Solothurn
Sauser-Areal: Umbauen statt abreissen ist jetzt die Devise

Weichenstellung beim Öufi-Areal: Da keine Investoren für den Dienstleistungsbereich gefunden werden konnten, werden die beiden ostseitigen Gebäude umgebaut statt abgerissen. Migros ist als Mieter weiter dabei.

Andreas Kaufmann
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Das Sauser-Areal an der Bielstrasse 80

Das Sauser-Areal an der Bielstrasse 80

Andreas Kaufmann

In die Bauprojekte auf dem Sauser-Areal beim Jumbo-Kreisel scheint Bewegung zu kommen. Dort nämlich, an der Bielstrasse 80 gleich neben der Öufi-Brauerei sollen Migros und Denner neue Filialen eröffnen. Weitere potenzielle Fremdmieter aus den Bereichen Dienstleistung, Fitness, Schulen und Gesundheitspraxen sollen den Mix abrunden, so die Absicht der Bauherrin Sasolim AG.

Nun geht aus dem jüngsten Baugesuch hervor, dass zwischenzeitlich einige Weichenstellungen nötig waren: «Bis zum heutigen Zeitpunkt konnte leider noch kein Investor definitiv gefunden werden», liest man dort. Ein solcher wäre aufgrund des Investitionsvolumens nötig gewesen, um die ostseitigen Bauten, also das grüne Bürohaus und das nördlich gelegene Gebäude mit Sägezahndach, sowie den Zwischentrakt zur Brauerei hin gänzlich durch Neubauten zu ersetzen.

Planen ohne weiteren Investor

Als einen Grund für die Planänderung nennt die Bauherrschaft, «dass zurzeit der Markt für Mieter von Dienstleistungsflächen, die in den oberen Geschossen vorgesehen sind, nicht vorhanden» sei. Bis auf das Zwischengebäude und den nördlichsten Teil des «Sägezahn-Trakts» – dort also, wo die Verkehrsanbindung zwischen Fabrik- und Gibelinstrasse geplant ist – bleiben die ursprünglich für den Abriss vorgesehenen Gebäudeteile bestehen und werden für die neue Mieterschaft umgebaut. «Dieses weitaus weniger kostenintensive Projekt können wir selber stemmen – und wir brauchen dafür keinen Investor», versichert dazu Raoul Stampfli von der Sasolim AG. Eine Folge dieser Kursanpassung: Es steht den Mietern weniger Fläche zur Verfügung. Die Verkaufsfläche von Migros und Denner reduziert sich von 1400 auf 1070 Quadratmeter.

«Die Migros Aare glaubt an den Standort»

Für den orangen Riesen ist die neue Ausgangslage kein Problem. «Die Migros Aare glaubt an den Standort», so das Bekenntnis von Andrea Bauer von der Unternehmenskommunikation Migros Aare. Die Flächen seien angepasst worden, am Angebot werde sich hingegen nichts ändern. Zudem wurde bereits ein angesetzter Eröffnungstermin kommuniziert. «Die Eröffnung soll im 2020 erfolgen», so Bauer weiter. Denner seinerseits informiert, derzeit nicht abschätzen zu können, wie sich diese veränderte Ausgangslage auf den geplanten Standort auswirke.

Aus der «Not», keinen Investor gefunden zu haben, erwachsen laut Stampfli auch einige «Tugenden» für das Bauprojekt – vor allem zugunsten der Anwohnerschaft: «Weil das Vorhaben viel kleiner dimensioniert ist als ursprünglich geplant, wird auch das Verkehrsaufkommen weit unter den 1500 täglichen Fahrten bleiben, die eine verkehrsintensive Nutzung definieren.»

Man hofft auf den Goodwill eines Einsprechers

Insbesondere hoffe man durch ständigen Austausch und durch die neue Ausgangslage auch auf den Goodwill eines Einsprechers, der die Überbauungspläne im vergangenen Sommer unter anderem wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens blockiert hatte: Hans Andreas Bühlmann. Bereits 2017 stand die Sasolim AG mit ihm in Kontakt und nahm daraufhin einige Anpassungen vor. Nun zeigt sich die Bauherrschaft erst recht zuversichtlich, dass die grössten Hürden für den Einkaufscluster beim Jumbo-Kreisel aus dem Weg geräumt sind.

Keine Altlastensanierung nötig

Zusammen mit den Neubauten wäre auch eine Tiefgarage geplant gewesen. Stattdessen wird es lediglich die Parkfelder südlich der Brauerei geben, sowie – über eine Rampe zugänglich – Parkplätze im ersten Obergeschoss der östlichen Bauten. Da damit auch der Aushub für die Tiefgarage entfällt, muss auf dem industriell belasteten Grundstück keine Altlastensanierung vorgenommen werden.

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