Um 13.35 Uhr brandet Jubel im Landhaus-Foyer auf: Stadtpräsident Kurt Fluri wird von seiner FDP und «zugewandten Orten» frenetisch für einen überaus deutlichen Wahlsieg gegen die SP-Kandidatin Franziska Roth gefeiert. Bei einer Stimmbeteiligung von allerdings nur gerade 46 Prozent erzielt Fluri mit 3219 Stimmen fast eine Zweidrittelsmehrheit, auf Roth entfallen lediglich 1922 Stimmen oder 37 Prozent. Damit kann der Stadtpräsident seine siebte Amtsperiode seit seiner ersten Wahl 1993 bestreiten.

Stadtschreiber Hansjörg Boll gibt im Landhaus das Resultat der Stadtpräsidiumswahlen bekannt

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«Sehr ernst genommen»

Noch am Tag vor dem Wahlsonntag hatte der Stadtpräsident wie immer seinen Käse auf dem Solothurner Märet-stand eingekauft und sich auch am Wahlstand seiner FDP gezeigt. Vorsichtig pessimistisch habe er gewirkt, meinten dort seine Parteikollegen, und tatsächlich, von sprühendem Optimismus war bei Fluri zwischen Greyerzer und Emmentaler wenig zu spüren: «Alle meinen, das kommt schon gut. Aber das höre ich nur von meiner Seite.»

Doch es kam gut und er hatte wie viele andere auch offenbar das Potenzial seiner Herausforderin überschätzt. «Aber ich habe Franziska Roth sehr ernst genommen», betont Fluri nach der Bekanntgabe seines Glanzresultats. Dieser Wahlkampf sei nicht zu vergleichen gewesen mit dem Auftritt des Aussenseiters Jeffrey Murphy vor vier Jahren, der aber immerhin auch über 800 Stimmen geholt hatte.

«Wobei ich eigentlich gar keine Zeit für den Wahlkampf gehabt habe. Doch ist der Juni eine sehr veranstaltungsreiche Zeit, sodass ich immer wieder zu Auftritten gekommen bin», blickt er auf die Vorteile eines Amtsinhabers zurück.

Kurt Fluri: «Ich habe ein knapperes Resultat erwartet»

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Und mit Blick auf die kommende Amtszeit meint der Stadtpräsident: «Jetzt ist Kontinuität gefragt.» Und verweist auf den bald anstehenden Finanzplan mit hohen Investitionen, aber auch die die im Wahlkampf angeschnittenen Themen wie die städtische Sportinfrastruktur oder den den Lösungsbedarf im Solothurner Nachtleben. «Und im Herbst werden wir angesichts unserer Finanzlage wohl wieder über eine Steuersenkung diskutieren müssen.»

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Sogar als Bundesrat gehandelt

In einem Ranking der besten Bundesratskandidaturen für den abtretenden Didier Burkhalter setzt die «Sonntagszeitung» Kurt Fluri gar auf Platz eins. Dazu befragt meint er trocken: «Das ehrt mich. Doch in Sachen Bundesrat ist jetzt der Tessin dran.» Noch zwei Wochen freut Fluri sich jetzt über eine ruhigere Zeit im Büro –Aufräumen sei angesagt. «Dann begleiten wir unsere Tochter an die Weltmeisterschaften der Synchronschwimmerinnen in Budapest.» Noch weiss Kurt Fluri nicht, wie gross sein Ferienbudget sein wird – «wie viel mich der Wahlkampf gekostet hat, weiss ich noch nicht. Wir müssen zuerst abrechnen.» Aber bezahlt habe er ihn aus der eigenen Tasche.

Enttäuschung bei der SP

«Ein Bergpreis sondergleichen, wie die Fahrt mit dem Velo hinten den Balmberg hoch», sei für sie die Herausforderung von Amtsinhaber Kurt Fluri gewesen, muss sich Franziska Roth nach dem engagiert geführten Wahlkampf eingestehen. Die SP-Herausforderin akzeptiert das «deutliche Resultat», doch habe der Wahlkampf «der Stadt gutgetan». Die Leute hätten aber die «seriöse, schaffige Art» von Kurt Fluri honoriert.

Franziska Roth über ihre Nichtwahl: «Wir dachten, dass es über 40 Prozent wird»

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Sie werde aber weiter für ihre Themen kämpfen – das Solothurner Nachtleben, die Sportinfrastruktur und auch die Grillbratwurst, «ich will eine Gemeinderätin bleiben, die motzt und aufbegehrt.» Trotzdem ist die Enttäuschung bei ihrer SP deutlich zu spüren: «Wir hatten 40 Prozent erwartet» – damit sei völlig offen, ob sie in vier Jahren nochmals antrete, so Roth.

Den Tele M1-Beitrag zur Wiederwahl sehen Sie hier:

Kurt Fluri wird zum siebten Mal Solothurner Stadtpräsident

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Mit der SP-Parteipräsidentin Franziska Roth hatte er eine ernsthafte Konkurrentin für das Amt des Stadtpräsidenten von Solothurn. Nun die 7. Amtszeit.