Solothurner Filmtage
Reaktion auf Petition von Regisseuren: An den Filmtagen wird über die Auswahl diskutiert

Nachdem der Film Passion des Zürcher Regisseurs Christian Labhart nicht ins Programm der Solothurner Filmtage 2019 aufgenommen wurde und über 30 Regisseure eine Petition einreichten, reagieren die Organisatoren mit einer Diskussionsrunde.

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Solothurner Filmtage nehmen den Film «Passion» nicht ins Programm. Regisseur Christian Labhart ist persönlich getroffen.
12 Bilder
Ausschnitt aus "Passion – zwischen Revolte und Resignation" mit den letzten Bildern von Pio Corradi, gedreht vor einem Jahr in Marokko.
Solothurner Filmtage nehmen Christian Labharts Film Passion nicht ins Programm
Das Programm 2019 wurde an der Medienkonferenz in Zürich vorgestellt.
Seraina Rohrer - Direktorin der Filmtage anlässlich der Medienkonferenz für die Ausgabe 2019.
Eben nicht dabei: «Passion».
Kapitalismuskritik: Szenen aus "Passion".
Kapitalismuskritik: Szenen aus "Passion".
Kapitalismuskritik: Szenen aus "Passion".
Kapitalismuskritik: Szenen aus "Passion".
Kapitalismuskritik: Szenen aus "Passion".
Regisseur Christian Labhart

Solothurner Filmtage nehmen den Film «Passion» nicht ins Programm. Regisseur Christian Labhart ist persönlich getroffen.

Keystone

Die Solothurner Filmtage zeigen als Werkschau des Schweizer Films eine Auswahl aktueller Produktionen. «Jedes Jahr bewerben sich mehr Spiel-, Dokumentar-, Experimental-, Kurz- und Animationsfilme um einen Platz im Programm, als gezeigt werden können – Tendenz steigend», heisst es in einer Medienmitteilung.

Direktorin Seraina Rohrer sichtete mit ihrem Team über 600 lange und kurze Schweizer Filme, die für die 54. Solothurner Filmtage eingereicht wurden. Fürs Programm ausgewählt wurden schliesslich 165 Werke.

Laut den Filmtagen wurden vor 20 Jahren noch 80% der eingereichten Filme ausgewählt. Heute betrage die Quote rund 50%. «Negative Selektionsentscheide stellen teilweise historisch gewachsene Ansprüche in Frage und führen zu grundsätzlichen Anliegen an die Solothurner Filmtage», schreiben die Organisatoren.

Ein abgelehnter Film sorgt für Schlagzeilen. Es geht um «Passion» des Zürcher Regisseurs Christian Labhart. Dafür muss Direktorin Seraina Rohrer nun Kritik einstecken. Über 30 Regisseur-Kollegen von Labhart haben eine Petition unterzeichnet und ihr zukommen lassen. Sie möchten den Film sehen und ihn diskutieren können. Am Entscheid der Auswahlkommission ändert sich jedoch nichts. Die Gründe für den negativen Entscheid werden nicht offengelegt.

Plädiert wird in der Petition auch für mehr Filme an den Solothurner Filmtagen und entsprechend weniger Wettbewerb bei der Filmauswahl. Die Filmtage reagieren darauf und nehmen eine Diskussionsrunde ins Programm. Es soll auch darüber gesprochen werden, ob es Programmplatz-Garantien für etablierte Filmschaffende braucht, wird angekündigt.

Zeit und Ort: Samstag, 26. Januar 2019, 15:30 – 17:00 Uhr, Kino im Uferbau

Zur Diskussionsrunde mit der Direktion und der Auswahlkommission der Solothurner Filmtage sind alle interessierten Branchenvertreterinnen und -vertreter sowie die Medien eingeladen. Eintritt frei. Auf Deutsch und Französisch mit Simultanübersetzung.
Moderation: Marcy Goldberg, Filmhistorikerin

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