Wer einen Solothurner Stammtisch in Schwung bringen will, muss nur auf den Neubau des Bürgerspitals zu sprechen kommen. Fast jeder hat eine Meinung dazu. Noch dauert es zwar gut drei Jahre, bis im 320 Millionen Franken teuren Komplex in der Stadt Solothurn erstmals Patienten behandelt werden. Und noch erfordert es einiges an Vorstellungsvermögen, um sich in die Räumlichkeiten der Klinik hineinzudenken.

Doch schon jetzt könnte man meinen, der Bau sei an allen Ecken und Enden aus den Fugen geraten. Wobei ja eigentlich noch kaum etwas verfugt ist und den Bodenlegern noch viel Arbeit bevorsteht. Arbeit mit politischem Sprengstoff, wenn man so will. Denn just der Parkettboden, der auf 9500 Quadratmetern verlegt werden soll, sorgt für Kontroversen.

Bekommt das Spital da etwa den «Goldstandard» oder ist Parkett heute Usus? Diese Frage stellte die grüne Kantonsrätin Doris Häfliger. In einem Vorstoss wollte sie vom Regierungsrat ausserdem wissen, was der Belag kostet, ob dieser genug widerstandsfähig ist und vor allem: Wie sich der Parkettboden auf die Genesung der Patienten auswirkt.

Die nun veröffentlichten Antworten der Regierung sind erhellend. Kritiker dürfte vor allem beruhigen, dass der Parkettboden im Verhältnis kaum teurer werden wird als der fugenlose Polyurethan-Bodenbelag, der auf einer Fläche von 25'500 Quadratmetern verlegt wird. Gemäss Richtofferten wird sich der Quadratmeterpreis auf rund 120 Franken belaufen. Der Regierungsrat seinerseits hofft, dass zahlreiche Baufirmen an der öffentlichen Ausschreibung für den Parkettboden teilnehmen und so ein guter Preis herausspringt.

Interessanter sind ohnehin die Umstände, die dazu geführt haben, dass im Spital überhaupt Parkett verlegt wird. Die Wahl sei «aufgrund einer sorgfältigen und aufwendigen Bedarfsanalyse» auf zweischichtigen Riemen-Eichenparkett gefallen. Das Labor Swissatest kam zum Schluss, dass Spitalkeime nicht gern auf diesem Boden leben und verlieh ein «hygienisches Unbedenklichkeitszertifikat».

Entscheidend scheint letztlich jedoch etwas anderes: Der Boden hat einen kleinen aber wichtigen Einfluss auf die Geborgenheit in den Zimmern, so die Regierung weiter. «Dass diese Wohnlichkeit mit einem natürlichen Material wie Holz besser erfüllt werden kann als mit einem sterilen Kunststoffbelag, erklärt sich von selbst.» Im Übrigen sei das Wohlbefinden der Patienten stets zentral – erst recht «in einem wirtschaftlichen Umfeld mit freier Spitalwahl». Schöne neue Zeiten.