Herbstmesse

«’S isch immer HESO gsy»: Bundesrat Ueli Maurer eröffnet die 40. Ausgabe

Bundesrat Ueli Maurer bei seiner Ansprache

Bundesrat Ueli Maurer bei seiner Ansprache

264 Aussteller, eine «sackstarke» Sonder- schau und rennbegierige Säuli sorgen für eine hochkarätige Herbstmesse Solothurn. Die 40. eröffnet hat Bundesrat Ueli Maurer.

Kaiserwetter für einen Maurer – das war salopp gesagt die Zauberformel zum Eröffnungstag mit dem SVP-Magistraten. Bereits um 14 Uhr hatte das HESO-OK schon mal vorsorglich das obligate Band durchschnitten, um dem Messepublikum eine erste Sightseeing-Tour durch die acht Messehallen zu ermöglichen.

Eröffnungszeremoniell HESO 2017

Eröffnungszeremoniell HESO 2017

Zu sehen und zu erleben gibt es einiges: Als Gastregion verkauft sich Lenk-Simmental Tourismus, das Wohnheim Kontiki Subingen darf sich im Rahmen von «die HESO zeigt Herz» präsentieren, und Gesundheitsbewusste können sich tagtäglich bei «Viva Plus» zu einem neuen Thema informieren.

Spätestens gegen 16 Uhr bildete sich jedoch die obligate Menschentraube unten und am Rand des Schanzengrabens: Nicht etwa, um den Einzug von Bundesrat Ueli Maurer in das Sonderschauzelt zu verfolgen, sondern um die erste Austragung der HESO-Dauerattraktion zu erleben – das Säulirennen, welches jeweils jung und alt begeistert.

Impressionen vom Säulirennen an der HESO 2017

Impressionen vom Säulirennen an der HESO 2017

Ueli Maurers «Solothurness»

Doch dann war endlich die Bühne frei für den prominenten Eröffnungsredner zur diesjährigen Sonderschau «Vergraben – Verbrennen – Verwerten»: Bundesrat Ueli Maurer. Er nahm den Begrüssungs-Speak von HESO-OK-Präsident Urs Unterlerchner auf, der sich mit dem rasanten Voranschreiten der Digitalisierung befasst hatte.

«Die digitale Revolution steht nicht bevor, sie ist längst im Gang», hatte Unterlerchner betont – was wiederum Ueli Maurer kritisch-humoresk hinterfragte. Die Vorstellung, dass «wir in wenigen Jahren nur noch die Haustiere unserer Roboter sind», wie prophezeit worden sei, behagte dem Magistraten sichtlich nicht.

Ueli Maurer zu seinem Besuch an der 40. Solothurner Herbstmesse

Ueli Maurer zu seinem Besuch an der 40. Solothurner Herbstmesse

Angekündigt als «einziger Politiker, der mehr Kinder als Kurt Fluri hat, nämlich sechs», gab Ueli Maurer vor versammelter HESO-Prominenz ganz und gar den volkstümlichen Landesvater. «Solothurn gefällt mir», meinte er, auch wenn er das Geheimnis der Zahl Elf noch nicht ganz gelüftet habe. «Immerhin haben wir diese Wochen den 111. Bundesrat gewählt», kam er auf den Mittwoch in Bern zurück.

Doch Hoffnung schöpfte er angesichts des rasanten Wandels, den die Digitalisierung bringt, aus dem Refrain des Solothurner Lieds: «’S isch immer eso gsy» sei nicht nur die Devise der Solothurner, die laut ihrem Lied auch «ein eigenes Völklein» sind, sondern dies gelte auch für die ganze Schweiz.

Die schönsten Bilder von der Eröffnung der 40. HESO:

Und schon damals, klaubte Maurer etliche Versatzstücke aus den Liedstrophen hervor, hätten «moderne Herren» alles neu erfunden und die Paragrafen wie Automaten das Land regiert. Er jedenfalls freue sich auf einige gemütliche Stunden in Solothurn. Denn, so folgerte der Bundesrat: ««Messen sind interessant, weil man nicht nur ins iPhone schaut, sondern miteinander schnöre muss.»

Stadtmist im Fokus

Wie immer gehört vor der eigentlichen Eröffnungszeremonie Stadtpräsident Kurt Fluri das Schlusswort. Er würdigte die Sonderschau, welche die Kebag auf die Beine gestellt hatte und nahm den Link zum Stadtmist auf. «Der Kanton und die Stadt hoffen, dass der Bund demnächst die vollständige Entsorgung des Stadtmists verfügen wird», mahnte Fluri vor Ueli Maurer.

Denn entscheide man sich in Bern für blosse Sicherungsmassnahmen ohne vollständigen Aushub, dürfte es schwierig werden, den hohen Differenzbetrag aus den Steuern zu finanzieren. Womit der Stadtpräsident und Nationalrat bei der nächsten Adressierung an den Bundesrat war: Er dankte dem Vorredner, dass bei der Steuervorlage ’17, an der Maurer arbeite, diesmal auch die Gemeinden einbezogen würden.

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