Häppchen aus aller Welt zu geniessen, das liegt offensichtlich im Trend. Der riesige Erfolg des Street Food Festivals überwältigte selbst die Organisatoren. Zu Stosszeiten bildeten sich an vielen der total 43 Stände lange Schlangen. Wer sich einen der begehrten Sitzplätze am Ufer der Aare ergattern konnte, durfte sich glücklich schätzen. Die Spielzone für die Kinder war schon vor einem Jahr so beliebt, dass diesmal eine zweite Hüpfburg aufgestellt wurde. Glückliches Kind, zufriedene Eltern: Im nächsten Jahr wird es wohl noch eine dritte Hüpfburg brauchen, weil sich die Kleinen darauf blendend amüsierten.

Was Multikulti bedeutet, zeigte der Stand mit den in englischen Cider eingelegten amerikanischen Steaks von Sidney Kristiansen, einem französisch sprechenden Kanadier norwegischer Abstammung. «Es ist ein überdurchschnittliches Wochenende. Das Fleisch wird uns vermutlich kurz vor dem Ende des Festes ausgehen, wenn es so weitergeht.» Und so steht für Kristiansen bereits am Sonntagabend fest, dass er gerne nächstes Jahr wieder nach Solothurn kommen wird.

Rekord nochmals übertroffen

«Wir sind sehr zufrieden mit dem Erfolg, den unser Fest bei den Leuten hat», sagte auch Chrigu Stuber, Präsident des achtköpfigen Organisationskomitees. Wenige Stunden vor dem Ende des Festivals wagte er eine erste Bilanz: «Wir schätzen, dass der Rekord von 2016 noch einmal deutlich übertroffen wird.» Anhand der Umsatzzahlen lasse sich das recht gut abschätzen. «Letztes Mal kamen etwa 20'000 Personen, dieses Mal dürften es 25'000 werden.»

«Wir sind vom Platz her etwas begrenzt und möchten auch die familiäre Ambiance bewahren», sagt Stuber. «Es ist nicht unser Ziel, zu einer Grossveranstaltung zu werden. An einem perfekten Tag können die Stände während den Stosszeiten den Andrang fast nicht mehr bewältigen. Trotzdem möchten wir nicht mehr weiter wachsen. Wir überlegen uns, ob wir vielleicht nächstes Jahr eine Stunde früher beginnen wollen, um diese Spitzen beim Andrang etwas zu brechen.»

Die Organisatoren mit rund 50 ehrenamtlichen Helfern setzen jedes Jahr ein paar Verbesserungsvorschläge um. Diesmal erlaubte die Polizei, vorübergehend auf der Hans-Huber-Strasse Tempo 30 zu signalisieren. Dank zusätzlichen Parkplätzen auf der nahen Wiese gab es kein Verkehrschaos und die neuen Leuchtballone sorgten bei den Leuten in der Nacht für ein subjektiv höheres Sicherheitsgefühl.

Streetfood Festival Solothurn 2017 lockt gegen 25'000 Besucher unter die Westumfahrungsbrücke

Streetfood Festival Solothurn 2017 lockt gegen 25'000 Besucher unter die Westumfahrungsbrücke

Ein humanitärer Spirit

Das Street Food Festival soll auch nachhaltige Spuren hinterlassen: «Diesmal sammeln wir die Reste der Lebensmittel ein und stellen diese der Organisation «Tischlein Deck dich» zur Verfügung. So können hilfsbedürftige Menschen in unserer Region diese Lebensmittel geniessen. Und am Street Food Festival wird ausschliesslich Wasser der Aktion «Viva con Agua» verkauft. Mit dem Gewinn aus diesen Wasserverkäufen werden in Drittweltländern neue Brunnen gebaut.»

Den Organisatoren gehe es nicht ums Geld, sagt Chrigu Stuber. «Wir sind eine Gruppe von Freunden und wir haben Freude an den verschiedenen Kulturen, die an den Ständen aufeinandertreffen», beschreibt er die Motivation, einen solchen Aufwand zu betreiben.
Die meisten Standbetreiber sind dagegen Profis, die auf einen finanziellen Erfolg angewiesen sind. Zu heftig loben wollen diese die Einnahmen nicht, Zurückhaltung ist weit verbreitet. Das Geschäft mit seinen dänischen Hot Dogs laufe recht gut, verrät zum Beispiel Mads Oweiid.

«Wir haben es in unserem Team bereits besprochen. Wir wollen nächstes Jahr wieder kommen.» Also muss es sich rentiert haben, von weit her ans Solothurner Streetfood Festival gereist zu sein.

Wer schon in Kopenhagen war, der kennt die legendären Rød Pølse, die roten Würstchen, die man jeweils nach der Party auf dem Heimweg isst. Sie sollen dem Kater vorbeugen, heisst es. Doch Mads Oweiids dänische Würstchen sind verdächtig bleich. «Die Rød Pølse sind leider in der Schweiz wegen des Farbstoffs streng verboten. Ich bin der Metzger und kann garantieren, dass unsere Würste trotzdem gleich schmecken wie die in Kopenhagen.»