Solothurn
Schlecht sichtbare Leitungen über den Gleisen werden Vögeln zum Verhängnis

Die Fahrleitungen der SBB bringen zuweilen auch Schwäne im Anflug zu Fall. So geschehen in der vergangenen Woche bei der Bahnbrücke in Solothurn, als ein Schwan die kaum sichtbaren Leitungen hoch über der Bahnbrücke touchierte.

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Für einige – vor allem grosse und wenig manövrierfähige Vögel – werden diese Fahrleitungen zum Verhängnis.

Für einige – vor allem grosse und wenig manövrierfähige Vögel – werden diese Fahrleitungen zum Verhängnis.

Wolfgang Wagmann

Nicht schlecht erschraken zwei Fischer am vergangenen Freitagabend, als sie um 18.30 Uhr bei der Eisenbahnbrücke den Tag Revue passieren liessen: «Zuerst gabs einen lauten Knall, dann krachte ein Schwan auf die Brücke.

Wir hörten ihn noch einige Male mit den Flügeln schlagen, dann war es still.» Der grosse Vogel habe offensichtlich die hohen, kaum sichtbaren Leitungen, die sich bis 3,5 Meter über der Brücke angebracht sind, touchiert. In der Folge benachrichtigten die Fischer die Polizei. Der städtisch beauftrage Wildhüter barg schliesslich den toten Schwan auf der SBB-Brücke.

Storchenpopulation nicht gefährdet

Dass die Eisenbahnbrücke auf der «An- und Abflugschneise» der Schwäne liegt, bestätigt Wildbiologe Mark Struch vom kantonalen Amt für Wald, Jagd und Fischerei. «Auf dieser Anflugroute sind mehrfach Schwäne kollidiert.

Die trägen Vögel können auf Sichtdistanz dann oft nicht ausweichen», was vor allem unerfahrene Jungvögel betreffe. Die Gefahr geht dabei nicht einmal von den 15 000 Volt an Fahrleitungsspannung aus, sondern: «Die Tiere werden oft durch die Kollision mit den Drähten selbst verletzt», so Struch. Dabei könne es passieren, dass es einem Schwan die Flügel zerfetzt.

Je nach örtlicher Verbreitung seien oft auch Reiher, Störche oder Eulen von diesem Problem betroffen. Eine direkte Gefährdung der Solothurner Schwanenpopulation sieht Struch indes nicht.

Doch das Problem liegt vor, nicht nur hier und nicht nur für Schwäne: «Für die Tierwelt sind die Verkehrswege und die Verschneidung der Landschaft oft problematisch», bestätigt Thomas Briner, Leiter des Naturmuseums.

Er hält fest: «Der Durchgängigkeit der Landschaft für die Fauna muss man Rechnung tragen», beispielsweise durch Wildübergänge oder Krötentunnel. Auf städtischem Boden ist die Polizei oft auch mit Schwänen konfrontiert, die sich auf die Rötibrücke verirrt haben.

«Wir versuchen dann, diese wieder zurück ins Wasser zu scheuchen», so Walter Lüdi, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei. (ww/ak)