2020
Rückblick der Stadt und Region Solothurn: Ein Jahr ganz im Zeichen von Corona und der Flexibilität

Corona hat die Welt und auch Solothurn durchgeschüttelt. Das Gewerbe liess sich nicht unterkriegen und zeigte seine Kreativität.

Fabio Vonarburg
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Einige Wochen war der Märet auf dem Schanzenplatz zu finden.

Einige Wochen war der Märet auf dem Schanzenplatz zu finden.

Michel Lüthi

Wenn wir eines dieses Jahr gelernt haben, dann uns immer wieder auf neue Massnahmen einzustellen. Viele in Solothurn und Umgebung haben sich als Meister dieses Fachs entpuppt und teils konnte man ab den kreativen Ideen nur staunen.

Los ging es mit Mitte März. Kaum hatte der Bundesrat den Lockdown erklärt, stellten sich die Menschen in der Region auf die ausserordentliche Situation ein. So entstanden etwa verschiedene digitale Angebote, um das lokale Gewerbe in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Auf denen konnte man etwa Gutscheine erwerben oder sie boten einen Überblick über jene Restaurants, die etwa Heimlieferungen anbieten.

Zu jenen Restaurants, die im Frühling und auch jetzt wieder auf den Lieferdienst setzten, ist das Zunfthaus zum Wirthen. Über das Unternehmen berichtete sogar der deutsche Fernsehsender ARD, jedoch nicht wegen des Lieferservices. Grund für den Beitrag war eine andere Dienstleistung, die das Hotel und Restaurant wegen Corona überdacht hat. Anstatt zu übernachten, konnten einige Hotelzimmer als Büro gemietet werden. Für jene, die in ihrem Zuhause nur schwerlich Homeoffice machen können.

Märet auf dem Schanzenplatz

Mitte Mai hatte Solothurn dann auch wieder das zurück, was viele während des Lockdown schmerzlich vermisst hatten. Ihren Märet. Um das Einkaufen auf den Wochenmarkt unter Einbehalten der nötigen Abstände zu ermöglichen, wurde dieser kurzerhand auf den Schanzplatz verlegt, was auch gut funktionierte. Dennoch war die Freude gross, als der Märet in die Altstadt zurückkehrte. Seite Ende Oktober gilt an diesem zudem Maskenpflicht.

Bevor die Restaurants diesen Dezember wieder ganz schliessen mussten, machten einige Gastronomen mit kreativen Ideen auf sich aufmerksam. Etwa das «Pier11», das Fondue in umgebauten Weihnachtsmarkthäuschen anbot, oder das «Pintli» in Feldbrunnen-St.Niklaus: Hier konnte man in «Gewächshäusern» dinieren.

Ein Blick zu den Chalets beim Pier 11. (Archivbild)

Ein Blick zu den Chalets beim Pier 11. (Archivbild)

Tom Ulrich / fotomtina

Zu erwähnen ist ebenfalls die HESO-Sonderschau. Statt den Anlass abzusagen, wurde ein alternatives, coronakompatibles Konzept aus dem Boden gestampft. Und zwar eine Ausstellung verteilt über die ganze Stadt. Für viele Anlässe war eine Alternative jedoch nicht möglich. So mussten etwa das geplante Stadtfest wie auch das Open Air zu Ehren von 2000 Jahre Solothurn um ein Jahr verschoben werden. Auch Anlässe wie etwa die Bike Days oder das Märetfest konnten nicht stattfinden.

Kreativ geht es auch im nächsten Jahr weiter. In Solothurn steht eine aussergewöhnliche Fasnacht in aussergewöhnlichen Zeiten an – die Fart 2021.

Was ausser Corona sonst noch geschah

Ein Jahr ist kurz, weil es meist gefühlt so schnell wieder vorbei ist. Aber auch lang, weil in dieser Zeitperiode vieles passiert. Hier ein Ausschnitt über die Ereignisse im Jahr 2020 in der Stadt und Region Solothurn.

Das Freibad der Stadt wird unter Schutz gestellt

1926/27 wurde das Freibad der Stadt Solothurn von den Architekten und Baumeister Gebrüder Fröhlich errichtet. Dieses Jahr wurde das Bad nun unter Schutz gestellt. Dennoch sind Sanierungsmassnahmen weiterhin möglich. Zu solchen haben die Solothurner Stimmbürger im Februar an der Urne ihre Zustimmung gegeben und den Baukredit in der Höhe von 7,8 Millionen Franken bewilligt. Die Arbeiten dauern bis im Frühling 2022.

Startschuss zum Rennen um das Stadtpräsidium

Wer wird Kurt Fluri beerben? Diese Frage wird im kommenden Jahr beantwortet. Doch bereits heuer fielen die ersten Entscheidungen. Für viele überraschend setzte sich in der parteiinternen Ausmarchung der FDP Markus Schüpbach gegen Marco Lupi durch. Die SP indes wird mit Schulleiterin Stefanie Ingold ins Rennen steigen. Auch die Grünen haben Interesse am Amt bekundet, bei deren Parteiversammlung Laura Gantenbein nominiert wurde. Sie setzte sich gegen Christof Schauwecker durch.

Neues Parkplatzreglement in der Stadt ist gescheitert

Im Zuge der Ortsplanungsrevision wollte die Stadt Solothurn ihr Parkplatzreglement aus dem Jahr 1984 ersetzen. Doch dieses Vorhaben scheiterte an der Gemeindeversammlung im August. Mit 123 Nein- zu 102 Ja-Stimmen traten die anwesenden Stimmberechtigten nicht auf das Geschäft ein. Das Parkplatzreglement sah vor, dass wer eine private Liegenschaft neu- oder umbaut, weniger Parkplätze als bislang bauen darf. Die Befürworter hofften damit, dass der Verkehr abnimmt, die Gegner fürchteten sich vor Suchverkehr nach Parkplätzen in den Quartieren und Investoren, die wegen dem Reglement Solothurn fernbleiben.

Öffentliche Plätze der Stadt liefern viel Gesprächsstoff

Im Mai lehnte der Gemeinderat das erste Projekt für den Postplatz ab. Das Resultat: Die Stadt geht nochmals über die Bücher, bis zu einem Entschluss steht der Platz aber bereits der Bevölkerung zur Verfügung, wenn auch noch als Provisorium. Die Debatte schwappte über auf andere Plätze der Stadt, wie den Amthausplatz und den Klosterplatz. Bei Letzterem wurde der Vorstoss eingereicht, ihn autofrei zu gestalten. Noch hat der Gemeinderat nicht entschieden.

Mehrere Gemeinden bringen Schulhaus-Projekte voran

Am ersten Schultag nach dem Coronalockdown im Frühling konnte in Langendorf das neue Schulhaus E bezogen werden. Dieses bezeichnete Schulleiterin Caroline Kiener als «wunderschön». Auch in Feldbrunnen-St. Niklaus und Solothurn ging es in Sachen Schulraum vorwärts. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung sagte Feldbrunnen-St. Niklaus einstimmig Ja zur Sanierung des Schulhauses und der Turnhalle, Solothurn indes hiess an einer Urnenabstimmung die Sanierung des Vorstadt-Schulhauses mitsamt Kindergarten-Neubau gut.

In der St. Verenakapelle sind die Brandschäden behoben

Der Funkensprung einer Kerze löste am 1. März 2017 einen Brand in der St. Verenakapelle aus. Nach einer eingehenden Analyse entschied die Eigentümerin der Kapelle, die Bürgergemeinde Solothurn, gleich eine Totalsanierung in der Höhe von 400 000 Franken durchzuführen. Dieses Jahr war es so weit. Mehrere Monate war die Kapelle gesperrt, bevor sie Ende September wieder für die Bevölkerung geöffnet werden konnte – in neuem Glanz.

Baubeginn für das Reservoir Königshof in Rüttenen

Regio Energie Solothurn hat die Bauarbeiten für das Reservoir Königshof gestartet, das 2022 in Betrieb genommen werden soll. Einmal fertig wird die Anlage 4000 Kubikmeter Trinkwasser und 1000 Kubikmeter Löschwasserreserve fassen.

Oberdorf wählte einen neuen Gemeindepräsidenten

Patrick Schlatter hat in den letzten Jahrzehnten die Gemeindepolitik von Oberdorf geprägt wie kein anderer. 1993 wurde er Gemeinderat, 1997 Vizegemeindepräsident und 2005 wählten ihn die Oberdörferinnen und Oberdörfer zum Gemeindepräsidenten. Jetzt, nach 15 Jahren in dieser Position, zieht sich Schlatter aus dem Gemeinderat zurück. Das Duell um seine Nachfolge war ein «Hitchcock-Finale», wie es der Sieger der Wahl ausdrückte. Marc Spirig setzte sich im zweiten Wahlgang Ende November mit lediglich zehn Stimmen mehr gegen Ueli Kölliker durch.

Museum Enter entscheidet, Solothurn zu verlassen

Bald hat Solothurn ein Museum weniger. Wegen des geplanten Ausbaus des Bahnhofs auf der Südseite wird das Museum Enter nach Derendingen umziehen, wie das Enter dieses Jahr bekanntgab. Bis im Frühling 2022 ist das Museum wie gewohnt in Solothurn geöffnet.

Langendorf hat eine neue Ortsplanung

Der Regierungsrat hat die neue, revidierte Ortsplanung von Langendorf genehmigt und alle Beschwerden abgewiesen. Drei Beschwerdeführer werden den Entscheid an das Verwaltungsgericht weiterziehen. Dies hat aber keine aufschiebende Wirkung, die unbestrittenen Teile der Ortsplanungsrevision treten in Kraft.

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