Seit einigen Wochen fand sich in der Genossenschaftsbeiz Kreuz eine Gruppierung unter dem Namen «Stammtisch von Cine12» ein. Diese Gruppe veranstaltet offenbar an verschiedenen Orten der Schweiz Vorträge zu politischen, alternativmedizinischen und esoterischen Themen.

Nun geht die Genossenschaft Kreuz auf Distanz zu diesen Besuchern. Denn, so schreibt sie auf Facebook, «obwohl die Gäste immer angenehm und freundlich waren, musste sich die Genossenschaft Kreuz nun von ‹Cine 12› distanzieren.»

Der Grund für das «Hausverbot»: Die Gruppe wird dem rechten Spektrum zugeordnet, denn an einem ihrer Vorträge soll Frank Willy Ludwig auftreten. Dieser gilt als Leitfigut einer neopaganistischen, braun-esoterischen Strömung namens «Urahnenerbe Germania», und er war auch schon an Veranstaltungen mit Holocaust-Leugnern aufgetreten. Ludwig ist Propagandist einer rechtsautonomen Selbstversorgerbewegung von Kleingärtnern, die «Waldgartensiedlungen (Stammeslandsitze) von bis zu 200 Familien» vorsieht. Propagiert werden dabei «Gesunde Ernährung, natürliches Umfeld», Ablehnung von Alkohol und Vollbeschäftigung auf sogenannten Familienlandsitzen mit einem Hektar eigenen Lands. Erkennbar sind diese unter anderem an der Verwendung von Runen-Zeichen, verfremdeten Hakenkreuz-Symbolen, Kampfkunstübungen und Brauchtumsfeiern.

Als Kritiker eines staatlichen Schulsystems seien auch Bestrebungen für eigene private Schulen erkennbar, die der Ideologie angepasst sein sollen. Doch ist es Ludwig allerdings bisher nicht gelungen, ein solches Projekt nach russischem Vorbild zu realisieren.

Dieser Hintergrund ist für das «Kreuz» absolut inakzeptabel, und deshalb hat man nun reagiert: «Wir können nicht dulden, dass unser Name in einem solchen Umfeld auftaucht», folgert die Genossenschaft Kreuz. Man habe deshalb von «Cine12» verlangt, ihre Stammtische im «Kreuz» nicht mehr öffentlich zu bewerben «und jeden Hinweis, der eine Zusammenarbeit nahelegen würde, zu unterlassen.» Daraufhin habe «Cine12» beschlossen, sich nicht mehr im «Kreuz» zu treffen – die Genossenschaftsbeiz gilt immerhin seit Jahrzehnten als Hochburg und Treffpunkt der linkspolitischen Kreise von Solothurn. (ww)