Rund 30 Weissensteinerinnen und Weissensteiner und ebenso viele Gäste nahmen den 6 stündigen Aufstieg in die fast 3000 Meter hoch gelegene Mutthornhütte des SAC Weissenstein, unter die Steigeisen. Anlass war nebst der immer wieder spektakulären aber einfachen Hochtour zu der zwischen der Blümlisalpgruppe und dem Petersgrat gelegenen Sektionshütte, die Einweihung einer neuen Toilettenanlage.

Die einfache Anlage ist in einem neuen Anbau unterbracht und verfügt über ein spezielles Entsorgungssystem, das auf diese Höhe mit ihren extremen Wetterbedingungen (Kälte und Wind) zugeschnitten ist. Die Fäkalien werden nicht mehr wie in früheren Zeiten irgendwo in der Natur abgelagert, sondern in Containern gesammelt und einmal jährlich ins Tal zur Kläranlage in Stechelberg geflogen.

Eine teure Sache

Im ewigen Eis auf 3000 Metern Höhe ist das Bauen keine einfache und vor allem eine sehr teure Sache, denn Handwerker und Material können nur per Helikopter zu Baustelle gelangen. Die neue Toilette kostet denn auch rund 230'000 Franken. Das Geld konnte mehrheitlich durch Spenden, den Hüttenfonds des SAC Schweiz und einem Obolus der Mitglieder zusätzlich zum Jahresbeitrag beigebracht werden.

Trotz der schwierigen Bedingungen konnten die Bauarbeiten rechtzeitig und im Rahmen des Budgets abgewickelt werden. Die Besucher der Einweihungsfeier nutzten den Anlass für ein ausgelassenes Fest auf 3000 Metern Höhe zusammen mit den einheimischen Bauarbeitern, dem Hüttenwartpaar, Erika und Toni Brunner, den Verantwortlichen von Seiten der SAC Sektion, dem Ländler-Trio Marti und weiteren Gästen. Der älteste Teilnehmer brachte es auf den Punkt: «Endlich kann man hier aufs stille Örtchen, ohne dass einem das Toilettenpapier um die Ohren fliegt». (plm)