Kino
Rund 2500 Gäste wollten die Solothurner Sommerfilme sehen

Zwar konnte der Besucherrekord des Open-Air-Kinos auf der Krummturmschanze nicht gebrochen werden, doch mit rund 2500 Gästen war man nahe dran. Auch die digitale Technik hat sich bewährt.

Christoph Neuenschwander
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Das Wetter war während des diesjährigen Sommerkinos etwas verhalten.

Das Wetter war während des diesjährigen Sommerkinos etwas verhalten.

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Zwei junge Männer spazieren mit Müllsäcken über die Krummturmschanze und sammeln Abfall, zwei weitere nehmen das Gerüst der Kinoleinwand auseinander. Die Solothurner Sommerfilme sind bereits wieder vorbei. Ein wenig «jetlagged» sei man jeweils nach dem Event, sagt Eva Gauch, Betriebsleiterin des Alten Spitals. Aber gleichzeitig stelle sich Wehmut ein, dass jetzt schon wieder für ein Jahr Schluss sei mit Open-Air-Kino.

Die vier Männer auf der Schanze täuschen über den tatsächlichen Aufwand, den der sechstägige Anlass mit sich bringt: Rund 40 Personen sind im Auf- und Abbau involviert, «Gerüstebauer mitgerechnet», sagt Gauch. Während der Vorführungen helfen insgesamt 25 Leute mit. Die Sommerfilme seien aber sehr familiär – und «für uns alle jedes Jahr ein Highlight.»

Bauchgefühl spielt immer mit

Den Besucherrekord des Vorjahres (2700 Leute) hat das Open-Air-Kino nicht erreicht. «Aber mit rund 2500 Gästen sind wir nahe dran», freut sich Eva Gauch. Darunter seien Stammgäste, die zum Teil vier oder fünf Mal zum Krummturm gepilgert seien, weil ihnen die Atmosphäre gefalle. Aber auch immer wieder neue Gäste sind dabei, die sich vom Kino an der Aare begeistert zeigen und versprechen, wiederzukommen. So steigere man sich allmählich – auch weil die Filme vielleicht etwas «mainstreamiger» seien als noch vor zehn Jahren.

«Wir müssen schon etwas taktisch programmieren», gibt Gauch zu. Nach wie vor wolle man keine Blockbuster, sondern speziellere Filme – aus unterschiedlichen Ländern, mit einem gewissen Tiefgang, aber nicht zu viel Schwere. Niemand soll erschlagen aus dem Kino gehen. Trotzdem sei jedes Jahr auch ein Film dabei (heuer: «The Great Gatsby», letztes Jahr: «Intouchables»), von denen man sich hohe Zuschauerzahlen erhofft.

«Aber da sind immer Bauchgefühl und Spekulation dabei»: In Solothurn ist die Rechnung mit dem «Gatsby» aufgegangen – eine Woche zuvor in Plaffeien hat derselbe Film nur knapp 150 Zuschauer angelockt. Entscheidend sei beim Programmieren die Filmlänge. Deshalb habe man den langen «Gatsby» am Samstag platziert. Alle anderen Filme hatten mit rund 100 Minuten Normallänge.

Wenn die Leute raus wollen

Den wichtigsten Faktor kann niemand steuern: das Wetter. Vergangenes Jahr, ist Gauch überzeugt, habe man so viele Zuschauer gehabt, weil das Wetter bis kurz vor dem Open-Air-Kino schlecht gewesen sei und die Leute endlich raus wollten.

Heuer habe wohl dieses dringliche Bedürfnis etwas gefehlt. Die Regenschauer vom Freitag und Sonntag während der Vorstellungen hätten das Geschäft indes nicht getrübt. «Wenns zwischen sechs und acht regnet: Das ist das Killerkriterium. Aber wenn die Leute erst einmal hier sind, dann bleiben sie auch.»

Und wie sieht es mit der Umstellung auf das digitale Projektionssystem aus? «Hat sich bewährt. Die Qualität ist sensationell», so Gauch. Nun müsse man schauen, wie man die Mietkosten günstig halte, jetzt da der alte 35-Millimeter-Projektor des Operateurs nicht mehr gebraucht werde.

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