Rüttenen
Gemeinderat in Rüttenen ist für mehr Stellenprozent bei Schulleitung

In Rüttenen traf sich am Montagabend der Gemeinderat und besprach unter anderem das weitere Vorgehen der ARA und die Überstunden des Gesamtschulleiters GESLOR.

Judith Frei
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Gilbert Studer (r.) war während der letzten zwei Legislaturen Gemeindepräsident von Rüttenen.

Gilbert Studer (r.) war während der letzten zwei Legislaturen Gemeindepräsident von Rüttenen.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Die letzte Gemeinderatssitzung der Legislatur in Rüttenen wurde nun zum letzten Mal von Gemeindepräsident Gilbert Studer geleitet. Bei der nächsten Sitzung wird sein Nachfolger, Markus Boss, an seinem Platz sitzen.

Zu seinem Abschluss wurde die Teilrevision der generellen Wasserversorgungsplanung (GWP) Solothurn beschlossen. «Es sind keine Einsprachen eingegangen und jetzt müssen wir das noch formell genehmigen», erklärt Studer. Das wurde dann auch einstimmig getan.

Geld für die weitere Planung im Zusammenhang mit der ARA

Im Zusammenhang mit der ARA Rüttenen wurde ein Schritt vorwärtsgegangen. Anfang Jahr wurde beschlossen, dass der Ersatz der ARA durch ein Pumpwerk und damit den Anschluss an das ZASE in Zuchwil weiterverfolgt werden soll. Dabei wurde die Firma Emch + Berger mit der Ausarbeitung eines Fahrplans mit den wichtigsten Meilensteinen und einer Kosteneinschätzung beauftragt.

«Die weiteren Planungsarbeiten sind in einem grösseren Umfang und das müssen wir jetzt budgetieren»,

erklärt der zuständige Ressortleiter Ivan Ruetsch. «Heute und jetzt geht es nicht um eine Arbeitsvergabe, sondern um das Budget.» Für die weiteren Planungsarbeiten wurde in seinem Sinn vom Rat ein Kredit von 110'000 Franken zuhanden der Gemeindeversammlung genehmigt. Die Arbeitsvergabe wird erst nächstes Jahr ein Thema sein.

Die ARA Rüttenen wird es möglicherweise nicht mehr lange geben.

Die ARA Rüttenen wird es möglicherweise nicht mehr lange geben.

Oliver Menge (2004)

Überstunden wegen Corona

Mehr zu reden gaben die Schulen: Zuerst wurde ein neuer Musiklehrer gewählt. Anik Stucki hat sich gegen 35 Bewerbende durchgesetzt und wird neu Violine in Oberdorf und Langendorf unterrichten.

Anschliessend wurde über die Pensenerhöhung des Gesamtschulleiters GESLOR, Michel Tschanz, und die Auszahlung seiner Überstunden gesprochen. Der Ressortleiter Bildung und Gemeindevizepräsident, Simon Knellwolf, erklärt die Ausgangslage: Alle Schulleitungsmitglieder haben Überstunden angehäuft. Das sei schon vor Corona ein Problem gewesen, wurde durch die Pandemie aber verstärkt.

Sind die Pensen zu klein berechnet?

Extrem sei dies beim Gesamtschulleiter Michel Tschanz, der seit letztem August in einem 85-Prozent-Pensum angestellt ist. Seither hat er 400 Überstunden angehäuft.

«Der Lenkungsausschuss weiss, dass wir mit den Schulleitungspensen eher am unteren Limit sind»,

so Knellwolf.

Der Leitungsausschuss macht nun den Vorschlag, dass der Gesamtschulleiter ab August in einem Vollzeitpensum angestellt wird und keine Präsenzzeiterfassung mehr vornimmt. Er wird auf 200 Stunden verzichten, 200 Überstunden werden ihm ausgezahlt. Ausserdem wird das Pensum der Standortschulleiterin aus Oberdorf, Jasmin Scheidegger, auf 45 Prozent erhöht, damit sie zum gleichen Pensum wie die Standortschulleitung in Rüttenen angestellt ist.

Dabei wurden verschiedene Fragen im Gemeinderat aufgeworfen. Wie ist es zu so vielen Überstunden gekommen, wieso ist man nicht früher eingeschritten und wird es in Zukunft zu noch mehr Pensenerhöhungen kommen.

«Es kommt mir ein wenig vor wie eine Salamitaktik, um immer mehr Pensen zu bekommen»,

meint Elena Morganti Rüfenacht.

Knellwolf verweist bei der Diskussion auf die aussergewöhnliche Lage durch das Coronavirus und dass man durch die jetzige Massnahme eine langfristige Lösung gefunden habe. Trotz Diskussionen wurden die Anträge einstimmig angenommen. Jetzt werden noch Oberdorf und Langendorf darüber befinden müssen.