Seit 25 Jahren kocht ein aufgestelltes Team an verschiedenen privaten und öffentlichen Anlässen einen traditionellen Tessiner Risotto mit Safran und Steinpilzen. Dazu gibt es die originale Tessinerwurst Luganighe aus dem Centovalli.

Zwar sah man den beiden Gusseisenkesseln an, dass sie ein bisschen in die Jahre gekommen sind. Das war aber auch das Einzige, was daran erinnerte, dass die Solothurner Risottorührer schon seit einem Vierteljahrhundert mit langen Holzkellen in einer verführerisch duftenden Masse rühren und innerhalb von rund einer halben Stunde einen köstlichen «Risotto ticinese» hervorzaubern. Eher neueren Datums war das «Gusseisenchessi» in der Mitte, in dem seit rund zwei Stunden eine selbstgemachte Bouillon vor sich hin brodelte.

Kurz vor halb zwölf wurden die ersten Portionen für sagenhafte sechs Franken serviert. «Jubiläumspreise», wie die gut gelaunten Profis bekannt gaben. Auch der Merlot del Ticino, der Lambrusco und der Pinot Grigio im Boccalino waren zu einem Tiefpreis zu haben. Im Hintergrund ertönte dezente Tessinermusik. Die Sonne heizte auf, und bald schon wurden Festbänke in den Schatten gerückt.

Um fünf Uhr wurde zusammengezählt. Das Resultat war erfreulich: Gegen 300 Portionen Risotto, 130 Luganighe und viel Kuchen hatten die hungrigen Münder gestopft. Risottorührer Thomas Beer zog Bilanz: «Wir blicken auf einen wunderschönen Tag zurück, und ich bin stolz, mit so guten Kollegen seit 25 Jahren unterwegs zu sein.»

Wie alles begann

Jedes Jubiläum hat es in sich, dass auf die vergangenen Jahre zurückgeblickt wird. Das tat auch der Risottorührer der ersten Stunde, der seine «Karriere» als Helfer beim Verein «Pro Ticino» begonnen hat. Das alljährliche Risottoessen des Tessinervereins war beliebt und zog schon damals viele Leute auf den Kreuzackerplatz.

Für sechs der damaligen Helfer schlug die Stunde 1990, als ein Lehrer den Pro Ticino anfragte, ob er bereit wäre, ein zusätzliches Risottoessen zu organisieren. «Der Verein lehnte ab, und wir erklärten uns bereit, in die Bresche zu springen», erinnert sich Thomas Beer. «Das «Chessi» mieteten wir von der Stadt, wie wir auch die anderen Utensilien irgendwie zusammen trugen.» Irgendeinmal kam der Tag, an dem die heutigen Risottorührer im Tessin ein eigenes «Chessi» kauften. Später kam auch ein Anhänger dazu.

15 Anlässe pro Jahr

«Am Anfang waren es ein paar Anlässe, an denen wir in Aktion traten, dann kamen immer mehr dazu», weiss Thomas Beer. Heute sind es rund 15 Anlässe pro Jahr, die das zusätzlich aus Thomas Burki, Beat Fischer, Markus Huber, Mario Junker und Reto Panzeri bestehende Team zusammen mit engagierten Helfern durchführt. Dazu gehört auch das beliebte Risottoessen am Märetfest im Kollegiumshof. «Einmal haben wir sogar im Tessin gekocht und dabei auch dazugelernt.» Zwischendurch trifft man sich aber auch zum geselligen Zusammensein.