Solothurner Wetter

Regen war im Juli einmal mehr Mangelware

Ende Juli herrschte Badewetter.

Ende Juli herrschte Badewetter.

Das Solothurner Wetter im Juli brachte Dürre und zuletzt Badewetter.

Der Juli 2020 «roch» mehr nach Sommer als sein Vorgängermonat. Das Monatsmittel lag mit 20,3 Grad höher und wich nach dem «Normalwert» vom Juni diesmal wieder um 1,3 in den zu warmen Bereich ab. Damit fielen in Solothurn sechs der bisher sieben Monate 2020 zu warm aus. Allerdings war der Juli in den letzten zwei Jahren jeweils massiv heisser gewesen; 2019 blieb er mit 21,6 Grad gleich 1,3 Grad über dem jetzigen Wert. Nach dem ausreichend nassen Juni gab es im Juli wieder ein deutliches Niederschlag-Minus mit bloss rund einem Drittel der Normalmenge. Ausnahmsweise lieferte Solothurn mit 46,5 Litern oder Millimeter pro Quadratmeter mehr Regen ab als die Messstation im Wallierhof Riedholz, die nur mit bescheidenen 42,3 Litern aufwartete.

Der Monatsstart war durchzogen

Vorerst zerriss dieser Juli keine hochsommerlichen Stricke, ja der zweite Tag des Monats präsentierte sich von der kühl-feuchten Seite. Zwar setzte sich die Sonne in der Folge besser in Szene, doch die Badi konnte trotz nunmehr Normalbetrieb kaum davon profitieren. Denn am Ende der ersten Juliwoche liess eine mässige bis starke Bise kaum Badelust aufkommen. Am 8. und 9. Juli setzten zwei heisse Tage mit bis zu 30 Grad zwar erste hochsommerliche Akzente. Doch die kalte Dusche folgte auf dem Fuss, und erst auf die Monatsmitte hin kehrte für drei Tage der Sommer zurück, wobei von einer Hitzewelle (noch) keine Rede sein konnte. Im Gegenteil, ein weiteres dreitägiges, kühles Intermezzo mit allerdings wenig Regen im Gepäck sorgte für eine weitere Sommerpause.

Die Hitze aufs Finale hin aufgespart

In diesem Rhythmus sollte es weitergehen, auf die nächsten drei Sonnentage folgte prompt auf den 22. Juni die feuchteste Phase des Monats überhaupt: In einer Gewitterstörung eingepackt gab es über 36 Stunden immerhin wichtige 20 Millimeter Nass. Denn nun drehte der Sommer wirklich auf und die letzte Juliwoche brachte einen Durchbruch der spanischen Hitzeblase bis hinauf nach Deutschland. So wurde auf den 28. Juli eine Tropennacht registriert, und am 30. wie 31. Juli wurde die 30-Grad-Grenze klar geknackt– vereinzelt wurden am letzten Julitag bis 36 Grad im Schatten gemessen. Auch die Aare zog mit nun 23 Grad Schwimmende, Standing-Paddler und Gummigefährte aller Art in Massen an. Die Kehrseite der Medaille: Auch der Kanton Solothurn erliess zwei Tage vor der Bundesfeier ein Verbot für Feuer(werk) in Wäldern und an Waldrändern wegen der rasant angestiegenen Waldbrandgefahr.

Der Wetterwechsel über das Wochenende hat zwar etwas Entlastung an der Dürrefront gebracht, doch schon ab Mittwoch ist erneut hochsommerliches, heisses Wetter mit Spitzenwerten von über 30 Grad am Wochenende zu erwarten. Der einmal angedeutete Einbruch kühler Atlantikluft in der nächsten Woche scheint dagegen wohl auszubleiben, eher sieht es nach einem weiterhin warm-trockenen, wenn auch etwas labilen Witterungscharakter aus.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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