Solothurner Filmtage 2018
Regisseur Christoph Schaub ist Ehrengast der «Rencontre»

Die 53. Solothurner Filmtage widmen das Spezialprogramm «Rencontre» dem Regisseur Christoph Schaub. Mit fast dreissig Spiel- und Dokumentarfilmen gehört der Zürcher seit Jahrzehnten zu den prägenden Figuren des Schweizer Films.

Drucken
Teilen
Christoph Schaub (Archiv)

Christoph Schaub (Archiv)

Keystone

Politische Interventionsfilme, Komödien, Dramen oder Dokumentarfilme über Architektur: Christoph Schaub beherrscht die Register unterschiedlicher Genres. «Schaub ist ein herausragender Regisseur, der immer wieder überrascht. Die ‹Rencontre› bietet die Möglichkeit, bekannte und weniger bekannte Werke, darunter «Rendez-vous im Zoo» aus dem Jahr 1995, zu entdecken», wird Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage, in einer Mitteilung zitiert.
Der Regisseur von Publikumslieblingen wie «Sternenberg» (2004), «Jeune Homme» (2006) oder «Giulias Verschwinden» (2009) begann seinen filmischen Werdegang mit der Zürcher Jugendbewegung der 1980er Jahre.

Als aktives Mitglied der Mediengenossenschaft Videoladen realisierte der Autodidakt Interventionsfilme. 1987 gab er mit «Wendel» sein Spielfilmdebüt. «Dreissig Jahre» feierte zwei Jahre später Premiere im Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals Locarno, mit dem Drama «Am Ende der Nacht» wurde Schaub 1992 an die «Quinzaine des Réalisateurs» in Cannes eingeladen.
Es folgte eine intensive Auseinandersetzung mit dem Dokumentarfilm. Dabei entwickelt Schaub eine eigentliche Faszination für architektonische Themen. Er widmet sich filmisch dem Werk der Architekten Gion A. Caminada und Peter Zumthor («Lieu, funcziun e furma », 1996, «Il project Vrin», 1999), Santiago Calatrava («Die Reisen des Santiago Calatrava», 2000), Oscar Niemeyer («Brasilia – eine Utopie der Moderne», 2007) und mit demjenigen von Jacques Herzog und Pierre de Meuron («Bird’s Nest – Herzog & de Meuron in China», mit Michael Schindhelm, 2008).
2004 gelang Christoph Schaub mit der Komödie «Sternenberg» ein Überraschungshit an den Kinokassen, 2006 feierte er mit «Jeune Homme» dies- und jenseits des Röstigrabens Erfolge und «Giulias Verschwinden» wurde 2009 auf der Piazza Grande mit dem Publikumspreis des Filmfestivals Locarno ausgezeichnet. Für seine Spielfilme setzt er oft auf Drehbücher von Autoren – darunter Martin Suter oder Micha Lewinsky. Aktuell arbeitet der Filmemacher am Dokumentarfilm «Architektur der Unendlichkeit» sowie an einem Spielfilm in rätoromanischer Sprache.
An den 53. Solothurner Filmtagen wird Christoph Schaub eine Auswahl seiner Filme vorstellen und an einem Podiumsgespräch zum Thema «Architektur und Film» teilnehmen.

Die 53. Solothurner Filmtage finden vom 25. Januar bis 1. Februar 2018 statt. (mgt)

Rencontre

Das Programm «Rencontre» ehrt jährlich eine Persönlichkeit des Schweizer Films, zeigt ausgewählte Werke ihres Schaffens und ermöglicht dem Publikum, ihr in Solothurn zu begegnen. Zu den bisherigen Ehrengästen des Festivals gehören u.a. François Musy, Ursina Lardi, Peter Liechti, Silvio Soldini, Marthe Keller, Alain Tanner, Jacqueline Veuve, Claude Goretta, Jean-Luc Bideau, Bruno Ganz, Maximillian Schell, Ruth Waldburger und Renato Berta.

Das Programm «Rencontre» wird von der Ernst Göhner Stiftung und von der Stadt Zürich unterstützt. (mgt)

Aktuelle Nachrichten