Bürgergemeinde Solothurn
Schlechte Holzpreise bescheren dem Forstbetrieb rote Zahlen

Angesichts roter Zahlen steht die Zukunft des Forstbetriebs in den Sternen. Da ist zum einen der Holzpreis, der immer wieder einbrach. Zum anderen musste aber festgestellt werden, dass Leistungen zu günstig abgegeben werden.

Mark A. Herzig
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Skeptischer Blick in die Zukunft: Forstmeister Ruedi Iseli und Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger.

Skeptischer Blick in die Zukunft: Forstmeister Ruedi Iseli und Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger.

Oliver Menge

Der Bürgerrat der Stadt Solothurn nahm die Rechnung 2011 entgegen, die zwar um fast 510000 Franken besser abschliesst als budgetiert, aber immer noch einen Fehlbetrag von 97000 Franken ausweist. Michael Sattler, der Präsident der Forstkommission, legte fürs Erste einen mündlichen Zwischenbericht betreffend die strukturelle Untersuchung des Forstbetriebes ab. Dessen Rechnungsergebnisse haben in den letzten Jahren nie wirklich zu befriedigen vermocht, wenn sie häufig auch plausibel zu erklären waren.

Leistungen zu günstig

Da ist zum einen der Holzpreis, der immer wieder einbrach. Zum anderen musste aber im Quervergleich zu benachbarten Betrieben festgestellt werden, dass die Bürgergemeinde respektive der Forstbetrieb viele Leistungen für die Allgemeinheit zu günstig abgibt. Das muss als erster Schritt sofort zusammen mit der allgemeinen betriebswirtschaftlichen Analyse angegangen werden.

Als weitere Schritte müssten allenfalls Überlegungen angestellt werden, ob man mit einem der umliegenden Betriebe fusionieren oder gar ganz auf einen Forstbetrieb verzichten wolle. Forstbetriebsleiter Ruedi Iseli ergänzte mit einigen Details zu den Holzpreisen (auch gleich zuhanden der Rechnung) – wies aber insbesondere darauf hin, dass, wenn zwei kranke Betriebe zusammengehen, nicht automatisch ein gesunder daraus entsteht.

Der Bürgerrat nahm nach etlichen Fragen den Bericht entgegen und erwartet demnächst dessen schriftliche Fassung, sodass nach der Sommerpause darauf eingetreten werden kann.

Das Heim und die Liegenschaften

Finanzverwalter Claude Tschanz erläuterte, dass die positive Differenz gegenüber dem Budget schwergewichtig auf die guten Ergebnisse der Liegenschaftsrechnungen (plus 15555 Franken) sowie eine tiefere Einkaufssumme in die Reserven bei der Pensionskasse betreffend Vorsorge auf die steigende Lebenserwartung (plus 70 000 Franken) zurückzuführen sei. Eine ganz massgebliche Rolle spielt die ausserordentlich positive Abweichung der Betriebsrechnung Alters- und Pflegeheim mit einem Defizit von rund 30000 Franken gegenüber den budgetierten 400000 Franken.

Peter Aegerter, Leiter des Altersheimes mit den Häusern St. Katharinen und Thüringenhaus, erläuterte das Zustandekommen dieser herausragenden Verbesserung in einem an sich schwierigen Umfeld: «Die neue Pflegefinanzierung hat sich als günstig erwiesen und die neue Einkaufspolitik Wirkung gezeigt.» Dazu seien die Zahlen bei Schwerpflegefällen massiv gestiegen, und das bei vollem Haus. Aber ohne das Mitwirken des Personals wäre dieser Abschluss nie möglich gewesen. Der Bürgerrat überwies alle Teilrechnungen einstimmig an die Bürgerversammlung und bat die Bereichsleiter, den Dank und die Anerkennung des Bürrgerrates an alle Mitarbeitenden weiterzugeben.

In einem Sondertraktandum genehmigte der Bürgerrat Flächenkorrekturen, die Parzellierungen und Dienstbarkeiten betreffend zwei Liegenschaften in Gänsbrunnen. Diese waren durch eine Neuvermessung notwendig geworden.

Ferner legte er die Traktanden für die Bürgerversammlung vom 25. Juni fest und verabschiedete zu deren Händen fünf Bürgerrechtsgesuche für insgesamt neun Personen. Nämlich für Zana Muhamad mit der Ehefrau Entesar sowie den Kindern Lawand, Shen und Shnyar; Fatbarla Redžepi; Liridon Redžepi; Mario Silvestre und Burak Ülger.

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