Spitex Solothurn
Schlechte Bilanz: Ein schwieriges Jahr für die Spitex

Der Verein zieht an der Generalversammlung Bilanz. Das Minus von 182 000 Franken kann mit Reserven ausgeglichen werden.

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«Kaum hatte das Jahr begonnen, mussten wir uns von vielen Klienten und Klientinnen trennen, die über lange Zeit intensiv betreut wurden», berichtet Präsidentin Barbara Probst (Symbolbild)

«Kaum hatte das Jahr begonnen, mussten wir uns von vielen Klienten und Klientinnen trennen, die über lange Zeit intensiv betreut wurden», berichtet Präsidentin Barbara Probst (Symbolbild)

Chris Iseli/ AZ

Der Betrieb einer Spitex-Organisation wird von vielen Gegebenheiten bestimmt, die sich weder gross beeinflussen noch einigermassen exakt voraussehen lassen. Dies wurde an der Generalversammlung des Spitex-Vereins Solothurn schnell klar.

Präsidentin Barbara Probst Bernath berichtete: «Kaum hatte das Jahr begonnen, mussten wir uns von vielen Klienten und Klientinnen trennen, die über lange Zeit intensiv betreut wurden; sie sind ins Pflegeheim übergetreten oder verstorben.»

Licht und Schatten

Zuerst habe man die schwache Auftragslage durch Kompensation von Überzeit aus dem arbeitsintensiven 2013 aufgefangen, dann aber hätten Minusstunden in Kauf genommen werden müssen, was teils Unbehagen oder gar Angst ausgelöst habe, erklärte die Präsidentin weiter.

Inzwischen habe sich die Nachfrage auf dem Niveau von 2012 eingependelt und der Personalbestand konnte durch Pensionierungen und Stellenwechsel angepasst werden.

Barbara Probst wusste aber auch Positives zu berichten: Aus der ehemaligen Spitex Riedholz ging eine Spende von 83 000 Franken ein. Als Zweckbestimmung wurde der Kauf eines vierradgetriebenen Autos vorgegeben, mit dem auch im Winter Klienten in Niederwil sicher erreicht werden können.

Der Rest sei auf das Konto «Geschenkte Zeit» zu verbuchen. Ein weiteres Auto wurde von 22 Firmen aus der Region gespendet.

Markante Veränderungen

Einen eindrücklichen Wandel bei der Klientel bestätigte Betriebsleiterin Kathrin Lanz: «Viele Menschen pflegen wir noch immer über Wochen oder Monate, doch steigt die Anzahl derjenigen, welche unsere Dienstleistungen nur zwei bis fünf Tage benötigen. Dies sind vorab Klienten, die eine Nachsorge nach einem Spitalaufenthalt benötigen. Selbstredend kommen diese Aufträge sehr kurzfristig.»

Die Zusammenarbeit mit den Spitex Langendorf-Oberdorf und Zuchwil intensiviert sich weiter, so wurde der zunehmend genutzte 24-Stunden-Notrufdienst auf diese Gemeinden ausgedehnt. Sorgen bereiten leider immer wieder Softwareprobleme.

Eindrückliche Zahlen

Die Spitex Solothurn verzeichnete im vergangenen Jahr 467 Klientinnen und Klienten, von denen pro Tag durchschnittlich 142 besucht wurden. Die 60 Mitarbeitenden fuhren dazu im Berichtsjahr gegen 129 000 km. Im Weiteren wurden 3715 Kilo Wäsche verarbeitet.

Die Mahlzeitenfahrerinnen und -fahrer überbrachten 23 149 warme Mahlzeiten an 182 Klienten. Ernst Hagmann berichtete: Die Anzahl ausgelieferter Mahlzeiten sank im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent, lag aber im Zehnjahresmittel.

Das wurde durch die Ausweitung des Rayons auf den unteren Leberberg und Derendingen erreicht. In der Stadt Solothurn ging die Anzahl gelieferter Mahlzeiten seit 2005 um fast 34 Prozent zurück. Die Gründe dafür ortet Hagmann zum Teil bei weiteren Organisationen und darin, dass der Mahlzeitendienst vermehrt für kurze Zeit in Anspruch genommen wird.

Wenig erfreulich das Resultat der Betriebsrechnung: Bei einem Betriebsaufwand von rund vier Mio. Franken resultierte nach Berücksichtigung des budgetierten Beitrags der Einwohnergemeinde Solothurn von 880 000 Franken und desjenigen der Drittgemeinden von 123 000 Franken ein Aufwandüberschuss von 182 000 Franken.

Er soll aus den Reserven ausgeglichen werden. Erfreulicher die Rechnung des Vereins, der 1231 Mitglieder zählt. Hier resultierte bei einem Aufwand von 25 000 Franken ein Überschuss von 26 000 Franken.

Die Versammlung hiess alle Berichte und Rechnungen gut und wählte als Ersatz für Ursula Steiner den Riedholzer Pflegefachmann und Gemeinderat Beat Graf als Vertreter der Gemeinden Riedholz, Flumenthal und Hubersdorf in den Vorstand. Zum guten Schluss erfreute Renée Bellafante die zahlreichen Anwesenden mit heiter-besinnlichen Kurzgeschichten.