Erfolgreich war die Saison 2018/19 für den Fussballclub weder sportlich noch finanziell. Einerseits verpasste das Erstliga-Team den Aufstieg in die Promotion League und fehlte dem Nachwuchs die Konstanz, anderseits mussten die 41 GV-Teilnehmenden einen herben Verlust von 66'088 Franken genehmigen. Gedacht wurde des verstorbenen Ehrenmitglieds Franz Lichtin.

«Schade, dass wir im dritten Anlauf den Aufstieg verpassten, es lag nicht an der Qualität, sondern am Mannschaftsgefüge», stellte Präsident Samuel Scheidegger fest. Positives konnte er über den Nachwuchs berichten. Die gemeinsame Bewerbung mit Concordia Basel für die nationale U18 (U17)-Meisterschaft wurde angenommen. Darauf spekulierte Nachwuchschef Ronald Vetter. Im Vergleich zu den drei Vorjahren vermisste er jedoch die Konstanz. «Es gab zu viele Auf und Abs, unser Hauptziel liegt auf der individuellen Ausbildung für höhere Gefässe», betonte Vetter. Nebst der Aufnahme von Torhüter Kilian Hari im Erstliga-Kader erhielt Albin Limani für die U17-Nationalmannschaft Nordmazedoniens ein Aufgebot. Weitere sechs Spieler wechselten in den Spitzennachwuchs von YB, Basel, Thun und Aarau. «Wir wollen den Breitenfussball, indem wir den ganzen Ast anbieten», so der Nachwuchschef. Dank drei neuen Schiedsrichtern aus dem Breitensport stellt der Stadtclub elf Spielleiter. Im Kinderfussball wurde das Angebot geändert. «Wir wollen nicht mehr alle, sondern diejenigen, die Fussball spielen wollen», erklärte er.

Zaugg: «Wir haben vor allem eine bessere Mentalität»

Auch Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg vermisste die Konstanz nach der Top-Saison 2017/18. «Bereits in der Vorrunde zeigte sich, dass die Mannschaft verändert werden muss», hielt er fest. Die Bestätigung lieferte ihm das Trainingslager. Für den Neuanfang wollte er Spieler, «die wir kennen, damit keine Unsicherheiten aufkommen». «Wir haben Qualität verloren, aber auch ähnlich gute Qualität gewonnen, vor allem eine bessere Mentalität», sagte Zaugg. Die Philosophie mit eigenen jungen Spielern wird verdeutlicht mit 13 Spielern im 21-köpfigen Kader, die zwischen 1997 und 2002 geboren sind.

«Finanziell sieht es leider nicht gut aus», sagte Finanzchef David Brand. Durch den Verlust von 66'088 Franken (budgetiert: 25'000 Franken) ist das Vermögen auf 12'908 Franken geschrumpft. «Die Gründe sind vielfältig», so Brand. Die Erstliga-Mannschaft kostete 44'500 Franken mehr. Gegenmassnahmen wurden bereits bei der Kaderbildung für diese Saison eingeleitet. Im Vergleich zu 2018/19 stehen 65'500 Franken weniger zur Verfügung, neu 343'000 Franken. Auch der Nachwuchs muss sparen und soll neu mit 221'500 Franken auskommen, einem Minus von 41'500 Franken. Genehmigt wurde eine Beitragserhöhung um zehn Prozent auf die Saison 2020/21. Einnahmenseitig bleibt der Club vorsichtig, besonders bei den Werbeeinnahmen und Beiträgen. Erwartet wird ein bescheidener Gewinn von 980 Franken. «Lebt vernünftig», so Scheideggers Devise.

Mehrere Ehrenmitglieder ernannt

Geehrt wurde Fatih Semiz für zehnjährige Schiedsrichtertätigkeit. Meinrad Schönbächler und Philipp Simmen erhielten die Ehrenmitgliedschaft. Schönbächler war von 1981 bis 1985 Stammtorhüter, anschliessend in diversen Funktionen tätig und amtet heute als Sicherheitsverantwortlicher der Swiss Football League. Simmen kam 1974 als Fünfjähriger zum FC und blieb 14 Jahre. 2008 kehrte er dank seiner Söhne zurück zum Stammverein, dem er bis zum Rücktritt elf Jahre als Trainer diente.