Solothurn
Rocker von Kaktus: «Musik hält zwar nicht jung, aber am Leben»

In neuer Zusammensetzung bringen die Solothurner Altrocker von «Kaktus» Ende März das neue Album «No Time to die» heraus. Auf der Setlist finden sich neue Songs, Cover-Songs und unveröffentlichte «Killer»-Songs.

Andreas Kaufmann
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Zwei Jahre haben sie am neuen Album gefeilt: (v.l.) Jan Schneider, Jüre Kleine, Crown Kocher, Duco Aeschbach und Steve Strähl.

Zwei Jahre haben sie am neuen Album gefeilt: (v.l.) Jan Schneider, Jüre Kleine, Crown Kocher, Duco Aeschbach und Steve Strähl.

Zur Verfügung gestellt

Bei den Rolling Stones verraten es die Gesichtsfalten: Die sind nämlich gleichzeitig Jahresringe an Bühnenerfahrung. Womit klar wäre: Musik kann zwar auch die Runzeln nicht davon abhalten, sich überall breitzumachen. Immerhin aber sorgt sie dafür, jene aktiv, produktiv und lebendig zu halten, die sich ihr widmen.

Mit der Devise «Musik hält zwar nicht jung, aber am Leben» gehen auch die beiden Altrocker Crown Kocher (60) und Duco Aeschbach (65) durchs Leben, auf die Bühne und ins Studio. «No Time to die», sagen sich die beiden – sie haben «keine Zeit zum Sterben».

Und genauso heisst das Album, das die beiden Solothurner in ihrer neu formierten «Kaktus»-Zusammensetzung Ende März herausbringen. Neben Gitarrist Kocher und Drummer Aeschbach mit an Bord sind auch Steve Strähl (Vocals), Jüre Kleine (Bass) und Jan Aebi (Keyboard), die den Altersschnitt um einige Jahre herunterziehen.

«Killer»-Vergangenheit hörbar

Dass sich «Kaktus» neu formierte, begann mit dem Casting eines neuen Leadsängers, worauf Strähl das Rennen machte. Zu jener Zeit war Crown Kocher aber noch bei «Killer» aktiv, die sich dann aber ebenfalls auflösten (wir berichteten). «Danach hatte er keine Wahl», erinnert sich Aeschbach: «Das Studio war bereits gebucht.» Wie zu alten Zeiten gesellte sich Kocher also wieder zu den rockenden «Kaktussen».

Neben neuen Songs und Cover-Songs setzte man auch einige unveröffentlichte «Killer»-Songs auf die Setliste für die CD-Aufnahme. Stücke, die Kocher als Mitwirkender nicht einfach so «wegwerfen» wollte. Entstanden ist eine Scheibe, vollgepackt mit melodiösem Hardrock, dem nötigen Ohrwurm-Potenzial, stellenweise einer Prise Bluesrock und einer obligaten Rockballade. «Das Album war kein Schnellschuss», versichert Aeschbach. Zwei Jahre wurde an Text, Melodie, Arrangement und Produktion von «No Time to die» gefeilt.

«Take it or leave it»

Gehts um die Reaktionen auf ihre CD, so haben Aeschbach und Kocher kaum Erwartungen oder Ambitionen. «Die meisten unserer Fans sind schon fast im Altersheim», scherzen die beiden – «niemand erwartet etwas von uns. Take it or leave it», sagen sie sich locker. Dennoch lassen die Jungs von «Kaktus» nichts anbrennen und sind mit dem deutschen Label Bellaphon unterwegs. Die CD soll damit in ganz Europa und allenfalls auch in Übersee vertrieben werden.

Dass die Lebensgeister gerade bei den «Senioren» von «Kaktus» mehr als wach sind, zeigt sich auch auf der Rückseite des Albums. Diese ziert nämlich niemand Geringeres als der Sensemann – geflügelt, aber die Flügel gestutzt und gerupft: «Der Tod hat seine Federn verloren», kommentiert Kocher hämisch. Mit dieser Einstellung darf man von den Altrockern auch nach «No time to die» noch einiges erwarten.

CD-Taufe: 6. April, 20 Uhr, Bluesbeiz Niederbipp.

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