Der Korken der Sektflasche knallt, der schaumige Inhalt ergiesst sich über einen der frisch gepressten Tonträger, die Menge jubelt. Während Fotoapparate blitzen und die Kameras des GAW-Senders «Jump» näher zoomen, stemmt Peter Borer, Produzent des Samplers «BaRock Town Project IV», strahlend die Flasche in die Höhe.

«Das ist ein Solothurner Zeitdokument», sagt er über die somit getaufte CD, zufrieden mit seinem Werk und den Leistungen der zehn Bands, die jeweils ein Lied beigesteuert haben. Zum vierten Mal ist es ihm gelungen, Gruppen der lokalen Musikszene auf einem Album zu vereinen.

Vom Studio auf die Bühne

Borer nimmt einen ordentlichen Schluck und reicht die Flasche dann herum, bevor er dem Ko-Produzenten und Aufnahmeleiter Kaspar Brossi einen besonderen Dank ausspricht. Dieser hat in seinem Tonstudio gemeinsam mit den Bands die «BaRock Town»-Songs aufgenommen und abgemischt – und dabei besonders den Musikern ohne Studioerfahrung mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Die beiden ernten tosenden Applaus; auch wenn sich die Raumbar des Kofmehl nicht gerade als rappelvoll bezeichnen lässt (das Publikum besteht vorwiegend aus Musikern und deren Bekannten), ist die Stimmung ausgelassen. Sieben der zehn am Projekt teilnehmenden Bands spielen kurze Konzerte und zelebrieren so ihr gemeinsames Werk. Die hohe Musikerdichte mag dabei für eine gewisse Nervosität sorgen: Fachmännische Ohren lauschen aufmerksam den Schlagzeugbeats und Basslines, horchen besonders bei den zahlreichen Gitarrensoli und den gelegentlichen Piano- und Querflöten-Zwischenspielen auf – aber vereinzelte Patzer und schiefe Töne werden meist grosszügig überhört.

BarockTown Solothurn

BaRock Town Project IV

Die «Eleven Aces» ist nur eine von sieben Bands, die dem Publikum kräftig einheizen.

Bluesrock als Dauerbrenner

Sofern das «BaRock Town Project IV» in der Tat ein Stück Solothurner Musikgeschichte dokumentiert, so fällt bei den Konzerten auf, dass besonders der Bluesrock in Solothurn eine wichtige Rolle spielt.

Eröffnet wird die musikalische Darbietung von der Band The Green Curtains, in deren Sound der Blues etwa deutliche Spuren hinterlassen hat. Auch wenn die «Ice Green Blue Birds» und «Eleven Aces» anschliessend etwas kräftiger in die Saiten greifen, und Hans Rotschi einige sanftere Stücke zum Besten gibt, bewegt sich der Abend schliesslich doch auf ein bluesrockiges Finale zu: Die «alten Hasen» des Abends, wie sie von einigen Zuschauern bewundernd bezeichnet werden, sind die «Hardcore Bluesband», «Back To Basic» und «The Blues Rock Machine» – und die haben sich mit ihren satten Gitarrenriffs und langen Soloparts eben ganz und gar dem rockigen Blues verschrieben.

Ein Hauch von AC/DC versprüht schliesslich der Sänger von «RIP» (die nebst «Iridium» und «No Name» nicht an der Plattentaufe auftreten): Mit einem Gastauftritt bei der «Hardcore Bluesband» vertritt er wacker den Hardrock seiner Band, der wohl nach wie vor einer der wichtigsten Pfeiler des «BaRock Town» Solothurn ist.