Die Biertage sind vorbei, die Bike Days auch. Für das Reithallen-Areal beginnt die grosse Sommerpause, ehe Ende August die Heso-Hallen wieder aus dem Boden wachsen. Eigentlich wäre nun der Zeitpunkt gekommen, mit dem neuen Projekt der Rythalle AG anzufangen – am kommenden 20. Mai wäre offizieller Baustart gewesen. «Wäre», denn «so wie es aussieht, werden wir dieses Jahr wohl nicht bauen können», gibt sich Verwaltungsratspräsident Tobias Jakob kurz vor der nächsten VR-Sitzung der Rythalle AG wenig optimistisch.

Noch vor wenigen Wochen hatte sich die Ausgangslage wesentlich aufgehellter präsentiert: Auf das entsprechende Baugesuch war nämlich keine Einsprache eingegangen – in Solothurn eher eine Rarität. Dafür war dicke Post von der Baukommmission eingetrudelt, die Nachbesserungen und Präzisierungen verlangt. «Wir sollten jetzt beginnen können, sonst müssen wir ein Jahr warten», erklärt Jakob das enge Zeitfenster – mit der Heso wäre nämlich eine längere Baupause eingelegt worden

Zwei Bäume machen Sorgen

Im Stadtbauamt wird einmal festgestellt, dass der Baukommission nicht alle notwendigen Unterlagen vorliegen würden, das Baugesuch sei unvollständig. «Aus unserer Sicht sind alle Unterlagen vorhanden, um eine Beurteilung vornehmen zu können», wehrt sich Tobias Jakob, der bei den Baubehörden «unterschiedliche Signale» ausgemacht haben will.

Ein Zankapfel scheinen die beiden Bäume westlich des bestehenden Anbaus zu sein, der diesen Sommer hätte abgerissen werden sollen. Die Rythalle AG hätte mit dem vorgesehenen Projekt am liebsten beide fällen lassen, doch immerhin wurde dem Baugesuch ein erforderliches Baumgutachten beigelegt. In diesem werden Massnahmen wie eine Unterfangung der Bäume aufgezeigt oder eine Reduktion des Untergeschosses zur Schonung des Wurzelwerks..

Die Rythalle AG könnte mit einer teilweisen Verkleinerung des Kellers den einen, grösseren Baum, eine Rosskastanie stehen lassen, der kleinere Baum, ein Bergahorn müsste dagegen weichen. «Dies braucht es, um den Eingangsbereich des Anbaus offen zu halten und damit die Publikumsströme funktionieren», so Jakob. Eine Unterfangung beider Bäume wäre dagegen sehr zeitraubend und kostspielig, steht der VR-Präsident der Rythalle AG den im Gutachten vorgeschlagenen Massnahmen skeptisch gegenüber. Umso mehr, als die mögliche Lebenserwartung der Bäume solche Mehrkosten kaum rechtfertigten.

Dagegen stellt das Stadtbauamt fest: Das Fällen eines Baumes bedinge im Baugesuch ein verbindliches Aufzeigen, wie der verbliebene Baum zu schützen sei – sollte die Stadt aber das Fällen des Bergahorns sogar ablehnen, ginge es darum, mit welcher Massnahme beide Bäume geschützt werden könnten.

Das hiesse wiederum für die Rythalle AG: Beide Bäume zu unterfangen oder dann gleich die Ausdehnung des Neubaus auf seiner Westseite zu reduzieren.

Kanalisation und Vaubanweg

Zu einem weiteren Punkt bei der Nichtgenehmigung des Baugesuchs hält Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, lakonisch fest: «Die Liegenschaftsentwässerung ist zum heutigen Zeitpunkt nicht sichergestellt. Der Baukommission liegt bis dato keine Kanalisationsbewilligung vor.» Dazu meint Tobias Jakob: «Durch den neuen Anbau entsteht kein nennenswertes Mehr-Abwasser.» Und bisher sei die Entwässerung kein Problem gewesen.
Noch eine Knacknuss bleibt der Rythalle AG: Die Erschliessung der Baustelle ab der Baselstrasse von Südwesten her würde eine Sperrung des Vauban-Weges bedingen. «Dies wird aus Sicherheitsgründen abgelehnt», betont dazu Andrea Lenggenhager.

Die Sicherungs- und Signalisationsmassnahmen müssten dazu mit dem Amt für Verkehr und Tiefbau vorgängig des Bauentscheids abgesprochen werden, hält das Stadtbauamt zu möglichen Auflagen in der Baubewilligung fest.» Genau darüber staunt aber der Jurist Jakob ebenfalls ein wenig: Seiner Meinung nach hätte man dies gleich als Auflage in die Bewilligung aufnehmen können.

Nun, für die Rythalle AG scheint der Zug abgefahren zu sein, denn die Reaktionszeit auf das «Njet» der Baukommission ist kurz: Bereits am 21. Mai tagt diese das nächste Mal, einen Tag nach dem geplanten Baubeginn. «Wir müssen Rücksicht auf unsere Kunden nehmen», lautet das Credo des VR-Präsidenten, der damit den Baubeginn erst in einem Jahr, erneut im Mai, als realistisch ansieht. Mit den Veranstaltungen werden es dann komplizierter, und ergo könnten eine langwierigere Bauzeit und höhere Kosten resultieren.