Die Solothurner Wirte und Gewerbetreibenden lassen es sich auch heuer nicht nehmen und heissen die Fasnacht 2018 rund um willkommen. Zahlreich schmückten sie in den letzten Tagen ihre Schaufenster mit allerlei närrischer Staffage. Die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft Solothurn (UNO) hat sich in der Stadt umgesehen und über 70 Auszeichnungen vergeben. Was wäre die Solothurner Fasnacht ohne all die Läden und Restaurants, die mit viel Aufwand ihre Schaufenster und Gaststuben dekorieren?

Um diesen Aufwand zu würdigen, traf sich der UNO-Vorstand traditionsgemäss am Samstag in der Vorstadt. Damit die unzähligen Schaufenster und Restaurants auch alle begutachtet werden konnten, hatte UNO-Schryberin Sarah Etter ein ambitiöses Programm zusammengestellt. Unter der Führung von Ober-Ober André Suntinger machten sich die sechs Jury-Mitglieder auf den langen Weg durch die städtischen Gassen – am Ende sollte der Rundgang 16 Stunden dauern.

Tintenfisch und Alpen

Bereits die Vorstadt bot viele Hingucker und erfreute die Juroren. Zahlreich waren die begehrten Auszeichnungen, welche die UNO verleihen konnte. Neben anderen erhielten das Restaurant zum Chregu für seinen Tintenfisch, das Härdöpfu-Huus für das Alpenpanorama und das Volkshaus für die fasnächtliche Stimmung von der Jury den Kleber «schön, bravo, UNO» sowie die Auszeichnung in Form eines Bildes.

Nach der Aare-Überquerung machte einmal mehr die Stampfli Optik besonders Freude. Dabei konnte der UNO Vorstand erfahren, dass Inhaber Markus Stampfli heuer ein grosses Jubiläum feiert: drei mal elf Jahre dekoriert er bereits sein Schaufenster – und seit 33 Jahren ist er dafür ununterbrochen prämiert worden. Wahrhaft ein Geschäft mit närrischer Tradition. Das gilt etwas weiter oben in der Altstadt auch für die Kaffeehalle. Im grossen Fenster prangen rund um Solothurn alle Mitglieder der UNO. Eine gelungene Umsetzung des diesjährigen Mottos. Schliesslich vermochte auch die Taverna Amphorea zu überzeugen. Liebevoll und bis ins Detail lädt die Dekoration zum Verweilen ein.

Beizen-Hochburgen im Umbruch

Nachmittags standen weitere Beizen auf dem Programm. Eine der ganz grossen Hochburgen ist der Chlämmerli-Egge beim Söitöri. Jeder echte Narr findet in dieser Bar sein Konterfei bunt dekoriert aufgehängt. Zum 15. Mal sorgen die Chlämmerli-Wyber für eine ausgelassene Stimmung. Leider müssen sie den alten Standort nach der Fasnacht verlassen. Im nächsten Jahr soll es aber anderswo weitergehen – Angebote seienwillkommen.

Mit grossem Bedauern musste die Jury vernehmen, dass das Restaurant Flora in seiner heutigen Form die letzte Fasnacht bestreitet, die Wirtin geht in Pension. Eine Nachfolgelösung ist aber gefunden. Die Dekoration ist grossartig umgesetzt. Mit viel Liebe finden sich Solothurner Persönlichkeiten rund um die Gaststube an die Wände gezeichnet. Verantwortlich für das Kunstwerk ist einmal mehr Doris Kummer, die auch die Restaurants zum Alten Stephan und Mediterrane Leckereien verziert hat.

Zu erwähnen sind schliesslich noch die Ambassador Apotheke, der Nyffeler Beck und der «Chuchilade». Insgesamt verteilte der UNO-Vorstand 71 Kleber und 43 Bilder in der ganzen Stadt.

Beim weiteren Rundgang durch die Altstadt wurde indes ersichtlich, dass noch nicht alle Beizen und Läden mit ihrer Dekoration fertig waren. Und ein paar verlorene Luftschlangen machen halt noch keine Fasnachtsdekoration aus. Bis zur Chesslete am Donnerstag bleibt also noch einiges zu tun. So in der «Couronne», die unten noch eine Flughafen-Fasnacht inszenieren will.

Fasnacht gefeiert werden soll natürlich auch in den Ad-Interim-Lokalen der Honolulu-Bar, im Suteria-Keller, in der Eselbar und bei den «Vorstadt-Wybern» im verwaisten «Biondo». Bis jetzt ein Gerücht geblieben ist das Gerücht, dass doch noch jemand eine Bar im seit zwei Wochen leer stehenden «Ex Libris» einrichte. Die arbeitslosen «Garagisten» von «P.rost» sind es jedenfalls nicht: Sie hatten sich wochenlang vergeblich um die Location bemüht, weil ein neuer Mieter bereits zur Übernahme bereit stehe... (fm/ww)