Stadtbummel Solothurn

«Sale» macht dem Winter nicht nur auf den Strassen den Garaus

Das allerletzte – dann gibts keine Preise mehr.

Das allerletzte – dann gibts keine Preise mehr.

Winter ade! Ume Schnee isches gscheh!» Wir werden ein Wetterchen bekommen, da müsste die Hafebar aufgehen. Untrügliches Zeichen für den nahenden Frühling: Die Salesianer sind auf dem Rückzug. Nein, wir meinen nicht den Orden des heiligen Franz von Sales. Das waren vielleicht Seelen-, aber keine Ausverkäufer. Doch genau diese blasen nun zur letzten Rabattschlacht: Am Märetplatz locken Schilder mit «Final Sale» und weiter vorne steht gross angeschrieben: «Letzte Preise!» Aha. Danach haben wir den ultimativen Ausverkauf: Es gibt gar keine Preise mehr. Alles zum Mitnehmen! Gratis. Wenn wir jetzt die letzten Preise sehen. Also ihr lieben Schnipp-schnapp-Schnäppchenjäger*innen: Nur noch zwei-, dreimal pfuusen, dann gibts alles vergebens. Oder vergeblich. Weil alles schon weg ist. Eben zu den letzten Preisen.

Ein Wintermärchen. Hatten wir zuletzt auf dem Hausberg. Schon ein bisschen eigenartig, die neuen Kurhaus-Herrschaften. Meldeten die doch Mitte Januar relativ aufgeregt Arbeitsverzögerungen beim Kurhaus-Umbau wegen eines Wintereinbruchs. Den hatten wir auch schon im Oktober, meine Lieben! Oder spätestens im November. War uns das Schicksal gnädig erst im Dezember. Aber im Januar ist ein Wintereinbruch auf 1296 m ü. M. mehr als nur längst überfällig. Übrigens: Wir hatten da oben schon fast ewigen Schnee. Andauernd. Von Oktober bis Ostern. Auch wenn diese wie heuer erst Ende April stattfindet. Weil die Fasnacht so spät startet. Nein, wie war das schon wieder? Weil der Mond, wenn er voll und dann die Frühlingssonnenwende – ach Quatsch, wir erklären Euch das ein andermal …

Der Winter wird angesichts der aktuellen (?) Weekend-Wetterprognosen zum Ammen-Märli. Oder Amseln-Märli. Ja genau. «Amsel, Drossel, Fink, und Star – die Erstern machen sich hüür rar», ist man versucht zu singen. Während uns die Krähen kreuzackerweise am Aarestrand, sind ihre kleineren schwarzen Sänger*innen-Genossen*innen (war das wohl korrekt?) wie vom Erdhimmel verschluckt. Kein fetter Apfel, kein süsses Rosinli, geschweige denn die drögen Haferflöckli lockten auch nur einen Amselrich oder eine Amselin in unseren wurmfreien Garten. Die haben eben keinen Vogel, sondern spüren ganz lange im Voraus schon, ob ein Winter hart werden wird oder nicht. Aber jede Wette: In zehn Tagen längstens jubilieren und trillieren die ersten von den Hausdächern herab. Schon ein bisschen peinlich. Denn unter ihnen sucht tout Soleure erst nodisnoh das Chessler-Hemmli hervor. Um was zu vertreiben?

Den Frühling. Und sonst gar nichts.

Meistgesehen

Artboard 1