Hängen geblieben
Reste des Solothurner Bööggs dümpeln immer noch in der Aare

Eigentlich ist er seit drei Wochen abgefackelt. Doch noch immer sind seine verkohlten Reste da: Das Gerüst des Solothurner Bööggs liegt unterhalb der Stadt in der Aare am Ufer.

Wolfgang Wagmann
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Solothurner Böögg ist am Aare-Ufer hängen geblieben
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Das Gerüst ist vom Ufer nur schwer zugänglich.
Der «Hawaii-Surfer» noch unversehrt
So sah der brennende Böögg aus.
Ist der Böögg abgebrannt, löscht die Feuerwehr die restlichen Flammen und präpariert ihn, damit er in die Aare geworfen werden kann.
Chef-Bööggier Rolf Grau wird versuchen, den Böögg per Boot zu erreichen.

Solothurner Böögg ist am Aare-Ufer hängen geblieben

Wolfgang Wagmann

Das Ritual ist sicher fast so alt wie der 1901 «erfundene» Böögg: Nachdem die mit Böllern bestückte Stroh- und Tuchpuppe am Aschermittwoch auf dem Märetplatz verbrannt ist, schleppen Kinder das Gerüst den Kronenstutz hinab und werfen es von der Kreuzackerbrücke in die Aare.

Zuvor sägt die Feuerwehr das Gerippe am Stumpf ab und bespritzt die verkohlten Balken mit Wasser, damit sich kleinen Böögge-Entsorger nicht die Hände verbrennen. Das war auch diesmal am Mittwoch, 18. Februar, gegen 21 Uhr so, wie übrigens auf einem Film von Jump-TV klar dokumentiert wird.

Wo ist er geblieben?

Nun, das Böögge-Gerüst landete auch diesmal wie seit jeher in der Aare. Doch für einmal nahm das Schicksal nicht seinen gewohnten Lauf: Das schwarze, mit Maschendraht bestückte Holzgerippe trieb nach wenigen hundert Metern ans gegenüberliegende südliche Ufer und verkeilte sich dort unweit vor der roten Velo- und Fussgängerbrücke, die Solothurns Schützenmattquartier mit der Zuchwiler Aarmatt verbindet. «Ja wir haben einmal kurz darüber gesprochen, wo der Böögg denn diesmal bleibt», erinnert sich Rolf Stettler, Mitarbeiter der Alpiq Hydro Aare AG, die das Flusskraftwerk Flumenthal betreibt.

Denn dort landen die Bööggenreste jeweils im Rechen, werden herausgenommen und fachgerecht entsorgt. Will heissen: Der Maschendraht wird entfernt, das Holz kompostiert.

Es dauert noch

Gebaut und verbrannt wird der Böögg seit 1993 von der Bööggier-Abteilung der Narrenzunft Honolulu, welche am Aschermittwochabend die brennende Figur jeweils unter den Klängen des Brämelieds umrundet. Auch für Bööggier Rolf Grau ist es eine Überraschung, dass die Reste nicht den üblichen Weg Richtung Flumenthal genommen haben. «Ich habe den Liegeplatz am Aareufer gleich noch am Dienstagabend angeschaut. Das Gerüst vom Ufer aus herauszunehmen dürfte eher schwierig sein.»

Grau, der dem Pontonier-Sportverein Solothurn angehört, sieht bessere Bergungschancen von der Aare aus. Allerdings wassern die Pontoniere ihre Boote erst am übernächsten Wochenende. Es könnte deshalb noch etwas dauern, bis die allerletzten Fasnachtsreste verschwunden sind. «Aber ich kümmere mich darum», verspricht der Bööggier.