«Es kommt jeweils eine gewisse Hektik auf», beschreibt Baudirektor Roland Fürst die Atmosphäre im Rötihof, wenn es unmittelbar nebenan wieder geknallt hat. Im Baseltorkreisel steht dann jeweils eine Zugskomposition der Aare Seeland Mobil asm, vorne oder an der Seite in engstem Blechkontakt ein zerbeultes Auto. Meist gehen die Unfälle zwar glimpflich für die Personen am Steuer aus, doch hohe Sachschäden und Betriebsunterbrüche für das Bipperlisi sind die Folge. In Roland Fürsts Amt für Verkehr und Tiefbau AVT wird deshalb bereits an einer doppelspurigen Gleisführung der Bahn auf der Baselstrasse gearbeitet.

«Wir sind in der Vorplanung», bestätigt der Regierungsrat das Vorhaben, das wahrscheinlich 2020 im Rahmen des Agglomerationsprogrammes mit Bundesbeiträgen in Angriff genommen wird. Bei unseren Recherchen zu dieser Planung, die ebenfalls eine verbesserte Sicherheit im Verkehrsablauf bringen soll, sickerte aber noch eine weitergehende Massnahme durch: Fürst favorisiert offenbar eine Sicherung des Kreisels durch elektronisch gesteuerte Barrieren.

«Schnell, effizient, günstig»

«Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, um die Sicherheit im Kreisel schnell, effizient und günstig zu verbessern», meint der Baudirektor vor Ort. Barrieren bei den Zufahrten zum Baselkreisel würden diese Kriterien erfüllen, glaubt Roland Fürst. «Der Teufel steckt zwar im Detail», gibt er zu bedenken, doch wären diese einmal gelöst, könnten die Barrieren noch in diesem Jahr montiert werden. Denn der Entscheidungsprozess sei kurz: Da es sich bei den betroffenen Strassenabschnitten um Kantonsstrassen handle, könne das Baudepartement quasi im Alleingang über solche Massnahmen entscheiden.

Auf den Betrieb der Aare Seeland Mobil haben die Barrieren keinen Einfluss, ausser, dass das Unfallrisiko gegen null sinken würde: «Und die asm hat stets Interesse an jedem Vorschlag gezeigt, der die Betriebssicherheit erhöht.»

Noch nicht äussern kann sich der Baudirektor zu den Kosten einer Barrieren-Lösung, hänge dies doch von der Detailplanung ab, die aber noch diverse Vorabklärungen durch Verkehrsexperten bedinge.

Was geht, was nicht?

Denn im Detail wirds tatsächlich knifflig. Gängige Barrieren-Systeme erlauben nur eine Bahnschranke von einigen Metern Länge, was jedoch bei den breiten Zufahrten zum Baseltorkreisel zumindest bei den Zufahrten vom Hauptbahnhof und von Osten her auf der Baselstrasse zwei Barrieren links und rechts am Strassenrand erfordern würde. Was am Rötistutz auch rechts in die Baselstrasse abbiegende Autos, die bisher bei Rot an der Ampel zirkulieren konnten, zu einem Barrieren-Stopp zwingt.

Anders ist die Ausgangslage für Autos, die vom Soldatendenkmal her in den Kreisel einfahren; Hier könnte man bei der rechten, vor dem Kreisel geöffneten Busspur auf eine Barriere verzichten und nur links auf der Insel in der Strassenmitte eine Schranke montieren. Dies würde Rechtsabbiegern und Geradeausfahrenden wie bisher trotz Bipperlisi-Passage des Kreisels freie Fahrt erlauben. Eine Barriere müsste dagegen stadtauswärts auf der Inneren Baseltorstrasse sein, um allen, die Richtung Feldbrunnen oder nach links fahren wollen, einen Crash zu ersparen.

Verworfen wurde übrigens eine andere Variante: Poller sind teurer, störungsanfälliger und behindern den Verkehr für längere Zeit, wenn ein Autofahrer ihn «ausgefahren» rammt...

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