Solothurn
Roberto Blanco bringt Salsa-Ambiente in die Reithalle

Wegen Roberto Blanco tanzte das nicht mehr ganz junge Solothurner Partyvolk am Samstagabend in der Reithalle auf den Festbänken. «SO geht Schlager» soll nun jährlich stattfinden.

Hanspeter Schläfli
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Roberto Blanco auf der Bühne
11 Bilder
Ein bisschen Spass muss sein
Der Herr der Reithalle
«SO geht Schlager» in der Solothurner Reithalle
Der Star des Abends gibt alles
Die Reithalle als Schlagertempel
Stangenakrobatik
Van Baker & Band
Schlagerfans
Ab geht die Polonaise
Coole Drinks an der bar

Roberto Blanco auf der Bühne

Hanspeter Schläfli

Es fühlte sich fast wie ein Abend an einem karibischen Strand an: Mit einem Perkussionisten und einem Keyborder, der Bläser-Arangements aus den Tasten zauberte, schuf Roberto Blanco in der Solothurner Seithalle ein Salsa-Ambiente. Die tolle Stimme und die Ausstrahlung sorgten für eine beeindruckende Bühnenpräsenz.

Genossen wurden die Lieder am besten mit einem Cuba Libre, und als beim Finale hunderte Luftballons sanft von der Decke schwebten, stand das Patry-Volk auf den Festbänken und sang mit. «Ein Bisschen Spass muss sein» ist schliesslich nicht nur Roberto Blancos grösster Hit, sondern auch sein Lebensmotto. Dass die Show nur eine knappe Stunde dauerte, verzeiht man der mittlerweile schon 77-jährigen Schlagerikone.

Für Mann und Frau

Gigantische Plateausohlen und bewusst ausgesucht angestaubter Glamour bildeten den Rahmen. Van Baker & Band, die ein riesiges Repertoire an deutschen Schlagern coverten und zum Teil recht eigenwillig interpretierten, versetzten die nicht mehr ganz jungen Partygänger zurück in die Siebziger Jahre, als diese gerade die Pubertät erlebten. Die Bedienungen hinter der Bar waren als Hippies verkleidet und Organisator Harri Kunz kam als Heino daher.

Ein wenig Hüftspeck unter den glitzernden, hautengen Kostümen, das störte die weiblichen Fans von Jeromé Baker nicht. Der blonde Sänger aus Hessen wurde trotzdem angehimmelt und bei der obligaten Polonaise rangelten die Frauen, um ihm nahe zu sein. Für die einsamen Männer gabs vor der Bühne zwei Poledancerinnen zu bewundern. Und ganz am Ende der Show liess die Band die Hosen runter: Van Baker &Band stand da in goldenen Lettern auf den Unterhosen.

Warum es sein musste

«Einmal im Leben muss man den Roberto Blanco einfach gesehen haben.» So lassen sich die Kommentare der begeisterten Besucher in der Solothurner Rythalle zusammenfassen. «Wir feiern den Polterabend unserer Freundin Sarah» oder «wir haben bereits am Nachmittag etwas zu tief ins Glas geschaut.» So suchten diejenigen, die sich bei einem Seitensprung in die seichteren Musikgefilde ertappt fühlten, nach kreativen Erklärungen dafür, weshalb sie an der ersten Solothurner Schlagerparade anzutreffen waren.

«SO geht Schlager». Das wollte am Samstagabend Harri Kunz mit der Powerhouse AG in der Rythalle dem Solothurner Publikum zeigen. Mindestens 500 Eintritte habe man verkauft und der Barbetrieb sei ausgezeichnet gelaufen, zog der Organisator eine erste Bilanz. Es war also kein überwältigender, aber immerhin ein Achtungserfolg. «Ja. es war ein guter Start, die Stimmung war super und wir haben den Nerv eines speziellen, coolen Publikums getroffen», sagte Kunz am Morgen danach.

Auf der Spur von Chur

Er möchte nun gerne «SO geht Schlager» in einem jährlichen Rhythmus etablieren, so wie die legendäre Schlager-Parade in Chur, das Schlager-Openair am Flumserberg oder die Schlager-Nacht in Luzern. «Schlager boomt, Schlager fägt, Schlager ist zeitgemässer denn je», meint Harri Kunz optimistisch. «Wie es weitergeht, werden wir in ein paar Wochen entscheiden, wenn wir die Übersicht gewonnen haben.»

Man darf also gespannt sein, ob das Schlagerfieber der Organisatoren bis zur nächsten HESO und den Nightstyle-Partys anhalten wird und ob es auch im nächsten Frühling wieder heissen wird: Hossa!