungskonzept von 2007 umgesetzt werde und es noch aktuell sei, ob die Pflichtenhefte von der Schuldirektorin und den Schulleitungen eingehalten würden und wie die Zusammenarbeit zwischen der Schuldirektorin und den Schulleitungen funktioniere.

Die Antworten fielen überwiegend positiv aus. Wie «das Konzept der Schulleitung ist fest etabliert und hat sich bewährt.» Oder: «Die Beziehung zwischen Schuldirektion und Schulleitungen ist gut, das Verhältnis konstruktiv. Die Schulleitungskonferenz erfüllt eine wichtige Koordinationsfunktion.»

Schuldirektorin Irène Schori erledige ihre Kontroll- und Supervisionsarbeit «mit viel Engagement und Umsicht» und sei sich «ihrer grossen Entscheidungskompetenz bewusst». Allerdings seien die Belastungen der Schuldirektorin wie auch der Schulleitungen gross – was sich auch aus der hohen Fluktuation ablesen lasse – seit 2007 habe nur eine Person ihre Schulleitungsfunktion beibehalten, wird im Bericht betont. Eher negativ wird die mangelnde Ausbildung der Schulleitungen durch den Kanton beurteilt, und Kritik gibts auch teilweise zum Zustand der Schulhäuser.

Empfohlen wird, das Schulleitungskonzept punktuell anzupassen, und die Schuldirektorin sei durch Delegation von Aufgaben zu entlasten. Im Bericht scheint auch auf, dass Irène Schori Teilzeitpensen von Lehrkräften eher negativ gegenübersteht. Auch fordert der GPA-Bericht, die Schulleitungskonferenz solle sich «gezielte Massnahmen» überlegen, welche die Anstellung männlicher Lehrpersonen fördern könnte.

Musikschule braucht mehr Platz

Zum Bericht ergänzte Susan von Sury, dass vor allem die Musikschule mehr Raumbedarf habe. In der Ratsdebatte wurde der Raum- und Investitionsbedarf der Schulen angeschnitten oder die externe Schulevaluation wegen des hohen Aufwandes kritisiert. Im Zentrum stand aber mehrfach der Wunsch nach mehr oder genügend Teilzeitpensen für Lehrkräfte, worauf Schuldirektorin Schori erwiderte, dass nur 17 von 177 Lehrkräften ein Vollzeitpensum bestreiten würden und es schwierig sei «überhaupt zu Lehrkräften zu kommen».

Ebenfalls nahm der Gemeinderat die Verwaltungsberichte 2012 und 2013, vorgestellt von GPA-Mitglied Reiner Bernath, zur Kenntnis. Neben Anlass zu Detailkritik gaben die Berichte auch interessante Details wieder – so die hohe Zahl von 105 Feuerwehr-Fehlalarmen bei 175 Einsätzen 2013 oder im Vorjahr bei der Stadtpolizei der Rückgang von Strafanzeigen (von 1589 auf 1453) und bei den Verkehrsunfällen von 81 auf noch 47 Ereignisse.

Stuber wird Oberleutnant

Unter den Personalgeschäften wurde Feuerwehr-Leutnant Niklaus Stuber neu zum Oberleutnant befördert. Der Rat hiess im weiteren die Demissionen von Marianne Urben als Gemeinderätin und GRK-Mitglied sowie von Christof Schauwecker (Grüne) gut. Für sie rücken Heinz Flück (GRK), Melanie Martin (Gemeinderat), Regina Walter (erster Gemeinderatsersatz) und Stefan Buchloh (zweiter Ersatz nach). Petra Ruetsch (GLP) wurde für den weggezogenen Parteikollegen Michael Felber in die Jugendkommission gewählt, zu ersetzen haben die Grünen noch Christof Schauwecker im Ausschuss für Geschäftsprüfung (GPA). Die FDP muss Ersatz suchen für den verstorbenen Lukas Schönholzer, der Ersatzmitglied in der Bau- und in der Beschwerdekommission gewesen war.

Blick zurück im Zorn

Sehr kritisch nahm Stadtpräsident Kurt Fluri die geringe Präsenz des Gemeinderats an der jüngsten Gemeindeversammlung unter die Lupe und auch, dass (linke) Gemeinderäte die dringliche Motion mit 1,5 Mio. Franken Kostenfolge für die Flüchtlingsaufnahme unterstützt hätten. Dies, obwohl sie vorher ein Budget ohne diesen Ausgabeposten beschlossen hatten. Gegen Fluris Vorwurf der mangelnden Loyalität wehrten sich insbesondere Franziska Roth und Matthias Anderegg (SP) vehement.