Im Erdgeschoss des mittleren Gebäudeteils der Landi soll das Eleven auf 330 Quadratmetern mit einer Kapazität von 300 Partygängern zu neuem Leben auferstehen, gleich neben der neuen «Pipeline»-Filiale. Nach dem Eingangsbereich sind im Lokal ein Foyer mit Garderobe und WC-Anlagen, ein grosser Eventraum, sowie weitere Nebenräume geplant.

«Wir reduzieren das ‹Eleven› nicht nur auf Partys an den Freitagen und Samstagen, sondern bieten mehr an», kündigt Moerler an. So sollen ebenso Firmenanlässe, Kongresse, Kurse, Workshops, Ausstellungen sowie andere öffentliche oder private Veranstaltungen hier stattfinden können. An Freitagen und Samstagen allerdings sollen die Partys steigen, so Moerler. «Das wird von Pop, R’n’B, Reggaeton über Schlager, Karaoke, Ü40, Electro, Indie und Rock gehen», sagt Sahin. «Das neue Eleven wird mit Leichtigkeit den Spagat zwischen wilden Partynächten, differenzierten und eleganten Corporate Events schaffen», ergänzt Moerler.

Das «Eleven»-Team soll rund 15 Mitarbeitende aus der Region umfassen, so das Betriebskonzept von Moerler und Sahin weiter. Laut Baupublikation könnte das Lokal von Montag bis Mittwoch bis 0.30 Uhr geöffnet haben, und vom Donnerstag bis Samstag bis 4 Uhr morgens. Damit weicht das «Eleven» zwar von den Öffnungszeiten ab, die das neue kantonale Wirtschafts- und Arbeitsgesetz angibt: Demnach dürfen nämlich gastwirtschaftliche Betriebe donnerstags nur bis 0.30 Uhr geöffnet sein. Gemeinden können aber «nach Massgabe der Bau- und Umweltschutzgesetzgebung» davon abweichende Bestimmungen erlassen. 

Fakt ist: Bislang hat die städtische Praxis bislang tendenziell eher einschränkende als ausdehnende Massnahmen befürwortet. In welche Richtung die städtischen Behörden in diesem Fall entscheiden werden, bleibt offen. «Wir haben bislang bloss geprüft, ob die formalen Bedingungen für ein Baugesuch erfüllt sind», sagt dazu Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts.

Die Partymacher wirken zuversichtlich, ihr Vorhaben reibungslos umsetzen zu können: «Alle möglichen sachlichen Bedenken wie beispielsweise Fragen zu Lärm, Parkierung, Sicherheit oder Energieeffizienz haben wir bereits innerhalb des Baugesuchs gelöst und beantwortet», sagt Moerler. 

Doch die substanzielle Prüfung des Baugesuchs mitsamt vorliegender Gutachten durch die städtischen Behörden steht noch aus. Was das Parkregime anbelangt: 34 Parkfelder müssten gemäss Vorprüfung seitens «Eleven» nachgewiesen werden. Der derzeit empfohlene Vorschlag: Die Betreiber beteiligen sich an der Parking AG, und die Gäste nutzen entsprechend die drei städtischen Parkhäuser. 

Bekenntnis für die Umwelt

Für beide ist klar, dass ein städtisches Bedürfnis an einem Eventlokal wie «Eleven» besteht. «Seit seiner Schliessung gibts hier kein Eventlokal mehr, das sich an den Bedürfnissen der Ü20-Jährigen ausrichtet. Diese sind gezwungen, sich an Angeboten in Bern, Zürich, Basel oder anderen Städten zu orientieren.»

Dies schade dem Image Solothurns, begünstige den Wegzug junger aktiver Menschen und sei in der heutigen Zeit ökologisch nicht mehr vertretbar, so Moerler weiter. (ak)

Markus Moerler und Olcay Oruç Sahin 2014, als das Eleven kurz vor der Schliessung stand. (Archiv)

Markus Moerler und Olcay Oruç Sahin 2014, als das Eleven kurz vor der Schliessung stand. (Archiv)