Kurz nach Mittag zeigte die Temperaturanzeige in der Solothurner Badi 22 Grad an – ein Grad mehr als die Aare. Diese eher kühleren Bedingungen waren für die Kurzentschlossenen abschreckend. Mit zirka 180 war die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer denn auch kleiner als im letzten Rekordjahr. «Dieses Mal gab es deutlich weniger Badigäste, die im letzten Jahr für mehr Spontananmeldungen sorgten», erklärt OK-Präsident Stefan Ryser.

Für Debütantin Francine Bernhard mit der Startnummer 1 war es kein Spontanentschluss. Die Genferin hatte sich mit zwei Bekannten vor drei Wochen angemeldet. Tanja Feusi, die passenderweise die 2 trug, war zum zweiten Mal dabei: «Dieses Jahr scheint mir der Anlass professioneller organisiert», meinte sie. Das erkenne sie an den Beschriftungen mit dem Logo, den einheitlichen T-Shirts des Helferteams sowie am optischen Auftritt der Instruktoren und Sicherheitsleute am und im Wasser.

Nach dem ersten Countdown drückten die vier Instruktoren auf dem Aaresteg bei einem Fehlstart beide Augen zu, um die Schwimmerinnen und Schwimmer gemütlich dahinziehen zu lassen. Weniger gemütlich war es dann beim Race Lauf eine Stunde später. Basil Scheuermeyer, der Gewinner der letzten beiden Jahre, fand sich mit seinen Teamfreunden vom Schwimmverein Swim Regio Solothurn unter den Teilnehmenden. «Wir hoffen das Beste», war sein salopper Kommentar vor dem Sprung in die Aare. Sein Trainingspartner Louis Flury konnte dieses Jahr das Rennen knapp für sich entscheiden. «Der erste Platz bleibt im Verein. Deshalb ist es halb so schlimm», sagte Scheuermeyer nach dem Rennen.

Der Plausch ist am wichtigsten

Dieses Jahr zum zweiten Mal am Start waren die Stand up Paddler. Zehn Boards waren vor Rennbeginn in der Aare. Unter ihnen die Solothurnerin Janine Amachen. Sie war am Morgen in Grenchen in der Aare am Paddeln, als sie sich spontan für eine Teilnahme entschied. «Ich weiss nicht, wie viel Sinn es macht, bereits mit schweren Armen zu starten. Aber es geht ja um den Plausch.» Der Plausch war für Beatrice Maurer und Jeannette Meier ebenfalls im Vordergrund.

Die beiden Frauen waren jahrelang Schwimmerinnen an den Volksläufen, bis sie sich entschieden, dieses Mal in einer etwas anderen Formation zu starten. «Letztes Jahr war vor uns eine Plauschgruppe unterwegs, die herumalberte und viel lachte. Wir wollten das unbedingt auch erleben», erzählten sie. Mit Blumenhalsketten geschmückt stiegen sie und andere Plauschgruppen auf türkisfarbenen Papageien, pinken Flamingos und auf anderen schrägen Vögeln ins Wasser. Gefährliche Piraten, Mario und Luigi mit ihren Rennkarts sowie Frauen in Schlafgewändern folgten ihnen. «Das ist spannender als nur das direkte Runterschwimmen», meinten die Gruppen.