Mit 20 Stimmen hat der Quartierverein Weststadt an einer ausserordentlichen Generalversammlung einstimmig beschlossen, an der Einsprache gegen die Erschliessungsstrasse Weitblick festzuhalten.

«Ich kämpfe um jeden Baum», gab sich Vorstandsmitglied Kathrin Panzeri beim Lusthäuschen kämpferisch. «Wer sagt, die Bäume in der angrenzenden Hostet seien verkrüppelt, wurmstichig und morsch und hätten keinen Wert, versteht nichts von Biodiversität.»

Über die Bäume das Lusthäuschen retten

Selbst totes Holz sei wichtig für zahlreiche Lebewesen. Und sie ist überzeugt: «Die Stadt muss sich durchringen, hier eine grüne Oase zu schaffen.» Dies, weil in der Weststadt ohnehin zu wenig Grünfläche vorhanden sei. Könnten die Bäume gerettet werden, sieht Panzeri auch die Rettung des Lusthäuschens in Reichweite.

«Wir müssen Zeit gewinnen»

Vereinspräsident Pieric Gärtner beklagte, dass vor der Eingabe der Einsprache niemand vom Stadtbauamt bereit gewesen sei, mit dem Quartierverein zu reden, räumte aber ein, dass dies während der Sommerferien schwierig gewesen sei. Nun aber ist für den Vorstand des Weststadtvereins klar: «Man muss Zeit gewinnen und mit den Quartierbewohnern und der Stadtbevölkerung ins Gespräch kommen.» Denn: «Wir haben viele Fragen. Wir geben viel auf und wissen nicht, was nachher kommt.» Einen Silberstreifen am Horizont sieht der Verein trotz der schwierigen Ausgangslage. Er kann auf wichtige Umweltorganisationen zählen, ein Gutachten einfordern und dank dem Fund auf der Roten Liste stehender Käfer in der Nähe der Bauprofile ein Umdenken in den Weg leiten. «Würde dazu noch der Juchtenkäfer gefunden, wäre das Problem endgültig vom Tisch», wurde mehrfach betont. Ansonsten hofft man nun auf den Gemeinderat.

Letzte Woche erst hatte sich die FDP dagegen irritiert über die Einsprache des Quartiervereins gezeigt und ihm «Zwängerei» vorgeworfen, weil damit die Arbeiten im Weitblick blockiert würden.