Solothurn
Quartierpolizisten suchen das Gespräch mit den Kindern

Die Solothurner Quartierspielplätze boomen. Vor allem auf dem «Güggi» sind zeitweise über 80 Kinder anwesend. Eine echte Herausforderung für die Spielplatzverantwortlichen.

Katharina Arni-Howald
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Im «Güggi» ist stets etwas los.

Im «Güggi» ist stets etwas los.

ak

Um die zuständige Leiterin auf dem Vorstadt-Spielplatz Güggi zu entlasten, hat der Verein Quartierspielplätze Solothurn vor drei Jahren die Stadt gebeten, eine Assistenzstelle zu finanzieren.

Diesem Anliegen sind die Behörden nachgekommen - allerdings befristet auf ein Jahr. Das heisst, dass sich der Verein im vergangenen Jahr nach einem neuen Geldgeber umsehen musste. Fündig wurde der Vorstand bei einem gemeinnützigen Verein, der die Assistenzstelle mit einem Betrag von 30 000 Franken für die drei nächsten Jahre sicherstellt. «Wir waren sehr verunsichert und freuen uns über den positiven Entscheid», schreibt die neue Vereinspräsidentin Nadine Walker in ihrem Jahresbericht.

Am Tannenweg brauchts Leute

Ein immerwährendes Thema bei der Vereinsarbeit ist die Suche nach Betreuerinnen. Vor allem auf dem Spielplatz Tannenweg fehlen zurzeit engagierte Mütter und Väter oder gar Grosseltern, die helfen, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Der Umgang mit den Kindern in der Weststadt ist nicht immer einfach und eine grosse Herausforderung. «Wir haben viel zu tun mit Disziplinieren und Intervenieren», äusserte sich die Leiterin des Robinson-Spielplatzes, Anna-Rita Wyss, an der Jahresversammlung zu ihrer nicht einfachen Aufgabe.

Immer wieder komme es zu unangenehmen Zwischenfällen, die Missachtungen von fremdem Eigentum, verbalen Entgleisungen oder auch Blossstellungen anderer Kinder zur Folge hätten. Um gewissen Vorkommnissen entgegen zu wirken, wurden die Quartierpolizisten zu einem Gespräch mit den Kindern eingeladen.

Was den Schülertreff am Tannenweg betrifft, war der Jahresanfang harzig. Verursacht wurde dies durch den Abgang einer langjährigen Gruppe von Jugendlichen, die dem Spielplatzalter entwachsen war.

Um das entstandene Vakuum zu beseitigen, stellten die Spielplatzleiter Andrea Keune und Thomas Reumer den Jugendtreff an den Schulen vor und luden die Lehrpersonen zu einem Besuchsmorgen ein. Mit Erfolg, wie sich herausstellte.

Inzwischen treffen sich pro Abend wieder 15 bis 25 Jugendliche am Tannenweg. «Darunter erfreulicherweise auch einige Mädchen», wie die Spielplatzleiter erfreut feststellen. Rund läuft es zurzeit bei der Villa 41. «Unsere Kinder beschäftigten sich bis zu den Sommerferien vor allem im Garten und am Bach, bauten Hütten, spielten Kricket, Leitergolf, Boccia und das Wikingerspiel», wusste die Leiterin der Villa, Lis Dreier, zu berichten.

Für Geschäftsleiterin Guda Hess ist auch der Einsatz von Kindercoaches eine Erfolgsgeschichte. Diese sind nach dem Besuch eines entsprechenden Kurses legitimiert, an den Spielplatznachmittagen und während der Ferienaktionen als Helferinnen und Helfer mitzuwirken.

Die Kindercoaches nutzten die Jahresversammlung, um in Form einer gelungenen Performance ihre Arbeit vorzustellen. Erfolg verspricht auch der Mehrgenerationenspielplatz, der gemeinsam mit den Seniorpartnern der Stadt entwickelt und vor den Sommerferien eröffnet wurde.

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