Solothurn
Quartierfest Weststadt: Wie Integration fast von alleine funktioniert

Trotz Regen zog das breit gefächerte Programm zahlreiche Besucher aus allen Nationen an. Das Quartierfest wusste mit kulinarischer Vielfalt aufzutrumpfen. Von Tamilischer über Argentischer bis hin zu unserer Schweizer Kücke war alles vorhanden.

Katharina Arni-Howald
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Quartierfest Weststadt
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Trotz Regen zog das breit gefächerte Programm zahlreiche Besucher aus allen Nationen an.
Rutsche
Cupcakes
Ein Kebab gefällig?
Es gab auch einen Kunstmarkt

Quartierfest Weststadt

Isabel Mäder

Die Wolken hängen tief über der Sportanlage im mittleren Brühl. In den Meissner Porzellantassen auf dem Flohmarkt haben sich aus den Regentropfen kleine Seen gebildet. «Es ist, wie es ist, da muss man durch», sagt Monika Grossenbacher, Co-Präsidentin des Quartiervereins Weststadt.

Beim Eingang zum Festgelände liegen auf dem Grill des argentinischen Familienunternehmens Asados Argentinos riesige Fleischstücke. Etwas weiter hinten preisen tamilische Familien «Reis mit Thanthuri Chicken» an. Auch der kurdische Kulturverein lockt mit Spezialitäten aus der fernen Heimat, und wer auf mehr oder minder Schweizerischem steht, kommt im Klubhaus des FC Post auf die Rechnung, wo Schnitzelbrot und Pommes angepriesen werden.

Bei so unterschiedlichen kulinarischen Möglichkeiten, die dem Magen schmeicheln, wird rasch klar: Das unwirtliche Wetter drückt kaum auf die gute Laune der Besucher des Quartierfestes Weststadt, das bereits zum vierten Mal durchgeführt wird.

SC Blustavia finanziert mit

Ein Glücksfall ist auch das Festzelt, das dank der Zusammenarbeit mit dem SC Blustavia in diesem Jahr eine beachtliche Grösse aufweist. Dieser hat einen Teil des Geldbetrages, der der Sozialpreis vom Kanton im vergangenen Jahr einbrachte, in das Quartierfest reinvestiert. Dazu Vereinspräsident Peter Hauser: «Es war uns als Familienverein ein Bedürfnis, dass die Bevölkerung auch davon profitieren kann.»

Gleichzeitig habe man die Gelegenheit gepackt, das saisonale Abschlussfest ebenfalls in das Quartierfest einzupacken. Angesichts all dieser glücklichen Umstände kommt Monika Grossenbacher ins Schwärmen: «Nicht nur ist das Zelt grösser und die Kosten für das Fest sind tiefer, wir hatten auch viele junge, starke Männer zur Verfügung, die das Zelt in einer Rekordzeit aufgebaut haben.»

Tatsächlich erweist sich das Zelt an diesem regnerischen Samstag als ein wahrer Segen. Das dort gebotene Nonstop-Unterhaltungsprogramm zieht die Quartierbewohner in Scharen an. Die einen reagieren verzückt über die hüfteschwingenden Salsa-Tänzer, andere staunen über die jungen Hip-Hoperinnen und Hip-Hoper oder freuen sich über die kurdischen Volkstänzer.

Wer gerne von allem etwas mag, bewundert die aus den fünf grössten Guggemusigen zusammengewürfelte Altherrenband oder den Chor der Nationen, der einen weiten Bogen über die Kontinente schlägt. Und für einmal funktioniert auch die Integration fast von alleine. Multikulturelles Nebeneinander ist auf den Festbänken angesagt. Zufrieden sind auch die beiden Quartierpolizisten Martin Nobs und Beat Zürcher an ihrem Stand. Bereitwillig geben sie Auskunft darüber, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann oder nehmen Feedbacks zu dem jüngst in der Weststadt eingeführten Tempo 30 entgegen.