Informationsanlass

Schon Achtjährige lernen Leben zu retten

Retten oder gerettet werden: Geübt wird der Sprung aus grosser Höhe ins kühle Nass.

Retten oder gerettet werden: Geübt wird der Sprung aus grosser Höhe ins kühle Nass.

Der launische Sommer hat auch den hiesigen Lebensrettern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Informationsanlass fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

«Wir nehmen es mit Humor», sagt Rosemarie Gasser. In der Badi regnet es wie aus Kübeln. Am Rand des Sportbassins stehen verlassene Tauchgeräte, und im Wasser zieht ein einsamer Schwimmer seine Bahn. Ein paar Aktive der Sektion Solothurn der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) stehen unter einem blauen Zeltdach beim Badieingang. Eigentlich wollen sie den Badegästen erzählen, wie wichtig es ist, am und im Wasser auf zuverlässige Helfer zählen zu können, wenn es um Leben und Tod geht oder wenn die Sicherheit gewährleistet werden muss.

Doch nur eine Handvoll Interessierte wollten im Laufe des Tages mehr wissen über die Solothurner Sektion des bald hundertjährigen schweizerischen Dachverbandes, der zur Zeit 25 Aktivmitglieder und 80 zahlende Mitglieder angehören. «Wir suchen neue Mitglieder, die motiviert sind, sich ausbilden zu lassen, in der Tauch- oder Jugendgruppe mitzuarbeiten oder an Wettkämpfen teilzunehmen», sagt Rosemarie Gasser, die für die Jugend- und Wettkampfgruppe zuständig ist und sich auch als Kursleiterin engagiert. «Es gibt immer noch Leute, die nicht wissen, was die SLRG ist», bedauert sie. Dabei sei es wichtig, dass man «nicht erst reagiert, wenn es zu spät ist».

Schnuppern schon ab 4 Jahren

Wer sich beim SLRG zur Lebensretterin oder zum Lebensretter ausbilden lassen will, muss Freude am Wasser und am Schwimmen haben, mindestens acht Jahre alt und im Besitz des Schwimmabzeichens «Eisbär» sein. «Wir müssen bei den Kindern ansetzen und bieten deshalb auch Schnupperkurse an», betont die vor Energie sprühende Frau, die nichts weniger will, als den etwas eingeschlafenen Verein zu neuem Leben zu erwecken. Das neueste Pilotprojekt ist ambitiös. «Wir planen Kurse für Vierjährige, ähnlich einer Spielgruppe, wo man etwas spielerisch lernen kann», sagt Rosemarie Gasser und freut sich über die positiven Rückmeldungen, die sie von Eltern erhält. Eines ist jedoch klar: «Wir bieten keinen Schwimmkurs an, das Schwimmen müssen die Kinder anderswo lernen.» Dranbleiben und in die Zukunft schauen, das ist auch das Ziel von Vereinspräsident Hansjörg Burkard.

Als Wasserretter gefragt ist die SLRG auch, wenn es um die Sicherheit geht. Ohne sie wäre etwa das Aareschwimmen nicht denkbar. Aber auch andere Veranstalter, die am und auf dem Wasser agieren, greifen dankbar auf den Verein zurück, der den Gruppenzusammenhalt unter seinen Aktiven lobt und alles tut, um Leben zu retten. Allerdings mit einer Einschränkung: «Wir retten nicht um jeden Preis. An oberster Stelle steht der Selbstschutz unserer Mitglieder», so Rosemarie Gasser.

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