Solothurn

Quartierspielplätze platzen aus allen Nähten

Die Villa 41 ist einer der Quartierspielplätze, wo sich die Kinder austoben können.

Die von der Stadt subventionierten Solothurner Quartierspielplätze platzen aus allen Nähten. Durchschnittlich 40 Kinder verbringen dort ihre freien Nachmittage beim Spielen, Basteln, Werken und Kochen.

Doch nicht nur Kinder beleben die drei Solothurner Quartierspielplätze. Ein umsichtiger Vorstand sowie zahlreiche Leiterinnen, Leiter, Assistenten und Kindercoaches sorgen bis in den Spätherbst dafür, dass sich die Besucherinnen und Besucher wohlfühlen und alles rund läuft. Dabei haben es die Erwachsenen nicht immer leicht: Vandalismus, geklaute Elektrogeräte, kaputte WC-Fenster, Wasser- und Sturmschäden sowie krankheitsbedingte Ausfälle trüben ab und zu das ansonsten meist friedliche Zusammensein.

«Die Spielplätze sind Orte, wo Kreativität, Wärme und Zuverlässigkeit vorherrschen», zog Vereinspräsidentin Nadine Walker an der diesjährigen Generalversammlung Bilanz und wand den aktiv tätigen Mitarbeitenden ein besonderes Kränzchen: «Nicht der Vorstand, sondern ihr seid die wahren Heldinnen und Helden.» Der Dank galt aber auch den involvierten Stellen der Stadt, die den Verein unermüdlich unterstützen. Mehrfach in den Fokus gerückt wurde der Werkhof, der sich mit grosser Hilfsbereitschaft um die Pflege und den Unterhalt der Plätze kümmert.

Gesuchtes Betreuungspersonal

Auch im Jahresbericht von Monika Roth waren die hohen Besucherzahlen ein Thema. «Unsere Plätze werden ununterbrochen von Heerscharen von begeisterten Kindern besucht», freute sich die Geschäftsführerin. «Im Güggi wurden im Frühjahr rekordverdächtige 77 Kinder gezählt, und auch am Tannenweg stürmen uns die Kinder die Bude.» Das sei «cool», aber auch eine grosse Herausforderung, insbesondere weil es an Betreuerinnen mangle. «Dank innovativen, kommunikativen und erfahrenen Leiterinnen können wir damit umgehen, müssen bei den Angeboten aber immer wieder Abstriche machen.» Gesucht werden in alle Richtungen Lösungen. Infrage kämen nebst Eltern auch Senioren, die sich für die Spielplätze engagieren möchten.

Wie kreativ die verschiedenen Spielplätze sind, erfuhren die Anwesenden auf dem Tannenweg aus den Jahresberichten der Spielplatzleiter. Immer wieder werden auf den Plätzen Bäume gefällt, machen alte Bauhütten Neuem Platz und werden neue Nischen geschaffen, damit sich die Kinder wohlfühlen.

So gab es laut Spielplatzleiterin Lis Dreier in der Villa 41 eine neue Kletterwand, bei der der Serviceclub Kiwanis als Spender selbst Hand anlegte. Willkommen waren auch ein neuer Pizzaofen aus Lehm und eine Kerzenwerkstatt. Das Güggi umgibt, so die Leiterin Milena Adamo, neu ein Holzlattenzaun, der dazu führen soll, dass Hütten und Baumhäuser nicht mehr abgerissen werden und neu gebaut werden müssen. Zudem wurde ein Garten angelegt, bei dem die Kinder ihrem grünen Daumen freie Hand lassen können.

Tabuthemen am Mädchentreff

Auch das Znüni auf dem Spielplatz Tannenweg, der von Gina Kirchner geleitet wird, kommt in Zukunft aus dem selbst gebauten Hochbeet. Zudem wurde in der Werkstatt am Tannenweg im vergangenen Jahr eifrig gesägt, gehämmert und geschliffen. Des weiteren stand eine Teichputzaktion an. Rege benutzt wurde laut Andreas Teichmann auch der dortige Schülertreff, auf dem zurzeit ein Generationenwechsel stattfindet und das Kochen im Zentrum steht. Ein echtes Bedürfnis deckt der Mädchentreff MyDay ab, der zusätzlich von Milena Adamo und Gina Kirchner geleitet wird und dessen Angebot Mädchen aus verschiedenen Quartieren anzieht.

Dabei freuen sich die Mädchen, dass auch tabuisierte Themen diskutiert werden können.
Die Rechnung 2018 schliesst für die Spielplätze mit einem Ertrag und Aufwand von jeweils gut 258'000 Franken ab, der Beitrag der Stadt beläuft sich auf 193'418 Franken. Für den Schüler- und Mädchentreff wurden 44'958 Franken aufgewendet, die vollumfänglich die Stadt übernimmt.

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