Solothurn
Punkt 9.30 Uhr ging in der Berufsschule der Feueralarm los

Was tun, wenn die Berufsschule brennt? In der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule Solothurn ist am Mittwochmorgen mit 600 Betroffenen genau dieser Ernstfall geprobt worden.

Simon Wyss
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Evakuierungsübung GIBS
22 Bilder
Evakuierungsübung GIBS
Die Ruhe vor derm Sturm
Entspanntes Warten auf den Alarm
Eine Übung für den Notfall für alle Beteiligten
Letzte Besprechung der Einsatzleitung
In wenigen Augenblicken wird der Alarm losgehen
Geordnet aber zügig verlassen alle das Gebäude
Ohren zu und durch!
Evakuierungsübung GIBS
In Sicherheit wird auf die folgenden Anweisungen gewartet
Sammelplatz bei der Hafebar
Anweisungen der Schulleitung
Meldung über die Anzahl evakuierter Schülerinnen und Schüler
Meldung über die Anzahl evakuierter Schülerinnen und Schüler
Evakuierungsübung GIBS
Evakuierungsübung GIBS
Evakuierungsübung GIBS
Evakuierungsübung GIBS
Evakuierungsübung GIBS
Evakuierungsübung GIBS
Evakuierungsübung GIBS

Evakuierungsübung GIBS

Thomas Ulrich

Ein ganz normaler Mittwochmorgen scheint es zu sein. Die Berufsschüler gehen bei der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule in Solothurn ein und aus, wie sie es immer tun. Kein Wunder, sie wissen ja auch nicht, was gleich passieren wird. Um 09.10 Uhr läutet die Schulglocke die Fünf-Minuten-Pause ein. Manche Schüler treten nach draussen, um ihrer Nikotinsucht zu frönen und kehren ein paar Minuten später wieder zurück in die Unterrichtsräume. Um 09.21 Uhr fährt ein Polizei-Auto dem Aareufer entlang Richtung «Hafenbar».

Punkt 09.30 Uhr geht der Feueralarm los. Kurz darauf ertönt auch schon eine Durchsage des Rektorats: «Hier spricht das Rektorat, bitte verlassen Sie geordnet das Schulhaus und gehen Sie klassenweise mit Ihren Lehrern zur ‹Hafenbar›. Dies ist nur eine Übung.» Kurz darauf verlassen die ersten Klassen das Gebäude. Eine Patrouille der Polizei betritt das Schulgebäude, um nachzusehen, ob sich keine Personen mehr im Innern befinden.

Manche Schüler sind noch immer etwas überrascht, die meisten nehmen es gelassen. Die Lehrer tragen grüne Leuchtwesten. Sie rufen die Klassen auf, beieinander zu bleiben. Bis zu 600 Personen stehen nun bei der Hafenbar und warten darauf, zu erfahren, wie es weiter geht. Danach ruft Schulleiter Jürg Viragh die Menschentraube dazu auf, sich in Richtung Standesamt zu bewegen. Dort sammeln sich die Klassen erneut, die Lehrkräfte überprüfen den Bestand. Wahrscheinlich würde die Szene in einem Ernstfall hektischer ausfallen.

Reaktion auf frühere Vorfälle

Zum ersten Mal führt das Berufsbildungszentrum Solothurn-Grenchen in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei diese Evakuierungsübung durch. Damit reagierte man auf verschiedene Brandvorfälle an Schulhäusern. Im Jahr 2003 brannte es in einem Klassenraum der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule, als ein paar alte Filmrollen Feuer fingen.

Brand in der Gewerblich-industriellen Berufsschule Solothurn im August 2003
17 Bilder
Starker Rauch steigt aus dem Schulzimmer
Die Flammen im Parterre-Schulzimmer hatte die Feuerwehr von der Westfassade aus rasch im Griff
Bei so starkem Rauch galt es, sich gut zu schützen
Insgesamt standen 45 Feuerwehrleute im Einsatz
Feuerwehrleute mit der Ausrüstung
Sperrzone GIBS
Gegen 300 Schüler kamen mit dem Schrecken davon
Schüler der GIBS warten draussen
Die Schüler hatten das Schulzimmer durch die Fenster verlassen
Ein Foto aus dem verkohlten Schulzimmer
Es war ein Schulzimmer für Allgemeinbildungs-Unterricht
Zum Zeitpunkt des Feuers wurden hier 16 Schüler unterrichtet

Brand in der Gewerblich-industriellen Berufsschule Solothurn im August 2003

Urs Lindt

Unter dem Eindruck eines weiteren Feuers, das im Februar 2014 an einer Schule in Worb ausgebrochen war, lancierte der Direktor des Berufsbildungszentrums, Rolf Schütz, die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei.

«Es ist wichtig, dass wir unser Evakuierungskonzept testen», so Rahel Eckert, Medienverantwortliche des Berufsbildungszentrum Solothurn-Grenchen auf Anfrage. «Auf dem Papier alleine bringt das Konzept nichts.» Die Lehrer wussten, dass die Übung durchgeführt wird, die Schüler jedoch nicht. Dieselben Aktionen führte das BBZ zuvor auch bereits in der GIBS in Grenchen und an der Kaufmännischen Berufsschule Solothurn durch.

Gemäss Rahel Eckert ist die Schule mit der simulierten Evakuierung zufrieden. «Der Alarm war überall gut hörbar – und es wurde richtig reagiert.» Auch von Seite der Polizei gibt es positive Rückmeldung. «Grundsätzlich gilt die Übung als erfüllt», so Urs Schmid von der Kantonspolizei Solothurn. Die Polizei hielt nach dem Alarm mehrere Personen zurück, um zu testen, ob die Lehrkräfte anschliessend den richtigen Bestand angeben. «Auch das hat gut funktioniert», sagt Schmid. Er sieht aber noch ein gewisses Verbesserungspotenzial. Ein paar bauliche Massnahmen seien noch zu treffen. Auch bei der Durchsage mit Sirenenton könne noch etwas optimiert werden. Das Konzept als Ganzes hätte aber funktioniert.