Generalversammlung
Regiobank Solothurn feiert Jubiläum: «Wir sind 200-jährig, aber kerngesund»

Das Jubiläum der Regiobank Solothurn, aber auch die Kennzahlen, boten Grund zum Feiern. Zudem verkündete Verwaltungsratspräsident Felix Leuenberger seinen Rücktritt per 2020.

Andreas Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG
13 Bilder
Grussbotschaft von Regierungsrätin Brigit Wyss
Grussbotschaft von Regierungsrätin Brigit Wyss
Verwaltungsratspräsident Felix Leuenberger
Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG
Verwaltungsratspräsident Felix Leuenberger
Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG
CEO Markus Boss
CEO Markus Boss
Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG
Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG
Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG

Generalversammlung der Regiobank Solothurn AG

Hanspeter Bärtschi

«Es ist Jubiläumszeit, und wir haben Grund zur Freude.» Man kann sich angesichts dieser Devise an der Generalversammlung der Regiobank Solothurn eines fragen: «Schon wieder Jubiläumszeit?» So liegt der letzte «Runde» gerade mal vier Jahre zurück. Wie das geht, erklärte Verwaltungsratspräsident Felix Leuenberger den 1481 anwesenden Privataktionären in der Eishalle Zuchwil gleich selbst.

Während sich nämlich 2015 das Bestehen der ehemaligen Leihkasse zum 150. Mal jährte, ist es heuer die frühere Ersparniskasse Solothurn, die ihr 200-Jahre-Jubiläum begeht. Der Blick in die historischen Aufzeichnungen verrät: Beide von der Stadt Solothurn gegründeten Institute fanden 1990 unter dem Namen Regiobank unter einem gemeinsamen Dach zusammen.

Regiobank in Zahlen

Mit einem Zuwachs in der Höhe von 14,5 Mio. Franken (oder knapp 7 Prozent) beträgt das Eigenkapital der Regiobank neu 224 Mio. Franken. Die Bilanzsumme nahm im Geschäftsjahr 2018 um 3,55 Prozent oder 95,9 Mio. auf 2,79 Mrd. Franken zu. Die Ausleihungen stiegen um 3,06 Prozent oder 68,8 Mio. Franken. Der massgebende ökonomische Erfolg hat von knapp 13 Mio. um vier Prozent auf 13,51 Mio. Franken zugenommen. Eine leicht negative Entwicklung machte sich beim Aktienkurs bemerkbar. Dieser sank 2018 um 225 Franken auf 4075 Franken. Die Revisionsstelle PriceWaterhouse Coopers schätzt die Aufstellung der Regiobank Solothurn AG wie folgt ein: Sie weise eine ausgewogene Bilanzstruktur auf, verfüge über eine angemessene Substanz und befinde sich in einer erfreulichen Ertragslage. (ak)

Mehr als 6000 Aktionäre

Und so gilt besagtes Jubiläumsmotto heuer genauso, wie es vor vier Jahren gepasst hätte. Nach Geburtstagswünschen des Regierungsrat, überbracht von Brigit Wyss als Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartements, stellte Leuenberger die Frage, die er gleich selbst beantwortete: «Worüber können wir uns freuen?» Als positiv unterstrich er die Entwicklung der Aktionäre. Im vergangenen Geschäftsjahr überschritt die Anzahl Eigner erstmals die 6000er-Wunschmarke. Die Regiobank zählt nun 6114 Aktionäre.

«Die Bank kann sich aber auch über die starke Zunahme des Eigenkapitals freuen.» Konkret wuchs dieses – nach Gewinnverwendung – um knapp 7 Prozent oder um 14,5 Mio. Franken. Auch konnte eine angestrebte Steigerung der Eigenmittel wiederholt erreicht werden, wie Leuenberger weiter ausführte. Es blieben nicht die einzigen frohen Botschaften für die Aktionäre. Diese dürfen sich neben einer ordentlichen Dividendenerhöhung von 66 auf 68 Franken auch über einen Jubiläumszustupf in der Höhe von 4.40 Franken pro Aktie freuen.

Bedenklicher Bankenschwund

Dann warf Leuenberger einen Blick auf das Bankenwesen und seine Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren: «Seit 1996 ist die Anzahl der Banken in der Schweiz um 37 Prozent geschrumpft.» Bei den Regionalbanken beträgt der Schwund 48 Prozent. Und: Von den zwölf Solothurner Regionalbanken, die es 1990 noch gab, bestehen bis heute lediglich drei fort. «Wirtschaftskrisen, Fehlspekulationen, falsche Kreditvergaben und andere Gründe haben zu diesem Bankensterben beigetragen. Dass unsere Bank in diesem Umfeld überlebt hat, ist nicht selbstverständlich.»

«Wichtig ist: vorsichtig bleiben»

Auf aktuelle Herausforderungen kam Regiobank-CEO Markus Boss zu sprechen: Während die wichtigste Ertragsquelle der Bank das Zinsengeschäft sei, stehe man derzeit aufgrund des sehr tiefen Zinsenumfelds auch rückläufigen Margen gegenüber. «Um die Erträge halten oder steigern zu können, brauchen wir Wachstum», so Boss. Dies sei trotz intensivem Konkurrenzkampf gelungen.

«Wichtig ist, dass man vorsichtig bleibt», ermahnte er. So bestehe in diesem Konkurrenzklima die Gefahr, dass man bei Hypotheken und Krediten zu grosse Risiken eingehe. «Wir lehnen deshalb Geschäfte ab, die unseren Beurteilungskriterien nicht standhalten», hielt Boss fest. Weiter runde die bereits von Felix Leuenberger angesprochene Erhöhung der Eigenmittel das Bild der gesunden Bilanzentwicklung ab. Zusammenfassend hielt Markus Boss abschliessend diagnostisch fest: «Wir sind zwar 200-jährig, aber kerngesund.»

Weitere Neuigkeiten vermeldete Leuenberger: beispielsweise die baldige bauliche Erneuerung des Hauptsitzes in Solothurn. Planmässig soll diese bis Mitte 2021 abgeschlossen sein. Dafür ist auch eine vorläufige Auslagerung des Betriebs vonnöten.

Wer folgt auf Leuenberger?

Seinen Rücktritt als Verwaltungsratspräsident der Regiobank Solothurn hatte Felix Leuenberger an der Generalversammlung verkündet. «Eigentlich wollte ich schon auf diese hin zurücktreten, doch dann folgte ich dem Wunsch des Verwaltungsrates, noch bis im nächsten Jahr zu bleiben. Doch nur unter der Bedingung, dass ich keine Generalversammlung mehr leiten müsse»», erklärt der 65-jährige, in Bellach wohnhafte Industrielle, der seit dem Jahr 2000 dem Verwaltungsrat der Bank angehört und diesen seit 13 Jahren präsidiert.

Er habe dem Verbleib im Amt aufgrund einer «speziellen Konstellation» im Verwaltungsrat zugestimmt. Denn offenbar ist Leuenbergers Nachfolge und damit deren erster Auftritt an der Generalversammlung 2020 bereits vorgespurt. «Sie wird aus dem jetzigen Verwaltungsrat kommen – aber es wird nicht Kurt Fluri sein», meint er pointiert, ist doch der Stadt- und Vizepräsident der Regiobank nur ein Jahr jünger als Leuenberger. Ergo wird die Wahl auf eines der sechs jetzigen seVerwaltungsratsmitglieder fallen. Die da sind: Andreas Bühlmann, Alex Näf, Jonas Schürmann, Philipp Simmen, Karin Trümpy-Steffen und der neu gewählte Andreas Jacobs. Jedenfalls ist Leuenberger von der internen Auswahl überzeugt: «Wir haben gute Leute!» (ww)