Solothurn

Royal Arts Club Solothurn sorgt mit «Room Text» für beste Unterhaltung

Gattin Tina (Denise Friedli) amüsiert sich mit Kesslers Assistenten Georg Fink (Jürg Rohrbach).

Trubel, gewürzt mit einer Prise britischen Humors: Der Royal Arts Club Solothurn lädt im Theater Mausefalle zur Komödie «Room Text» ein. Das Stück in drei Akten lebt von schnellen Dialogen, amüsanten Wortspielereien und ein bisschen auch vom britischen Humor.

Das hat es in der Geschichte des World Economic Forums (WEF) noch nie gegeben. Statt in Davos tagt die Weltelite im Theater Mausefalle, wo sich dank hervorragenden Akteuren seltsame Dinge ereignen. Denn statt seriösen Konferenzen beizuwohnen, hat der Verhaltensforscher und Fachreferent für Gleichberechtigung Hanspeter Kessler (Stephen Vögeli) anderes im Sinn und sorgt, kaum ist er im Hotel angekommen, für einigen Trubel. Zu seinem Leidwesen hat ihn seine Gattin Tina (Denise Friedli) begleitet, was die Organisation des geplanten Schäferstündchens mit der Geliebten Jessica (Diana Zanda) erschwert.

Diese wirft, von Langeweile geplagt, ihrerseits ein Auge auf Kesslers Assistenten Georg Fink (Jürg Rohrbach), der in den mittlerweile zwei gemieteten Hotelzimmern den misstrauischen Hoteldirektor Otto Roggenmoser (Martin Jeker), das schlitzohrige Zimmermädchen Roswitha (Sibylle Beck), den verschmitzten Hotelkellner Giovanni, herrlich gespielt von Philipp Erb, und Jessicas Ehemann Heinrich Fabio Lolacona) aneinander vorbeischleusen muss. Dazu gesellen sich in unpassenden Momenten noch Finks Vater Röbi (Helmuth Zipperlen) und die Bundesamts-Vorsteherin Lütenegger-Meschenmoser (Therese Lüpold). Beide Figuren wirken etwas aufgesetzt und tragen kaum etwas zur Handlung bei, was aber am Drehbuch und nicht an den Darstellern liegt.

Die vom Briten R.E. Britting verfasste und von Erwin Britschgi und Fritz Klein in den Dialekt übertragene, rasante Komödie in drei Akten lebt von schnellen Dialogen, amüsanten Wortspielereien und ein bisschen auch vom britischen Humor. Vor allem lebt sie aber von der durch Jürg Rohrbach hervorragend und überzeugt gespielten Rolle des schüchternen und doch einem Liebesspiel nicht abgeneigten Assistenten von Kessler, der sich aus dem Netz der Intrigen kaum mehr befreien kann, aber im amüsanten Durcheinander Ruhe und Humor bewahrt, was das Publikum immer wieder mit Applaus belohnt.

Die Spielfreude im Ensemble geweckt

Mit viel Gespür hat die erfahrene Regisseurin Conny Studer alle Register gezogen und dafür gesorgt, dass sich die Schauspieler nach den intensiven Proben in bester Spiellaune befanden und eine bewundernswerte Leistung erbrachten. Viel zum gehobenen Ambiente steuerte das aus zwei Zimmern bestehende Bühnenbild bei, deren Türen durch das schier endlose Kommen und Gehen arg strapaziert wurden. Für die Technik verantwortlich war Daniel Mauerhofes, die Maske besorgte Astrid Jakob.

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