«Heisser Stuhl»
Regierungsrat Roland Heim: «Wir sind alle gleich unbeliebt»

Am Behördentag der HESO nimmt jeweils eine wichtige Persönlichkeit Platz auf dem «Heissen Stuhl». Dieses Jahr stellte sich Regierungsrat Roland Heim den Fragen.

Andreas Kaufmann
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Nicht nur dem Kanton fehlt das finanzielle Polster, sondern auchRoland Heims Sitzgelegenheit. Der Finanzdirektor nimmts gelassen.

Nicht nur dem Kanton fehlt das finanzielle Polster, sondern auchRoland Heims Sitzgelegenheit. Der Finanzdirektor nimmts gelassen.

Andreas Kaufmann

Nein, bequem dürfte der Stuhl des Finanzdirektors kaum sein – bei 135 Mio. Defizit in der Staatskasse. Wie als Symbol galt dies auch für die polsterlose Sitzgelegenheit, die man Roland Heim am Behördentag angeboten hatte. Ist der Sparstuhl Teil des kantonalen Massnahmenplans? Der Landammann stellte sich auf dem Heissen Stuhl den Fragen des frischgebackenen Radio-32-Chefredaktors Manfred Joss – und erhielt eben einen jener Stühle, die 100-jährigen Gratulanten als Altersgeschenk überreicht werden – halt noch unfertig.

Doch weder brachte der mangelnde Sitzkomfort Heim aus der Ruhe, noch hinterliess der 60-Jährige den Eindruck, zum alten Eisen zu zählen. «Nach zwei Jahren hat man noch keine Verschleisserscheinungen», meinte Heim auf ebenjene Frage von Joss.

Und auch wenn dem «Ersten unter Gleichen» noch weniger Zeit als vorher bleibt, erlebe er die Arbeit nichtsdestotrotz als Bereicherung. Beispielsweise, wenns um landammännische Empfänge bei 100-Jährigen geht und er die vermeintliche Tochter nach der Gratulantin fragt, während es sie selbst ist, die 100 geworden ist. Apropos Zeitwahrnehmung: Durch den Wechsel auf den Regierungsratssitz sei ihm aufgefallen, dass die Behandlung von Vorstössen halt ihre Zeit brauche – und Geduld. «Als Kantonsrat habe ich das ein wenig anders gesehen», befand er.

Zuversichtlicher Finanzdirektor

«Wo liegt der Hund begraben?», liess sich Heim dann auch noch zur unbequemen Frage nach den Gründen fürs Staatsdefizit vernehmen. Sozialausgaben und Steuereinbrüche bei den juristischen Personen tragen eine Mitschuld. Doch nach Finanzplan sei für 2018 bereits wieder eine schwarze Zahl angezeigt. «Nachdem wir 2010 schon wussten, dass 2012 das Budget kippen würde, hoffen wir, dass wir auch bei der positiven Prognose richtig zielen», meinte Heim. Und dass der Finanzdirektor der unbeliebteste unter den Regierungsräten sei, glaubt er nicht: «Wir sind alle gleichermassen unbeliebt.»

Obschon gerade Heim mit einer gänzlich unpolitischen Seite seiner Person durchaus Sympathiepunkte gesammelt haben dürfte. Aber hat der Hobbymusiker Erfolg mit seiner Liedermacher-CD, die er sich zum 60. gegönnt hat? «Ich habe mal in der Lüthy-Buchhandlung nachgefragt. So wies ausschaut, kenne ich alle Käufer meiner CD persönlich.» Und zum Schluss ein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Joss: Vielleicht spielt ja mal Radio 32 eines seiner Lieder?

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