«Simple Voicing», das A-Capella-Trio aus Solothurn, eröffnete die Generalversammlung der Regiobank Solothurn in der gut gefüllten Zuchwiler Eishalle. Ganz «simple Voicing» stimmten die 1210 Anwesenden zwar nicht, doch blieben alle Traktanden letztlich fast oppositionslos.

VR-Präsident Felix Leuenberger freute sich zuerst, dass er 63 neue Aktionäre begrüssen durfte, «die magische Zahl 6000 dürfte dieses Jahr also erreicht werden.» Auch sei die Aktie mit 4300 Franken sehr gut bewertet, trotz einer leichten Kurseinbusse von 50 Franken – im Vorjahr dagegen sei das Papier der Regiobank «überproportional» um 550 Franken angestiegen.

Man wolle das sehr gute Ergebnis 2017 – erstmals stieg der Geschäftserfolg über 16 Mio. Franken an – in diesem Jahr nochmals übertreffen, «der bisherige Erfolg ist erfreulich und positiv», zog Leuenberger Bilanz zu den ersten fünf Monaten. Zudem widmete er sich der Digitalisierung und der bevorstehenden Abstimmung über die Vollgeld-Initiative. Dazu empfahl er ein klares «Nein», denn die Nationalbank, die am meisten von dieser komplizierten Materie verstehe, dürfe zwar keine Abstimmungsempfehlung abgeben, habe aber deutlich durchblicken lasse, was sie vom Vollgeld halte.

Bitcoins und echtes Geld

CEO Markus Boss befasste sich ausführlich mit Kryptowährungen, die von vielen Kunden thematisiert worden seien. «Hochspekulativ» seien Bitcoin und Co. warnte er vor Investitionen, hingegen gewann er der Blockchain-Technik als sichere Anwendung gegen Hacker Positives ab.

Trotz positiver Wirtschaftsentwicklung sah Boss in seinem Ausblick noch einige anspruchsvolle Felder, so die anhaltenden Negativzinsen oder die Regelung der Schuldenproblematik. Anzeichen für eine Überhitzung des Immobilienmarktes am Jurasüdfuss gebe es nicht, «steigende Risiken sehen wir vor allem bei den Mehrfamilienhäusern.» Dem begegne die Regiobank weiterhin mit sehr vorsichtigen Bewertungsgrundsätzen, «wir wollen hier keine zusätzlichen Risiken eingehen.»

Wie Leuenberger würdigte Boss die sehr gute Eigenkapitalisierung der Bank, steigende Kundengelder um 58 Mio. Franken oder auch die Refinanzieung der Ausleihungen durch mehr als 90 Prozent Kundengelder. Ein wichtiger Faktor sei zudem das Cost-Income-Ratio, nämlich wie hoch der Aufwand in Rappen für einen Franken Ertrag ist. Da weise man mit 51,5 Prozent einen «hervorragenden Wert» auf.

Aktienkapital herabgesetzt

Die Versammlung stimmte einer Herabsetzung des Aktienkapitals von 12,5 auf noch 10 Mio. Franken zu. Diese wiederum erfolgt durch die Reduktion des Nennwertes jeder Namensaktie um 50 auf noch 200 Franken. Damit wird eine Rückzahlung von ebenfalls 50 Franken an jede Aktionärin und jeden Aktionär möglich. Eine weitere Herbabsetzung des Aktienkapitals wäre aber «zurzeit nicht mehr möglich», wurde mitgeteilt. Damit durfte der VR-Präsident 66 Franken Dividendenausschüttung – davon 50 Franken steuerfrei - ankünden. «Wenn der Geschäftsverlauf dieses Jahr erfolgreich bleibt, könnte es zum nächstjährigen 200-Jahr-Jubiläum auch eine höhere Dividende geben», legte er nach. Eine weitere Statutenanpassung mit einer Änderung der Übergangsbestimmungen wurde genehmigt.

Die Verwendung des Bilanzgewinns von 7,538 Mio. Franken fand ebenfalls Gnade in der Eishalle. 500'000 Franken gehen in die gesetzliche Gewinnreserve, 5,7 Mio. in die freiwillige Gewinnreserve. 800'000 Franken oder 16 Franken je Aktie werden ausgeschüttet. Letztens profitiert auch der Fonds zur Förderung von kulturellen, sportlichen und sozialen Zwecken durch einen Zustupf von 350'000 Franken. Gut 188'000 Franken wurden auf die neue Rechnung vorgetragen.

Für eine einjährige Amtszeit bestätigt die Versammlung den Verwaltungsrat wie folgtt: Felix Leuenberger (Bellach) als Präsident, Kurt Fluri (Solothurn) als Vizepräsident, als Mitglieder Andreas Bühlmann (Biberist), Alex Naef (Bellach), Jonas Schürmann (Egerkingen), Philipp Simmen (Oberdorf) und Karin Trümpy-Steffen (Hägendorf). Klar am meisten Gegenstimmen, nämlich 69, erntete Solothurns Stadtpräsident.