Nicht nur terminlich, sondern auch finanziell konnte der Umbau des Stadttheaters mit einer Punktlandung abgeschlossen werden: Der Kredit von exakt 19,94 Mio Franken konnte nämlich um 72'660 Franken unterschritten werden.

Keine Selbstverständlichkeit angesichts der vielen Hürden, die bei der Sanierung des alten Gebäudes entstanden waren. «Es ist eine Leistung des gesamten Teams, das am Projekt mitgewirkt hat», verteilt Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, die Lorbeeren für das gelungene Endresultat.

Denn näher besehen, fällt dieses für die Stadt noch besser aus: Dank zusätzlichen Beiträgen auch der Denkmalpflege und durch die Kreditunterschreitung bleibt die Nettobelastung mit 13,845 Mio. Franken 595 '000 Franken tiefer als zuerst angenommen.

«Einen Beitrag von 31'000 Franken erhielten wir dabei aus dem Bundesprogramm für Energieeinsparungen bei Umbauten», so Lenggenhager.

Folgenreiche Entdeckung

So, wie sich das Stadttheater bei der Eröffnung im Januar 2015 präsentierte, war es keineswegs geplant gewesen. 2012, kurz vor dem Baubeginn, entdeckte die kantonale Denkmalpflege plötzlich barocke Malereien auf den Holzbrüstungen der Empore, was die gesamte Planung über den Haufen warf.

So sahen die Barockmalereien vor der Restaurierung aus

So sahen die Barockmalereien vor der Restaurierung aus

Der Rückbau des Theatersaals mit einer stützenfreien Stahlkonstruktion wurde zugunsten der ursprünglichen Holzkonstruktion aufgegeben und die Malereien aus den Jahren 1778/79 fachgerecht restauriert. Zudem wurde das Stadttheater unter Schutz gestellt.

Die daraus resultierenden Mehrkosten werden in der Bauabrechnung auf gut 740'000 Franken beziffert, wobei der Beitrag der Denkmalpflege von 491'000 Franken diesen Mehraufwand keineswegs kompensieren konnte.

Doch ohnehin sei es «sehr schwierig» gewesen, die im Saal anfallenden Kosten eindeutig dem zusätzlichen Aufwand nach der Planänderung zuzuordnen, muss Andrea Lenggenhager denn auch einräumen. Doch für die Stadt steht fest: Mit den Malereien habe man einen «einzigartigen Theatersaal von schweizweiter Ausstrahlung» erhalten. Inzwischen ist das Solothurner Stadttheater auch bei «Perspectiv», einem Zusammenschluss der schönsten Barocktheater Europas, mit dabei.

Notwendige Reserven

Ebenfalls Sorgenfalten bei Andrea Lenggenhager und ihrem Team gabs durch die so nicht erwartete, schlechte Bausubstanz des Krieghauses und im Administrationsbau. Auch die Brandschutzmassnahmen waren aufwendiger als angenommen – was zusammen für Mehrkosten von rund 1,2 Mio. Franken gesorgt hatte.

Aus energetischen Überlegungen, aber auch aus Spargründen hatte man auf eine Kühlung des Saals verzichtet – auf Antrag der Theaterdirektion und des Stadtbauamts wurde dann doch eine Anlage eingebaut.

Dafür verzichtete man auf den vorgesehenen Ersatz der Scheinwerfer, doch auf Wunsch des Theaters immerhin diejenigen an der Galerie durch «Moving Light» zur Bühnenbeleuchtung ersetzt.

«Dadurch wird die Hitzeentwicklung massiv reduziert und die einzelnen Beleuchtungselemente sind viel kleiner, decken also die historische Brüstung deutlich weniger ab», sieht Andrea Lenggenhager die Vorteile dieser Investition.

Diese zwei Posten schlugen mit zusätzlichen 290'000 Franken zu Buche. Damit hatten sich all diese Mehraufwendungen und -leistungen auf immerhin gut 2,2 Mio. Franken zusammengeläppert.

Sie konnten jedoch durch zwei «Kässeli» aufgefangen werden: 1,219 Mio. Franken fanden sich im Topf «Reserveposition für Unvorhergesehenes», auf den man zurückgreifen konnte, und nochmals 656'000 Franken waren in der Bauherrenreserve.

Den Rest zur eingangs erwähnten Kostenunterschreitung trugen günstigere Vergaben bei. Insgesamt hatten die beiden Reserveposten, dotiert mit knapp 10 Prozent der total veranschlagten Bausumme, den Ausschlag für das gute Ende des 20-Mio.-Projekts gegeben. «Unsere Reservenbildung lag aber im üblichen Rahmen», erklärt dazu die Leiterin Stadtbauamt.

Was unter dem Theatersaal des Solothurner Stadttheaters hervorkam: