Regio Energie Solothurn

Reichhaltige Festivitäten für 150-jährige Versorgerin

Für ihr 150-Jahr-Jubliäum hat die Regio Energie Solothurn für 2011 eine Reihe von informativen und unterhaltsamen Veranstaltungen ins Auge gefasst.

Heute vor 150 Jahren wurden in Solothurns Altstadtgassen erstmals Gaslampen angezündet. Das setzte den Ausgangspunkt für die Entstehung des Stadtwerks Regio Energie Solothurn, das heute Stadt und Region mit Gas, Wasser, Strom und Fernwärme beliefert. Im Jubiläumsjahr 2011 wird eine Reihe von besonderen Aktivitäten die Dienste der modernen Regio Energie Solothurn für die Bevölkerung veranschaulichen. Ausserdem will die Unternehmung verschiedene Exponate aus der Gründerzeit des Gaswerks restaurieren lassen und sie dem historischen Museum Blumenstein schenken.

Strenge Sicherheitsauflagen

Am 12. November 1860 wurde auf private Initiative des Augsburger Bürgers Ludwig August Riedinger in Solothurn die Gasbeleuchtung eingeführt. Die Stadt hatte dazu eine Konzession erteilt. Dies mit strengen Auflagen zur Einrichtung eines Gaswerkes und zum sicheren Betrieb der dazugehörigen städtischen Gasbeleuchtung. 1861 wurde sodann eine spezielle Gasgesellschaft gegründet, die das private Werk von Riedinger übernahm und im Dienste der Stadt betrieb. Diese Gesellschaft ging später voll in den Besitz der Stadt über. Im Laufe der Jahre liess man die Gesellschaft mit dem ebenfalls städtischen Strom- und Wasserwerk zusammenwachsen. Unter dem Namen Städtische Werke Solothurn entstand so ein eigentliches Stadtwerk. Seit 2002 trägt dieses Stadtwerk den Firmennamen Regio Energie Solothurn.

Die Entstehungsgeschichte der Regio Energie Solothurn ist also recht vielschichtig. Man kann aber davon ausgehen, dass die heutige Unternehmung ihren Ursprung in der 1861 gegründeten Gasgesellschaft hat. Damit feiert die Regio Energie Solothurn im Jahre 2011 ein stolzes 150 jähriges Bestehen.

Man befürchtete Unsittlichkeit in erhellten Gassen

Noch Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Solothurn keine öffentliche Beleuchtung. Die Bürger halfen sich mit Handlaternen. Ab 1830 wurden von der Stadt nach und nach Ölllaternen eingesetzt, zuletzt vermutlich gut dreissig an Zahl. Der Betrieb war aufwendig und mühsam. Um die Mitte des Jahrhunderts wurden deshalb in vielen Schweizer Städten öffentliche Gasbeleuchtungen geschaffen. In Solothurn weckte die Einführung der moderneren und effizienteren Gasbeleuchtung allerdings gewisse Ängste. Man sorgte sich um die Kostenfolgen und bangte gar um das sittsame Verhalten der Einwohner zu nächtlicher Stunde in hellen Gassen. Auch sollte das Gas durch das Verbrennen von Steinkohle in so genannten Gasometern gewonnen werden. Die Bürger fürchteten sich vor möglichen Lecken und austretendem Gas. Es wurde gar geargwöhnt, ein solcher Gasometer könnte zerspringen.

Die Liebhabertheatergesellschaft führte im Dezember 1860 das Theaterstück „Die Gasbraut" auf, das eine solche Gefahr zum Thema machte. Das Gaswerk wurde allerdings erfolgreich am Ritterquai realisiert und arbeitete viele Jahre lang klaglos. Gaslaternen illuminierten die Stadt, bis die letzten davon um das Jahr 1924 von elektrischen Lampen verdrängt wurden.

Einblick in Geschichte und Tätigkeit der Regio Energie

Das Jubiläumsjahr 2011 soll den Solothurnerinnen und Solothurnern Bedeutung und geschichtliche Hintergründe der auf die Einführung der Gasbeleuchtung zurückgehenden Regio Energie Solothurn verdeutlichen. Dazu ist eine Reihe von Aktivitäten geplant, mit denen die vielschichtigen Dienste der heutigen Unternehmung den Bewohnern nahe gebracht werden. Elemente der Entstehung sollen mit attraktiven Anlässen verknüpft werden. Unter anderem ist die Organisation eines historischen Marktes vorgesehen; auf Zeitinseln soll die Stadt an verschiedenen Orten in die Gründerzeit zurückversetzt werden.

Im Zuge dieser Aktivitäten werden auch mehrere faszinierende Exponate aus der Gründerzeit des Gaswerkes restauriert. Sie werden anschliessend der Sammlung des historischen Museums zu Ausstellungszwecken geschenkt. (zvg)

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