Newcomer

Rapper Pato: «Solothurn schenkt mir sehr viel Kreativität und Energie»

Pato, bürgerlich Luca Lang, erzählt von seinem Einstieg in die Rapwelt.

Pato, bürgerlich Luca Lang, erzählt von seinem Einstieg in die Rapwelt.

Der junge Solothurner Rapper Pato hat im Juni sein Debütalbum Es Stück vom Chueche veröffentlicht. Seine Vision für die Stadt Solothurn sind Musiktage.

Mit seinem Debütalbum gewinnt er dieses Jahr den zweiten Platz bei der Preisverleihung des Azeiger Kulturförderpreises: Der 18-jährige Luca Lang hat aus seinen Kinderzimmer-Versuchen 14 Songs gezaubert, die er Ende Juni veröffentlicht hat.

Bei einem Eistee — übrigens sein Lieblingsgetränk, welchem er auch schon einen Song gewidmet hat — erzählt er uns von seinem künstlerischen Schaffen als Newcomer in der Rapszene.

Newcomer haben es oft nicht so einfach. Du bist noch jung, Kantischüler, bei «Solothurn hilft», FC Riedholz, in der Pfadi und nun auch noch Rapper. Woher nimmst Du Dir Kraft, Motivation und Zeit für all das? Schläfst Du eigentlich genug?

Ich habe sowohl von Familie und Freunden, als auch von Stadt und der Kantonsschule sehr coole Unterstützung erhalten; sei es mental, finanziell oder mit Räumlichkeiten. Und ja, manchmal liege ich um 23 Uhr nach einem langen Schultag mit anschliessender Bandprobe und zusätzlichen Prüfungsvorbereitungen ins Bett und plötzlich habe ich eine Songidee und sitze dann noch bis morgens um 3 Uhr am Schreibtisch. Schlafmangel kommt vor, aber ich versuche immer, eine gute Balance zu finden.

Pato - Umeligerblues

Pato - Umeligerblues

Achilles — sowohl Dein Pfadiname, als auch der Titel einer Deiner Songs. Was bedeutet er für dich?

Diesen Namen habe ich erhalten, weil ich mich bei Geländespielen immer sehr eingesetzt habe, auch gegen Grössere und Stärkere. Doch sobald man mich genervt hat, bin ich schnell auf der Palme gewesen. Dieses Schnell-auf-der-Palme-Sein war und ist meine Achillesferse, meine Schwachstelle — egal, wie stark ich sein mag. Leute, die mir gesagt haben, Achilles passe doch gar nicht zu mir, ich sei kein Krieger oder «Chaschte», wissen doch gar nicht, welche Kämpfe ich mit meiner Umgebung und mir selbst führe. Das habe ich in diesem Song thematisiert.

Du betonst immer wieder, dass Dir der Bezug zu Solothurn sehr wichtig ist. Fühlst Du dich verpflichtet, diese Stadt künstlerisch zu bereichern?

Verpflichtet tönt so krass. Ich muss sagen, wir haben kulturell schon eine sehr avancierte Stadt. Weiterentwickeln kann man sie aber immer. Solothurn ist nicht zu gross und nicht zu klein. Sie schenkt mir sehr viel Kreativität und Energie. Ich bin sehr gerne hier. Ich habe aber schon lange eine Vision dieser Stadt.

Welche denn?

In Solothurn gibt es Film- und Literaturtage. Was aber fehlt, sind Musiktage. Wenn ich kann, werde ich das irgendwann auf die Beine stellen. Es würde folgendermassen funktionieren: In der ganzen Stadt würde an jedem Ecken andere Musik laufen. Jazz , Techno, Hip-Hop, Metal Rock, Rap, usw. Workshops würden auch stattfindet. Die Hauptattraktion wäre dann etwas Openair-Ähnliches mitten in der Stadt.

Warum sollte man Dein Album «Es Stück vom Chueche» kaufen?

Wenn ich von einem Rapper einen sehr guten Song höre, höre ich mir danach meist das gesamte Album an. Denn dahinter steckt die Entwicklung des Rappers in seinen Überlegungen. Man versteht besser, was er vermitteln will. Mir geht es aber nicht darum, ein gutes Geschäft mit meinem Album zu machen, sondern um die Erhöhung meiner Hörerschaft. Und diese erwartet eine grosse Vielfalt. Ich mache mir nicht nur Gedanken zu politischen, ernsthaften Themen, sondern auch zu Sellerie oder zum Vergessen des Geburtstages meiner Mutter.

Wo ist denn Dein Album erhältlich?

Man kann sie online auf www.pato-music.ch bestellen. Zudem ist sie neuerdings auch in der Müller Bäckerei in Solothurn erhältlich, da ich dort ein Teaservideo zu diesem Album gedreht habe. Und natürlich auch bei mir persönlich.

Pato - Es Stück vom Chueche

Pato - Es Stück vom Chueche

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