Wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, brauchts für einen Sandstrand mehr als ein Sandkorn. Aber mit 60 Kubikmetern Sand ist man für dieses Vorhaben schon eher dabei. Dieser ist mittlerweile fein säuberlich auf dem Dornacherplatz verteilt worden, genau dort, wo zum Auftakt der Fussball-WM in Russland am Donnerstag eine von zwei Solothurner Public-Viewing-Oasen ihre Pforten öffnet.

Das über 15 Meter hohe Kuppeldach, besser bekannt als «Beachstyle»-Dome, gehört schon seit einigen Tagen wieder zur Vorstadt-Silhouette. «Der ‹Hexenkessel› wird wieder mit Stadionatmosphäre punkten», sagt dazu Beachstyle-Mitorganisator Jumbo Monopoli. Und eben mit Strandfeeling.

Auf dem ganzen Gelände sollen rund bis zu 2000 Personen Platz finden, um die Spiele entweder von der Tribüne oder dem Strandareal aus auf der ganz grossen Hauptleinwand (28 Quadratmeter) oder der etwas kleineren Aussenleinwand (rund 8 Quadratmeter) zu verfolgen. Eine Foodstrasse von Srignags (Derendingen) und Efem-Imbiss (Vorstadt) versorgt die Fussballfans mit Essbarem, ebenso das Srignags-Restaurant unter dem «Dome» selbst. Ein DJ sorgt für Hintergrundbeschallung, die aber abends zurückgefahren wird. Und: «Eine Disco wirds nicht geben», versichert Monopoli.

Für sechs Franken ist ein regulärer Tageseintritt bei Qualifikationsspielen erhältlich, vier Franken mehr kostet es an Tagen mit Schweizer Matchs, die übrigens bereits im Vorverkauf gut laufen. Ausserhalb der üblichen Fanmomente wird auch für Cineasten ein Programm geboten. In traditioneller Zusammenarbeit mit dem «Capitol» wird ein «Ladies Night»-Kinoabend nur für Frauen stattfinden (29. Juni). Und mit einem Bollywood-Abend (13. Juli) setzen die Organisatoren eins drauf. Bandauftritte vor den Matchs wird es hingegen keine mehr geben. «Die Technik wäre zu teuer», sagt Monopoli, zumal der Wegfall der italienischen Mannschaft (und damit auch der Euphorieeinbruch der Fans) die gesamte Durchführung finanziell haben wackeln lassen. «Wir haben im Team lange über die Realisierbarkeit diskutiert. Doch die Unterstützung der Partner und Sponsoren ermöglichte grünes Licht.»

Jonas Oesch, Pippo Palermo und Jumbo Monopoli (v.l.) vom «Beachstyle»-Kernteam unter der Kuppel des «Domes».

Jonas Oesch, Pippo Palermo und Jumbo Monopoli (v.l.) vom «Beachstyle»-Kernteam unter der Kuppel des «Domes».

So geht Fussball

In und hinter der Reithalle bauen derzeit die Powerhouse Event AG mit Inhaber Markus Wälti und Projektleiter Reto Emmenegger einen neue WM-Welt von «So geht Fussball» auf. «Wir werden drinnen wie draussen über je 1000 Plätze, zusammen also 2000 Plätze verfügen», gibt Emmenegger die wichtigste Kennzahl bekannt. Neu ist die erhöhte, überdachte VIP-Lounge draussen statt drinnen, die bereits auch von Gruppen «sehr gut gebucht» sei, so Wälti. Ebenfalls neu: Normale Eintritte können für jedes Spiel schon im Voraus an der Reithallenkasse reserviert werden – im Eintrittspreis von 10 Franken ist ein Getränk für einen Fünfliber inbegriffen. Drinnen lässt sich das Spielgeschehen von zwei, draussen auf einer Grossleinwand verfolgen, die VIP-Gäste werden immer draussen fanen können.

Sie freuen sich auf ein Fussballfest in und hinter der Reithalle (v. l.): Reto Emmenegger, Regula «Murphy» Haldemann, Gaby Emch und Markus Wälti.

Sie freuen sich auf ein Fussballfest in und hinter der Reithalle (v. l.): Reto Emmenegger, Regula «Murphy» Haldemann, Gaby Emch und Markus Wälti. 

Obwohl «Das «Zelt» hinter dem Aussenbereich noch bis am 17. Juni gastiert, «kommen wir gut aneinander vorbei», sind Emmenegger und Wälti überzeugt. Das Areal wird sich im «Russian Style» mit Babuschkas präsentieren, und für die Kinder gibt es eine Hüpfburg, einen Whirlpool sowie eine Torwand. «Zum Eröffnungsspiel am Donnerstag wird das russische Duo ‹Moscow Mule unplugged› aufspielen», verrät OK-Mitglied Regula «Murphy» Haldemann – dann werde es auch Gratiseintritt geben. «Wir zeigen alle Spiele, und wenn dann in der Vorrunde die Matches gleichzeitig angesetzt sind, ist ein Spiel draussen, das andere drinnen zu sehen», erklärt der Projektleiter. Türöffnung ist jeweils eine Stunde vor Spielbeginn, und gesorgt wird auch für den Durst und Hunger sein. Russische Spezialitäten wie Stroganoff gibts von Markus Balsigers Emmenpark, Desserts von der Suteria und Würste durch Remo Meier

von der Metzgerei Fischer in Langendorf.

Nun hoffen die Macher von «So geht Fussball», zu denen auch Event-Organisator Harri Kunz gehört, dass die Schweizer Nati möglichst weit vorstösst. Denn auf eine grössere Fan-Gruppe müssen sie diesmal verzichten: Die Azzurri sind in Russland nicht dabei. Dazu Markus Wälti: «Sehr schade – aber die meisten Fans von ihnen waren ohnehin jeweils am Dornacherplatz.»