Solothurn
Reichen die Finanzen für die Restauration von Hutters Kanti-Skulptur?

Bei der Kanti Solothurn lotete Schang Hutter mit einer eindrucksvollen Figur die Schwerkraft aus. Momentan ist das Kunstwerk nicht an seinem Platz, es wurde zwischengelagert. Ob eine Restauration durchgeführt werden kann, ist ungewiss.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Skulpturen von Schang Hutter
8 Bilder
Figur des Kosciuszko-Brunnens auf dem Solothurner Amthausplatz.
Von weitem sichtbar: Hutter-Figur in einem Garten in Oberrüttenen.
Vor dem Kunstraum Medici in Solothurn ist diese «Liegende Figur».
Eine filigrane Skulptur.
Diese Skulptur scheint nach dem Himmel zu greifen.
Figurengruppe in einem Solothurner Privatgarten.
Auch eine Skulptur von Schang Hutter.

Skulpturen von Schang Hutter

Hans Peter Bärtschi

Anfang August ist der Solothurner Künstler Schang Hutter 80 Jahre alt geworden. In Bern ist derzeit eine Retrospektive seines Werkes mit fast sämtlichen seiner bedeutenden Arbeiten zu sehen. Auch in seinem Heimatkanton Solothurn sind zahlreiche künstlerische Höhepunkte seines Schaffens zu entdecken.

Der Solothurner Schang Hutter, 1934 in der Stadt geboren, litt und freute sich zeit seines Lebens an seiner Stadt und deren Bewohnern. Und hier, in seiner Stadt und der umliegenden Region, sind eine Reihe Hutter’scher Skulpturen zu finden. Sie stehen fest verankert an ihrem Platz. Und auch wenn es immer wieder zu Anfeindungen kam oder Unverständnis für Hutters Arbeiten herrschte, wegdenken kann man sich diese Arbeiten nicht mehr.

Im Hutter-Geburtstagsjahr gibt es aber ein grosses, markantes Werk, das weder in der Berner Ausstellung noch an seinem ursprünglichen Platz bei der Kantonsschule Solothurn zu sehen ist. Es ist die 22 Meter hohe, weisse «Figur», eine Eisenplastik, die 18 Jahre lang vor dem Eingang des Naturwissenschaftlichen Traktes (NAWI-Trakt) zu sehen war (vgl. die Bilder u. l.). Im November des vergangenen Jahres musste das Werk aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. Hutter reizte mit dieser Arbeit die Schwerkraft und die Materialeigenschaft des Werkstoffes bis aufs Äusserste aus.

«Wir möchten restaurieren»

Wann und ob diese Plastik wieder an ihren Platz gestellt werden kann, ist fraglich. Dazu sagt Cäsar Eberlin, Amtschef Kultur und Sport des Kantons Solothurn: «Die Kanti-Skulptur von Schang Hutter ist vorläufig zwischengelagert. Wir möchten sie restaurieren, wissen aber noch nicht wie und mit welchen Kosten. Die dafür notwendigen Abklärungen werden in dieser Jahreshälfte ausgelöst. Wir hoffen auf Restauration und Wiederinstallation im Jahr 2015, vorausgesetzt, die technischen Abklärungen verlaufen positiv und die damit verbundenen Aufwendungen sind verhältnismässig.»

Im Klartext: Derzeit ist noch alles offen. Dass der Kanton Solothurn, respektive dessen Lotteriefonds, jedoch für die Arbeiten von Hutter Geld zu sponsern gewillt ist, beweist die derzeitige Berner Ausstellung. Dafür hat man der Ausstellungsmacherin jedenfalls bei einem Gesamtbudget von 725 000 Franken ganze 35 000 Franken als Defizitdeckungsgarantie zugesprochen; und zuvor wurde schon das dazu publizierte Buch mit 15 000 Franken Druckkostenbeitrag unterstützt.

Fehlendes Konzept?

Nicht zum ersten Mal stellt sich die Frage, ob der Kanton den Unterhalt seiner Kunstwerke besser planen müsste: Die Monumental-Skulptur «objet soleure» des Künstlers Robert Müller lagerte jahrelang im Depot, bis sie im Mai 2013 nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder auf der Terrasse des Solothurner Lehrerseminars stand. Das 1974 dort aufgestellte Objekt musste 2007 wegen Korrosionsschäden aus Sicherheitsgründen demontiert werden. Die Sanierung des Werkes kostete 120000 Franken. – Und warf die Frage auf, wie die öffentliche Hand den Unterhalt von Kunstwerken angeht.